| LICHT 10/2009 | |
| Editorial |
... und die Diskussion geht immer weiter ...Liebe Leserin, lieber Leser, nun startet die neue Lichtsaison mit viel künstlichem Licht, weil die Sonne leider immer schwächer wird und deshalb zeigen wir einige Beispiele zum Thema »Gesundheit« und »Wellness«, was ja eng zusammengehört. Es geht in den Beiträgen um gute Stimmung, die auch durch Farben erzeugt wird. Es gibt z. B. farbige »Regenwolken« und tolle Lichteffekte und natürlich ist viel von LED-Technik die Rede! Und damit sind wir bei dem Thema, welches überall und immer wieder zum Teil sehr unsachlich, teilweise sogar agressiv diskutiert wird. Auch ich finde nicht alle Energiesparlampen gut, aber auch nicht alle Glühlampen! Viele Energiesparlampen und das habe ich persönlich ausprobiert haben eine Lichtwirkung fast wie die Glühlampe! Setzt man eine Energiesparlampe und eine Glühlampe in eine Leuchte mit Schirm, so kann man fast keinen Unterschied feststellen. Man muss natürlich die richtigen Lichtfarben aussuchen oder energiesparende Halogenlampen nehmen, die sind funkelnd und brillant! Und natürlich lassen sich auch energiesparende Kerzenlampen einsetzen ... und zu einem gemütlichen Essen gibt es ja auch noch stimmungsvolles Kerzenlicht!«
Doch damit Sie alle genauestens informiert sind, folgen anschließend einige offizielle Pressemeldungen zu diesem Thema. Am 1. 9. schrieb der ZVEI: Glühlampen verschwinden, energieeffiziente Lampen kommen Seit 1. September dürfen in Folge der europäischen EuP-Verordnung herkömmliche mattierte und klare Glühlampen ab 100 Watt nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Schrittweise folgen bis 1. September 2012 Verbote für schwächere Lampen. Privathaushalte in Deutschland könnten nach Schätzungen des ZVEI mit energieeffizienter Beleuchtung wie Halogenlampen oder LED-Beleuchtung 1,3 Mrd. Euro einsparen und die Umwelt um bis zu 4,5 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr entlasten. Denn Glühlampen wandeln nur fünf Prozent des Stroms in Licht um, der Rest verpufft als Wärme. Daher könnten bis zu 75 Prozent der Stromkosten für die Beleuchtung mit energieeffizienten Lampen eingespart werden. Meldungen, wonach Energiesparlampen die angegebene Lichtleistung nicht erreichen, kritisierte der ZVEI als methodisch unzureichend. Selbst unter den ungünstigen Annahmen z. B. der Zeitschrift Ökotest verbrauchen die neuen Leuchten erheblich weniger Strom als herkömmliche Glühlampen. Warnungen vor Gesundheitsbeeinträchtigung gegenstandslos Der ZVEI wies auch die Behauptung zurück, von Energiesparlampen gingen Gesundheitsgefahren aus. Amtliche Studien kommen unabhängig voneinander zu dem Schluss, Energiesparlampen sind unbedenklich. Zuletzt hat das auch das Bundesamt für Strahlenschutz bestätigt. Eine Studie im Auftrag des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit stellte fest, dass Lampen im Vergleich zu anderen elektrisch betriebenen Geräten eine unbedeutende elektromagnetische Quelle sind. »Wir finden es verantwortungslos, dass vom Kauf von Energiesparlampen als Ersatz für Glühlampen abgeraten wird. Sie sind die durchgängig bessere Lösung als Glühlampen und eindeutig eine ökologisch sinnvolle Alternative«, betonte Dr. Jürgen Waldorf, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Elektrische Lampen. Am 26. 8. schrieb der ZVEI: Keine Gesundheitsrisiken bei Energiesparlampen Beim normalen Gebrauch von Energiesparlampen bestehen entgegen irreführenden Pressemeldungen keine gesundheitlichen Gefahren. Amtliche Studien kämen unabhängig voneinander zu dem Schluss, Energiesparlampen seien völlig unbedenklich. Auch vom Quecksilber, das in Energiesparlampen enthalten ist, gehe keine Gefahr aus. Die Menge sei gering und werde nur freigesetzt, wenn die Lampe zerbricht. Bei richtiger Entsorgung gebe es keine Gefahren. Quecksilber falle auch bei der Stromerzeugung an. Herkömmliche Glühlampen bedeuteten deshalb wegen ihres vielfach höheren Stromverbrauchs mehr Quecksilberfreisetzung. (www.licht.de)
