Lichtkunst

Struktur und Dynamik

Lichtkunst im Forschungsgebäude CECAD an der Universität zu Köln

Auf einen Blick

Diese Licht-Installation ist das Ergebnis eines offenen Wettbewerbes für Lichtkunst, den die Universität zu Köln und die Uniklinik Köln zusammen mit der medfacilities GmbH im Mai 2011 ausgelobt hat. Der Bildhauer Yoshiyuki Miura und der Lichtplaner Frank Vetter von der Day & Light Lichtplanung GbR gewannen den bundesweiten Kunstwettbewerb und realisierten ihren Entwurf pünktlich zur kürzlich erfolgten Fertigstellung des Gebäudes.

Eigens für die Installation gefertigte LED-Spots beleuchten die präzise lackierten Metallstäbe. In den Würfeln bildet sich so jeweils eine Kugel ab, deren warme Farben an die Sonne erinnern.

»Zellen – Ständig in Bewegung und nur im gemeinsamen Verbund bilden sie die für uns erkennbare Form. Die Idealform kommt in der Natur jedoch nicht vor. Nur durch die Bewegung auf unserem Weg durch den Raum wird die Form verstanden. Doch sobald uns das Objekt transparent erscheint, verschwindet die Erkennbarkeit der dritten Dimension.«

Dies steht auf der Tafel, die ein neues Lichtkunstwerk am Laborgebäude des Exzellenzclusters CECAD (Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases) der Uniklinik Köln und Universität zu Köln zu betitelt. Doch weder diese Beschreibung noch Fotos können die räumliche Wirkung und die Lichtwirkung der Objekte wirklich vermitteln. Erst durch das räumliche Sehen in Verbindung mit Bewegung erscheint dem Betrachter eine leuchtende, scheinbar schwebende Kugel im Raum. Die Installation ist das Ergebnis eines offenen Wettbewerbes für Lichtkunst, den die Universität zu Köln und Uniklinik Köln zusammen mit der medfacilities GmbH im Mai 2011 ausgelobt hat. Der Bildhauer Yoshiyuki Miura und der Lichtplaner Frank Vetter von der Day & Light Lichtplanung GbR gewannen den bundesweiten Kunstwettbewerb und realisierten ihren Entwurf pünktlich zur kürzlich erfolgten Fertigstellung des Gebäudes.

Prof. Dr.-Ing.h.c. Marg von gmp Architekten von Gerkan Marg und Partner, den Architekten des Neubaus, brachte für die Kunst am Bau Ausschreibung als wesentlichen Akzent den Faktor Licht in Verbindung mit Kunst und Architektur ins Spiel – besonders aus dem Grund, da sich die Installation am wichtigsten Kreuzungspunkt und gleichzeitig an der am wenigsten tagesbelichteten Stelle des Gebäudes befindet. An eben dieser Position durchquert der Campus übergreifende, fußläufige Studentenweg den Neubau und verbindet gleichzeitig das zweigeteilte Foyer. Die Bauherren setzten mit der Wettbewerbsauslobung das Ziel, eine identitätsstiftende und attraktive Markierung zu schaffen.


Die drei Lichtkunst-Objekte sind entlang einer wichtigen Erschließungsachse des Gebäudes positioniert. Zwischen verglastem Foyer und Gebäudekern setzen sie einen attraktiven und identitätsstiftenden Akzent.



Wie viele Werke von Yoshiyuki Miuras spielt auch diese Installation mit der Wahrnehmung von Dreidimensionalität. Abhängig vom Beobachterstandort ändert sich die Wirkung auf den Betrachter.

Die Lichtgestaltung bezieht sich auf den groß dimensionierten Gebäudedurchgang sowie auf die beiden Teile der Eingangshalle und schafft es, durch die intensiven Wandaufhellungen die Transparenz der Foyer-Verglasungen zu erhalten und somit den geteilten Raum als Ganzes erfahrbar zu machen. Die riesigen Metallskulpturen sind Blickpunkte, Highlights, sichtbar von außen und innen, und bilden dabei zentrale, verbindende Elemente. Jedes der drei Objekte besteht aus 1024 Edelstahlstäben, die zusammen einen Würfel mit 2m Kantenlänge bilden. Dabei sind die Stäbe in Gelb und Orange, angelehnt an die Farben eines Sonnenunterganges, so lackiert, dass sich in den Würfeln jeweils eine Kugel abbildet. Die Objekte zeugen gleichermaßen von Schlichtheit und Präzision. Das Ergebnis ist eine intensive dreidimensionale Wirkung, wie sie für die Objekte des Bildhauers Miura typisch ist.

Die Verbindung mit Licht intensiviert dies, bringt die Objekte zum Leuchten und verbindet sie mit dem Raum. Die eigens für die Installation gefertigten LED-Spots wurden nach präziser Berechnung oberhalb des Gitterrostes angeordnet, an dem die Edelstahlstäbe abgependelt sind. Durch die engstrahlenden und exakt entblendeten Lichtoptiken leuchten sie die farbige Kugel aus und werfen wie ein Sonnenstrahl einen Lichtfleck auf den Boden. Besonders in Verbindung mit Wind, der die Metallstäbe in Schwingung bringt, entsteht dabei ein dezentes Licht- und Schattenspiel.

Die Lackierung, Montage und Feinjustierung der insgesamt 3072 Metallstäbe erfolgte in Handarbeit durch die Künstler mit Unterstützung durch die Metallbaufirma Thomas Dürmeier GmbH sowie Studenten der Akademie für Bildende Künste, München.

Weiterführende Infos

Objektinformationen:

Projektadresse: Exzellenzcluster CECAD (Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases), Köln, http://cecad.uni-koeln.de

Auftraggeber: Universität zu Köln und die Uniklinik Köln, mit freundlicher Unterstützung durch das Land NRW und den Bund, vertreten durch medfacilities GmbH, Köln, www.uni-koeln.de | www.uk-koeln.de | www.medfacilities.de

Planung und Ausführung: Yoshiyuki Miura, München | Frank Vetter, Day & Light Lichtplanung GbR, München, www.dayandlight.de

Architektur: gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Aachen, www.gmp-architekten.de

Stahlbau: Thomas Dürmeier GmbH, Oberflossing/Polling

Ausführung Elektro: imtech Deutschland GmbH & Co. KG, Hamburg, www.imtech.de

LED-Spots: BION technologies, Königsbrunn, www.biontechnologies.com

Wandfluter: Erco Leuchten GmbH, Lüdenscheid, www.erco.com

Downlights: Zumtobel Licht GmbH, Dornbirn, www.zumtobel.com

Text und Fotos: Frank Vetter, München


Teilen & Feedback