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»rosalie und wagner. licht – mythos – material«

21.07.2021

Das Richard Wagner Museum in Bayreuth zeigt noch bis 3. Oktober 2021 eine postume Ausstellung zum Werk der international renommierten Bühnenbildnerin, Malerin und Lichtkünstlerin rosalie, die 2017 verstarb. Ihr überraschender Tod setzte den damals laufenden Planungen für ein gemeinsames Ausstellungsprojekt im Richard Wagner Museum ein abruptes Ende. Nun wird dort das bedeutende Werk der Stuttgarter Künstlerin gewürdigt.

rosalie: KLINGER | Begehbare Landschaften der Melancholie – kinetisch-interaktive Licht-Klang-Skulptur, im Richard Wagner Museum 2020 (Foto: Wolf-Dieter Gericke)

Die Ausstellung findet damit ein Vierteljahrhundert nach jenem Bayreuther Ring des Nibelungen statt, den rosalie als Bühnen- und Kostümbildnerin spektakulär in Szene setzte. Nach einer eingehenden Sichtung ihres künstlerischen Nachlasses realisierte das Richard Wagner Museum diese Ausstellung in Kooperation mit dem atelier rosalie und seinem Leiter Thomas Jürgens.

Die Künstlerin rosalie hat mit den Licht- und Bilderwelten, die sie für den Ring des Nibelungen 1994 bis 1998 in Bayreuth schuf, Festspielgeschichte geschrieben. Sie schuf ein offenes, raumzeitliches Kaleidoskop aus disparaten Kunstgebilden, in denen die Produkte des Alltags neu kodiert wurden, um den Mythos in Wagners Werk in eine zeitgemäße Sprache zu übersetzen.

Dieser Ring war ganz augenfällig ein Produkt seiner Zeit, indem er sich durch seine Farbigkeit zum Verführungsmodus des Medienzeitalters bekannte. Die Ausstellung macht ihn wieder lebendig: Die originalen Kostüme und Requisiten sowie zahlreiche Bühnenbildmodelle vergegenwärtigen die Produktion ein Vierteljahrhundert nach ihrer Erscheinung auf der Festspielbühne.

»Hör ich das Licht?«

Nicht nur auf der Bühne war Licht war das zentrale Ausdrucksmittel der Künstlerin rosalie. Als bildende wie als Lichtkünstlerin überschritt sie die Grenzen der Bühne, inszenierte und theatralisierte die Wirklichkeit mit ihren Skulpturen, kinetischen Objekten und vor allem mit ihren Lichtinstallationen. Auch in diesen Werken war die Musik – sehr oft die Richard Wagners – Teil einer synästhetischen Erfahrung, die rosalie suchte und anzustoßen versuchte, wenn sie mit Tristan fragte: »Hör ich das Licht?«

Im Rahmen der Ausstellung werden nicht nur die Ausstellungsräume zu immersiven Licht-, Bild- und Tonwelten. Einen Höhepunkt bildet das Modell zu rosalies letztem Werk »Mahler 8«, das die Künstlerin für die kurz zuvor eröffnete Elbphilharmonie in Hamburg schuf und das die so genannte »Symphonie der Tausend«, Gustav Mahlers monumentale Achte, in eine filigrane Lichtsprache überträgt.

rosalie: Kostüme für den »Ring des Nibelungen« (Musikalische Leitung: James Levine, Regie: Alfred Kirchner), Bayreuther Festspiele 1994 bis 1998, im Richard Wagner Museum 2020 (Foto: Wolf-Dieter Gericke)

Licht spielt im Richard Wagner Museum auch abseits der Ausstellung eine wichtige Rolle. Wie Ado Lights und hg merz die historischen Exponate ins rechte Licht rückten, erfahren Sie in unserem Planungsbericht »Perfekt inszeniert«.

www.wagnermuseum.de


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