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Projektstart für Perowskit-basierte Beleuchtung

25.05.2020

Die Projektpartner im Überblick. (Quelle: Fraunhofer FEP)

Die EU verstärkt derzeit die Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Perowskite im Projekt PeroCUBE. 14 europäische Partner aus Industrie und Wissenschaft in zehn Ländern entwickeln gemeinsam neue Anwendungen in den Bereichen Beleuchtung, Photovoltaik und Telekommunikation.

Perowskite sind eine Zukunftstechnologie für OLAE-basierte Geräte (OLAE steht für organische und großflächige Elektronik), die das Potenzial haben, den Photovoltaik- und den Beleuchtungssektor zu revolutionieren. Die Klasse von kostengünstigen, aber hochwertigen Materialien weist eine ähnliche Leistung wie »konventionelle« Halbleiter auf, lassen sich aber gleichzeitig mit einfachen und preiswerteren Verfahren verarbeiten. Sie haben Potenzial, den OLAE-Markt zu dominieren, wobei der Schwerpunkt auf flexiblen, leichten elektronischen Geräten liegt. In der Photovoltaik gelten sie als das nächste »Big Thing«, vor kurzem wurde außerdem gezeigt, dass Perowskite auch effiziente lichtemittierende Bauelemente ermöglichen können.

Das Projekt PeroCUBE zielt auf die Entwicklung flexibler, leichtgewichtiger Elektronik auf Perowskit-Basis ab und schafft neue kommerzielle Möglichkeiten für die Beleuchtungs-, Energie- und Telekommunikationsindustrie. Es bildet die gesamte Wertschöpfungskette und den erforderlichen Nährboden für die Entwicklung einer neuen Generation von Perowskit-basierten Bauelementen ab.

Ziele des Projekts

Das europäische Konsortium mit 14 Partnern aus Industrie, Forschung und Entwicklung und Hochschulen in 10 europäischen Ländern hat das Ziel und die Möglichkeit, die Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit der Technologie für die Nutzung in kommerziellen Produkten zu demonstrieren. Das Projekt ist im April 2020 gestartet und läuft über 42 Monate.

PeroCUBE hat zwei Hauptziele:

  • die Entwicklung von effizienten und kostengünstigen Lichtquellen, die den Eigenschaften natürlicher Lichtquellen nahekommen und
  • die Unterstützung der Entwicklung von stabileren, nachhaltigeren, effizienten und kostengünstigen Solarmodule.

 

Durch die Kombination dieser beiden vielversprechenden Technologien möchte das Konsortium eine neue Generation von Standards für die visuelle Lichtkommunikation (VLC) und LiFi (light fidelity,) entwickeln, die den Anwendungsbereich für Human Centric Lighting, Datenübertragung, Wearables und IOT-Anwendungen maßgeblich erweitern wird.

Schwung für die europäische Beleuchtungsindustrie

Die Partner im Konsortium sind sich einig, dass das Projekt die Entwicklung von opto-elektronischen Bauelementen auf Perowskit-Basis einen Schritt weiterbringen wird. Innerhalb PeroCUBE werden großflächige Beleuchtungspanels (PeLEDs) entwickelt, die eine homogene Beleuchtung entsprechend dem Konzept der humanzentrierten Beleuchtung bieten. Solche Bauelemente sollen ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen und der europäischen Industrie helfen, ihre industrielle Führungsposition im Bereich Beleuchtung zu behaupten. Dies soll der Branche neue Türen öffnen. Dr. Sylvain Nicolay von CSEM dazu: »PeroCUBE wird den Nachweis erbringen, dass die spezifische Klasse von Perowskit-Materialien tatsächlich in kommerziellen Objekten wie Leuchtpanels und Wearables eingesetzt werden kann.«

Neben dem Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP und der Technischen Universität ist auch Aura Light Italia an dem Projekt beteiligt.

www.fep.fraunhofer.de
Projektbeschreibung (englisch)


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