Der Philips Deutschland-Chef Wente sagte: Diskussion zum Glühlampenende geht vielfach am Thema vorbei Das durch die EU-Energieeffizienzanforderungen näher kommende Ende der Glühlampen führt nach Ansicht von Andreas Wente, Vorsitzender der Geschäftsführung von Philips in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zu öffentlichen Diskussionen, die meist die tatsächliche Thematik verfehlen. »Immer wieder wird stark polarisiert. Glühlampe gegen Energiesparlampe dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass es verschiedene weitere energieeffiziente Alternativen zur Glühlampe gibt«, so Wente. Neben Halogenlampen, die es auch in Glühlampenform gibt und die 30 oder 50 Prozent effektiver sind als Glühlampen, sind dies besonders Lichtlösungen auf Basis von Leuchtdioden (LED). Für den Deutschland-Chef dieses Unternehmens sind Halogenlampen besonders dann eine gute Alternative, wenn es darum geht, einen 1:1-Ersatz zur Glühlampe zu finden, der atmosphärisch identisches Licht erzeugt und dimmbar ist. »Wer unbedingt an traditioneller Beleuchtung festhalten will, sollte also Halogenlampen statt Glühlampen verwenden«, empfiehlt Wente. »So lassen sich ohne Qualitätseinbußen sofort mindestens 30 Prozent Energie einsparen und die Lebensdauer von Halogenlampen ist auch noch länger als die der Glühlampen.« Die wahre Zukunft der Beleuchtung sieht man in der LED-Technologie, denn LEDs sparen je nach Anwendung 80 bis 90 Prozent Energie ein, halten länger als Glühlampen und sind durch ihre geringere Größe sehr flexibel einsetzbar. Durch Technologie-sprünge in den vergangenen Monaten erzeugen manche LED-basierte Lampen inzwischen ein warmes Licht, das einer 40-Watt-Glühlampe entspricht. Der tatsächliche Stromverbrauch liegt aber nur bei sieben Watt. Damit kann eine LED-Lampe zwar noch keine der jetzt vom Markt verschwindenden 100-Watt-Glühlampen ersetzen, doch das sei auch gar nicht notwendig. »Früher wurde nur mit einer zentralen Leuchte, meist in der Mitte der Zimmerdecke positioniert, der ganze Raum beleuchtet. Um einen Raum gut auszuleuchten, reicht eine einzige Leuchte allein jedoch nicht aus. Gute Beleuchtung entsteht vielmehr durch eine sorgfältige Zusammenstellung aus vielfältig im Raum platzierten Lichtquellen. Manche Lampen erzeugen Atmosphäre, andere sind Leselichter oder illuminieren bestimmte Einrichtungsgegenstände. Die von einer 100-Watt-Glühbirne erzeugte Helligkeit aus einer einzigen Lampe ist kein zeitgemäßes Lichtkonzept für Wohlfühlatmosphäre mehr. Daher sind LED-Lampen und -Leuchten heute schon reif für fast alle Anwendungen in der Allgemeinbeleuchtung. Die Herausforderung, die LED-Lampen zum Massenprodukt zu machen, sieht Manager Wente derzeit noch bei den Preisen. Philips bietet z. B. LED-Lampen ab 20 Euro aufwärts an. »Das ist viel Geld, besonders wenn man vor dem Verkaufsregal steht und herkömmliche Lampen im Nachbarregal nur einen Bruchteil davon kosten. Dass LEDs 15, 25 oder gar 50 Mal so lange halten und ihren Mehrpreis viele Male über Einsparungen bei der Stromrechnung wieder einspielen, wird meist nicht bedacht. Konsumenten entscheiden kurzfristig.« Doch der Wechselprozess ist für den erfahrenen Marktkenner nur eine Frage der Zeit, denn mit dem Vorantreiben von Technologiewechseln kennt man sich bei Philips gut aus. »Vor wenigen Jahren haben wir erlebt, wie der Markt für TV-Geräte sich komplett verändert hat. Innerhalb von nur fünf Jahren nämlich von 2003 bis 2008 wurde aus einem Markt der Bildröhrengeräte ein Markt der Flachbildfernseher. Auch hier ging der Wechsel von der Glas- zur Festkörpertechnologie nach einem etwas zähen Anlaufen letztendlich sehr schnell.« Einen gravierenden Unterschied zwischen dem TV- und dem Lampenmarkt sieht Wente dann doch. »Hamsterkäufe gab es bei Bildröhrenfernsehern nicht. Niemand kam auf die Idee, sich ein derartiges Altglaslager anzulegen. Das ist im Lampenmarkt anscheinend anders. Das so genannte Verbot scheint zu bewirken, dass sachliches Nachdenken vermieden wird.«. (www.philips.de)
Bundesamt für Strahlenschutz: Energie-sparlampen sind nicht bedenklich Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt grünes Licht für Energiesparlampen. Wie die Behörde auf ihrer Internetseite mitteilt, sei der Einsatz von Sparlampen für allgemeine Beleuchtungszwecke im Haushalt nicht bedenklich. Die von den Lampen abgegebene optische Strahlung sowie die elektrischen und magnetischen Felder halten die internationalen Grenzwertempfehlungen ein (www.bfs.de). Im Oktober 2010 startet die belektro in Berlin und auch dort sind wir wieder dabei Viel Spaß bei der Lektüre und freuen Sie sich schon auf das festliche Doppelheft im Dezember mit Beiträgen über Hotel- und Restaurantbeleuchtung, schöne Shops und herrliche Kirchen, viele OLEDs und viel schickes Design
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