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Per App zum persönlichen Licht

Lichtinseln laden in Bingen zum Verweilen ein

Auf einen Blick

Geht es um Stadtmarketing mit Licht, so kommen leider die Nutzer öfters viel zu kurz, da sie meist nicht eingebunden werden. Eine besonders schöne und interaktive Idee wurde in der Stadt Bingen am Rhein umgesetzt. In einer Fußgängerzone wurden Lichtinseln geschaffen, die den Besucher zum Verweilen einladen. Doch der Clou ist die interaktive Nutzung, denn der Nutzer kann selbst in das Geschehen eingreifen, in dem er per App die Helligkeit seinem Bedürfnis anpasst.

Der Bürgermeister-Neff-Platz ist in der Stadt Bingen einer der zentralen Plätze der Innenstadt. Der Verein für Stadtmarketing der Stadt, BUZ, entschloss sich, den Platz für Bewohner und Besucher attraktiver zu gestalten. Dazu sollte ein eigens entwickeltes Lichtkonzept den Platz insbesondere in der dunkleren Jahreszeit aufwerten. Das Stadtmarketing Bingen kam in diesem Zusammenhang mit Hans Henrich zusammen, Lichtplaner der Firma Lampen-Henrich. Die Lichtlösung sollte Zonen, die sich am Rande der Fußgängerzone befinden, optisch aufwerten, sodass sie zum Verweilen einladen und eine sinnvolle Ergänzung zur bestehenden Straßenbeleuchtung bieten. Wichtige Kriterien waren auch die Budgetierung und der Schutz der Leuchten vor Vandalismus.

Die von Hans Henrich entwickelte Lösung sah vor, mithilfe von LED-Spotlights einzelne »Lichtinseln« zu schaffen. Dazu wurde jeweils eine Leuchte auf jeden einzelnen Baum an der Südseite des Platzes befestigt, die die darunter befindliche Sitzbank in einem Radius von ca. vier Metern beleuchtet. Die Idee der Lichtinseln ist es, das eigene »Wohnzimmer« nach draußen zu holen und eine Atmosphäre zu schaffen, wie man sie von dort kennt, bspw. mit einer Leseleuchte. Hierzu wurden fünf Lichtinseln angelegt und miteinander verbunden.

Jede der »Lichtinseln« ist mithilfe einer App steuerbar. Somit kann jeder Nutzer durch sein Smartphone seine individuelle Lichtsituation kreieren.

Eine zentrale Herausforderung des Projekts war das Konzept für die Lichtsteuerung. Denn der Clou hierbei ist: Jede der Leuchten ist mithilfe einer App individuell steuerbar. So kann jeder Nutzer mithilfe seines Smartphones oder Tablets seine eigene Beleuchtungssituation schaffen – sei es, dass die Person mehr Licht zum Lesen benötigt oder eine gemütlichere Atmosphäre mit weniger Licht wünscht. Hierbei fiel die Wahl auf die Technologie von Casambi. Die Module sind nur etwa so groß wie eine Streichholzschachtel und dadurch fast nicht sichtbar. Außerdem lassen sich direkt via Bluetooth steuern, worüber jedes Smartphone verfügt. Somit sind die Leuchten, die Lichtsteuerung und der Anwender autark. Es werden keinerlei Router, Controller oder weitere Geräte benötigt.

Wenn auf dem Neff-Platz die App geöffnet wird, erscheinen fünf Netze, d.h. pro Sitzplatz und Baum wurde jeweils ein Netz mit einer Leuchte geschaffen. Dadurch lässt sich die Beleuchtung zwischen null und 100 Prozent dimmen. Das Dimmen der Leuchten erfolgt über 1-10V. Ist kein Nutzer in Reichweite des Netzwerks, laufen die Strahler auf 50 Prozent Lichtstärke. Einmal eingeloggt, kann kein weiterer Nutzer die Leuchte steuern. Jeder Spot besitzt ein eigenes offenes Netzwerk, über das die Leuchte individuell steuerbar ist. Die Installation der Casambi-App wurde so einfach wie möglich gehalten. Über einen an den Bänken angebrachten QR-Code lässt sich die Software direkt downloaden. Alle Casambis sind mit einem Timer so programmiert, dass sie sich nach 22 Uhr selbstständig abschalten, um die Anwohner nicht zu stören.

Erforderlich war es auch, in einem weiträumigen Außenbereich Lichtakzente zu setzen. Das Lichtsteuerungssystem musste daher widerstandsfähig gegenüber Wettereinflüssen sein, sich gleichzeitig aber problemlos in die Umgebung einfügen, ohne dabei allzu sichtbar zu sein.

Seit etwa eineinhalb Jahren sind die Lichtinseln in Betrieb und werden laut Hans Henrich bei Touristen wie Einheimischen unterschiedlichen Alters gut genutzt, insbesondere auch bei Veranstaltungen in der Stadt. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist auch, dass die Menschen innerhalb der Lichtinseln mehr Sicherheit und Orientierung verspüren. Das Projekt, kabellos steuerbares Licht im öffentlichen Raum für Jedermann zu installieren, ist europaweit das Erste seiner Art.

Mit dem »CBU-ASD Modul« von Casambi wurde ein offener Standard gesetzt, der es ermöglicht, innerhalb von Minuten die bestehende Beleuchtung herstellerübergreifend mit einer kabellosen LED-Steuerung nachzurüsten.

Weitere Informationen:

Steuerung: 5x Casambi »CBU-ASD« für 1-10V, www.casambi.com
Leuchten: 5x LED-Spotlights LEDS-C4 Hubble mit 20W/1458lm, 3.000 K, www.leds-c4.com
Konzeption und Umsetzung: Hans Henrich, Lampen-Henrich in Bingen, www.daslichthaus.com
Weitere Projektbeteiligte: BUZ – Bingen Unternehmen Zukunft Stadtmarketing e.V., www.buz-bingen.de


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