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Smarte Ideen für smarte Lichtlösungen

Die Gewinner des Ideenwettbewerbs »Smart Lighting« stehen fest

Auf einen Blick

Die Messe Berlin und der Fachzeitschrift LICHT haben die Gewinner ihres gemeinsam veranstalteten Ideenwettbewerbs »Smart Lighting« gekürt.

Die Fachzeitschrift LICHT und die Berliner Fachmesse belektro hatten Studierende der Fachbereiche Produkt-, Kommunikations- und Lighting-Design sowie Elektro- und Informationstechnik vor die Aufgabe gestellt, smarte Lichtlösungen für zu Hause zu entwerfen. Aus den 20 Einreichungen von drei Hochschulen (FH Potsdam, HS Wismar, TFH Georg Agricola Bochum) waren von der Jury neun Ideen in die Finalrunde gewählt worden. Die Berücksichtigung effizienter Licht- und Steuerungstechniken, die Einbeziehung der neuesten Erkenntnisse zur biologischen Wirkung von Licht und die Eignung für die industrielle Massenfertigung gehörten dabei ebenso zu den Bewertungskriterien wie Innovationsgrad und Ästhetik des Entwurfs. Am 10. Oktober 2016, im Rahmen der Eröffnungsfeier der Fachmesse belektro 2016, wurden nun die Gewinner des Wettbewerbs gekürt. Aufgrund der hohen Qualität der eingereichten Modelle gab es zwei erste Plätze.

1. Platz für IWOK

Ein Erster Preis ging an »IWOK« von Dennis Lyskawka, der an der Technischen Hochschule Georg Agricola Bochum von Professor Markus Gehnen und Dennis Köhler vom Lichtforum NRW betreut wird. Dieser erste Platz ist mit einem Preisgeld von 1.500 € dotiert und wurde je zu einem Drittel vom LIV Berlin-Brandenburg sowie von Gira und Hager gestiftet.

Dennis Lyskawka (Mitte), Technische Hochschule Georg Agricola Bochum mit Emre Onur, Chefredakteur der Zeitschrift LICHT (l.), und Britta Hölzemann, freie Redakteurin (r.) (Foto: Messe Berlin)

»IWOK« basiert auf der Hardware »Kinect« zur Steuerung der »Xbox«. Die Lösung verlinkt das Kinect-Sensorsystem mit der Beleuchtung. Die Sensoren können Bewegungen und Positionen von bis zu sechs Personen über Entfernungen von bis zu 4,5 Metern registrieren. Dieses Input wird in Signale zur Ansteuerung von Leuchten oder auch akustischen Signale umwandelt. »IWOK« eignet sich besonders für den Bereich Assisted Living – zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung – indem es die Lichtsteuerung durch Gesten ermöglicht und im Gefahrenfall Notsignale initiiert. Die Daten werden auf einem lokalen Rechner erfasst und verarbeitet, um Datensicherheit zu gewährleisten. Mit Blick auf den demographischen Wandel in Deutschland sah die Jury in IWOK eine Entwicklung von großer gesellschaftlicher Relevanz. IWOK ist voll funktionsfähig und bereits im praktischen Einsatz erprobt. Als zukunftsweisend betrachtete die Jury auch die Einbindung anderer Funktionalitäten neben der Beleuchtung sowie die Verknüpfbarkeit mit bestehenden Systemen der Hausautomation.

1. Platz für »Drone«

Ein weiterer Erster Preis ging an »Drone«, eine von Tobias Bihlmeyer und Ivo Erichson entwickelte innovative Pendelleuchte. Die beiden Studenten werden an der Fachhochschule Potsdam von Professor Jörg Hundertpfund betreut. Das Preisgeld beträgt auch hier 1.500 € und wurde von der Messe Berlin gestiftet.

