Lichtkunst

Wohlfühlen, Entdecken, Staunen

»Kronach leuchtet« wieder vom 9. bis 18. Mai 2014

Auf einen Blick

Der Countdown für das neunte Lichtfestival im oberfränkischen Kronach läuft. LICHT sprach darüber mit Projektleiter Klaus Metzler und Organisator Hartmut Nenninger.

Stimmungsvoller geht es kaum: Die über 1000 Jahre alte Lucas-Cranach-Stadt, überragt von der nie bezwungenen Festung Rosenberg.

LICHT: Sie sind beide von Anfang an dabei. Wie viele neue Ideen kann man nach neun Jahren noch haben?
Nenninger:
Ich kann nur sagen: Kaum ist ein Festival vorbei, kribbelt es am anderen Tag schon wieder. Meine ehrenamtliche Arbeit macht mir so viel Spaß, dass ich immer mit neuer Begeisterung dabei bin. Meine schönste Aufgabe ist die Auswahl der Lichtkünstler, die jedes Mal frische Impulse bringen.
Metzler: Ich brauche nach dem Event schon einen Monat Pause aber dann freue ich mich wieder auf Gestaltungsmöglichkeiten und die Kreativität im Team. Eine besondere Bereicherung sind für mich die Ideen aus den Studenten-Workshops, die wir seit zwei Jahren veranstalten – von Anfang an mit internationalen Teilnehmern.

LICHT: Wer kann sich bei Ihnen um eine Teilnahme an den Workshops bewerben?
Metzler:
Wir suchen Studierende der Fachrichtungen Lichtdesign, Architektur und Innenarchitektur ab dem dritten Semester – gerne auch aus dem Ausland. Gute Englischkenntnisse sind die Voraussetzung für alle Teilnehmer. Die Workshops finden direkt vor dem Festival, das heißt vom 5. bis 9. Mai 2014, in Kronach statt.

LICHT: Sind wieder alle renommierten deutschen Hochschulen im Boot?
Metzler:
Die künstlerische Betreuung der Workshops wird diesmal Professor Thomas Römhild von der Hochschule Wismar übernehmen. Und wir rechnen wieder mit tatkräftiger Unterstützung in Form von Lichtexperten und Studenten aus Coburg und Leipzig. Eine feste Zusammenarbeit haben wir mit der Hochschule Turin. Mit anderen sind wir gerade noch im Gespräch.

LICHT: Gibt es eine neue Idee, die Sie uns heute schon verraten können?
Nenninger:
Wir wollen diesmal die Festung Rosenberg mehr integrieren, die steil über Kronach thront. Mit ihren drei Wallgräben und architektonischen Elementen aus Mittelalter, Renaissance und Barock hat sie sehr viel Atmosphäre. Unsere Rotarier haben schon eine Idee für die Inszenierung – aber die verrate ich jetzt noch nicht.

Stadtfest mit Livemusik, Lichtkunst, Architekturinszenierung, Ausstellung, Studenten-Workshop – »Kronach leuchtet« hat viele Facetten. Impressionen vom letzten Jahr machen Lust auf einen Besuch in 2014.

LICHT: Was macht den Erfolg von »Kronach leuchtet« aus?
Metzler:
Am Ende geht es jedes Jahr aufs Neue darum, dass die Besucher bei uns einen Dreiklang erleben aus Wohlfühlen, Entdecken und Staunen. Beim Flanieren durch unsere historische Altstadt bieten wir ihnen eine bunte Mischung aus Architektur-, Eventbeleuchtung, Lichtkunst und Live-Musik. Wem es gefällt empfiehlt uns weiter – in der Region und darüber hinaus.

LICHT: Wollen Sie neben einem breiten Publikum auch Lichtspezialisten ansprechen?
Metzler:
Durch die Beteiligung der Hochschulen haben wir immer Profis vor Ort. Wir überlegen aber gerade, wie wir Fachzielgruppen noch stärker ansprechen können. Deshalb freut es mich sehr, dass wir jetzt schon die PLDA für eine Zusammenarbeit gewinnen konnten, mit weiteren Organisationen sind wir noch im Gespräch.

LICHT: Wie sieht es mit regionaler Lichtkompetenz aus?
Metzler:
Vor einigen Jahren haben wir angefangen, Lichtfirmen aus Oberfranken in »Kronach leuchtet« zu integrieren. Daraus ist eine Interessen- und Aktionsgemeinschaft hervorgegangen, die jetzt unter dem Namen LuMen Group den Großteil der Lichtplanung für das Event übernimmt. Für die Firmen ist das ein Leistungsnachweis für potentielle Kunden und wir profitieren von großem Einsatz der Beteiligten, die sich in der Region gut darstellen wollen.

LICHT: Wie viele helfende Hände braucht man, um so ein Event zu stemmen?
Nenninger:
Im Vorfeld organisiere ich den Einsatz von circa 150 ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen und betreue sie während der Veranstaltung. Im Einsatz sind sie vor allem als Aufsichtspersonen in den Ausstellungsräumen, beim Verkauf von Leuchtartikeln oder an den Spendenständen.
Metzler: Auch im engsten Kreis der bis zu zehn Organisatoren sind fast alle ehrenamtlich tätig. Alle Helfer tragen dazu bei, dass sich Besucher und Studenten bei uns herzlich willkommen fühlen. Besonders beliebt bei unseren Workshop-Teilnehmern ist beispielsweise jeden Abend um 23:00 Uhr ein kleines Kaffee-Mobil, das sie mit Getränken und Snacks versorgt. Sie arbeiten ja teilweise bis in den frühen Morgen hinein.

LICHT: Woher kam die ursprüngliche Idee für das Lichtfestival?
Metzler:
Die Initialzündung war 2006 eine Probebeleuchtung der Hochschule Coburg im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Oberfranken leuchtet«. Weil das so gut ankam, hat unser lokaler Verein Kronach Creativ unter der Leitung von Rainer Kober die Initiative ergriffen und das jährliche Event ins Leben gerufen. Der Förderverein engagiert sich für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Region, seiner Bürger und Unternehmen.
Nenninger: Mit dem Lichtfestival stärken wir das Selbstbewusstsein unserer Region, die ja nicht gerade der Nabel der Welt ist. Wir zeigen, dass hier viel geht, wenn man was anpackt. Neben »Kronach leuchtet« gibt es noch viele andere Initiativen wie beispielsweise das Rosen- und Gartenfestival, die Kronacher Klassikakademie und das Bündnis für Familie.

Unsere Autorin Juliane Braun im Gespräch mit Projektleiter Klaus Metzler (re.) und Organisator Hartmut Nenninger.

Weiterführende Infos

Autorin: Juliane Braun, München

Fotos: Frank Wunderatsch, Otmar Fugmann, Steffen Bauer, Stephan Amm, Regina Welk

www.kronachleuchtet.com / www.kronachcreativ.de


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