Tobias Bihlmeyer und Ivo Erichson (Mitte), Fachhochschule Potsdam (Foto: Messe Berlin)

»Drone« ist eine Pendelleuchte, die vielfältige Einsatzmöglichkeiten erlaubt – vom Büro bis zum Wohnbereich. Drei ihrer sechs tellerförmigen Elemente aus CNC-gefrästem Aluminium sind jeweils mit um 360° drehbaren Spots ausgestattet. Der Nutzer kann die Teller entweder manuell oder über eine Smartphone-App frei ausrichten. Durch einen Touchless-Sensor lassen sich die einzelnen Elemente per Wischbewegung ein- und ausschalten. An diesem Entwurf lobte die Jury die gelungene Kombination aus smarter Funktionalität und attraktivem Design. Das Model ist gestalterisch und technisch bis ins Detail durchdacht. Anzahl und Art der verschiedenen Lichtsteuerungsmöglichkeiten sind vom Anwender intuitiv beherrschbar. Die Designer haben gezeigt, dass ihre Idee technisch realisierbar ist. Die universelle Einsetzbarkeit der Leuchte macht sie für den Markt besonders attraktiv.

Pendelleuchte »Drone« (Foto: Messe Berlin)

2. Platz für »Smart Shading System«

Den zweiten Preis erhielten Ya Hsuan Cheng und Yi Lee Chung von der Hochschule Wismar für ihr »Smart Shading System«. Die Lösung kann Licht erzeugen, aber auch der Verschattung dienen. Die Preisträger wurden an der Hochschule Wismar von Professor Michael F. Rohde und Professor Volker Zölch betreut. Sie können sich über ein Preisgeld in Höhe von 1.000 € freuen, das die Messe Berlin gestiftet hatte.

Prof. Volker Zölch, Hochschule Wismar, (Mitte) nimmt in Vertretung den Preis für das »Smart Shading System« von Ya Hsuan Cheng und Yi Lee Chung entgegen. (Foto: Messe Berlin)

»Smart Shading System« ist ein modular aufgebautes Lichtsystem, das einerseits biologisch wirksames Licht erzeugt und andererseits zur Verschattung eingesetzt werden kann. Der Entwurf eignet sich für alle Räume mit geringem Tageslichteinfall, aber auch für Büros, Hotels und Arztpraxen. Gesteuert wird das System über eine Sensorik, die auch manuell beeinflusst werden kann. Die Jury lobte die Umsetzung der Erkenntnisse über biologisch-wirksames Licht in eine innovative Lichtlösung an der Schnittstelle zwischen Licht und Architektur. Die Vermeidung jeglicher Blendung durch einen flächigen Lichtaustritt und die sinnvolle Verbindung von Tages- und künstlichem Licht bildeten weitere Pluspunkte.

»Smart Shading System« (Foto: Messe Berlin)

3. Platz für »LiLi«

Den dritten Preis hat George Croissant für die variable Lichtlösung »LiLi« gewonnen. George Croissant wird an der Fachhochschule Potsdam von Professor Jörg Hundertpfund betreut. Sein Preisgeld in Höhe von 500 € wurde ebenfalls von der Messe Berlin gestiftet.

George Croissant (Mitte) von der Fachhochschule Potsdam hat den 3. Preis gewonnen. (Foto: Messe Berlin)

»LiLi« ist eine Lichtlösung, die an Seilleuchten in der Straßenbeleuchtung erinnert. Entlang zweier sich überkreuzender, textilummantelter Stahlseile, die gleichzeitig die Stromführung übernehmen, lassen sich vier Leuchten manuell verschieben. Die Jury sah in der Idee eine spannende und originelle Lösung, insbesondere für große Räume. Die Interpretation des Begriffes »smart« – hier für eine Lösung, die ohne Internet und Smartphone auskommt – gefiel so sehr, dass die Jury für diese Idee den dritten Preis vergab.

Seilsystem »LiLi« (Foto: Messe Berlin)

www.belektro.de


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