| LICHT 09/2009 | |
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Sauberes Licht, sauber recyceltFachgerechte Entsorgung komplettiert die positive Umweltbilanz der Energiesparlampe |
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Fotos: Initiative »Sauberes Licht, sauber recycelt.« |
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Zum 1. September 2009 ist die Ökodesign-Richtlinie der Europäischen Union in Kraft getreten. Damit wurde der Abschied von ineffizienten Beleuchtungsmitteln eingeleitet.
Bereits heute nutzen 80% der Deutschen Energiesparlampen. Sie kennen die Vorteile für Umwelt, Klima und nicht zuletzt den eigenen Geldbeutel, die sich dadurch ergeben. Doch um die Bedeutung der richtigen Entsorgung wissen immer noch zu wenige Verbraucher. Dabei komplettiert erst die Rückgabe bei einer der 1500 Sammelstellen bundesweit die Ökobilanz der Energiesparlampe. Dadurch wird sichergestellt, dass wichtige Bestandteile der Sparlampen im Wertstoffkreislauf bleiben. Zudem gelangt die geringe Menge Quecksilber, die in den Lampen verarbeitet ist, nicht in die Umwelt, da sie in den Recyclinganlagen fachgerecht entnommen wird.
Energiesparlampen sparen Strom, sie schonen das Klima und den Geldbeutel. Das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch wissen immer noch zu wenige Verbraucher, dass sie auch mit einer ausgedienten Energiesparlampe noch etwas für die Umwelt tun können: mit der fachgerechten Rückgabe. Dadurch landen die Sparlampen am Ende im Recycling, ihre Bestandteile verbleiben im Wertstoffkreislauf. Das Bewusstsein hierfür zu schärfen ist von zentraler Bedeutung denn immer mehr Deutsche verwenden Energiesparlampen.
80% der Deutschen nutzen Energiesparlampen, jeder Sechste setzt zu Hause sogar ausschließlich auf Sparlampen so lauten die Ergebnisse einer unlängst veröffentlichten repräsentativen Umfrage von »Sauberes Licht, sauber recycelt.«, einer Initiative der Lampenhersteller. Zudem, so zeigen die Zahlen, sind die Anwender mit der Technik sehr zufrieden: Rund vier von fünf Nutzern wollen in ihrem Haushalt künftig Energiesparlampen in die Fassung drehen.
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In dieser Recyclinganlage werden Energiesparlampen und Leuchtstofflampen im Schredder- und im Kapp-Trenn-Verfahren verarbeitet. Metallteile landen in der Metallverwertung, Glas geht zurück in die Lampenglasproduktion oder wird im Bausektor weiter verwendet. | ![]() |
Altlampen gehören in die Sammelstelle nur so können ihre Bestandteile recycelt werden und das in geringen Mengen enthaltene Quecksilber gelangt nicht in die Umwelt. |
EU fordert mehr Effizienz
Vorangetrieben wird diese Entwicklung auch durch das Inkrafttreten der Ökodesign-Richtlinie der Europäischen Union. Diese sieht seit dem 1. September 2009 den schrittweisen Abschied von ineffizienten Beleuchtungsmitteln bis 2016 vor. Modernes Licht von Energiesparlampen statt Glühlampen heißt es also in den Haushalten nicht nur in Deutschland, sondern in allen 27 Ländern der Europäischen Union.
Sparlampen schonen Klima, Umwelt und den Geldbeutel. Denn sie verbrauchen bis zu 80% weniger Strom als herkömmliche Glühlampen, verursachen entsprechend eine wesentlich geringere Menge des klimaschädlichen CO2 und leuchten bis zu 15-mal länger. Komplettiert wird diese positive Bilanz durch ein fachgerechtes Entsorgen der Sparlampen. Dadurch wird sichergestellt, dass deren Bestandteile im Wertstoffkreislauf bleiben. Zudem gelangt die geringe Menge Quecksilber, die in den Lampen enthalten ist, so nicht in die Umwelt.
Doch zu vielen Privatverbrauchern ist die Wichtigkeit der richtigen Entsorgung noch nicht bewusst. Zwar wissen mittlerweile sechs von sieben Deutschen, dass die Lampen nicht in den Hausmüll gehören. Doch in der Umfrage konnten nur 40% die richtige Anlaufstelle für ausgediente Sparlampen, den Wertstoffhof und die Sammelstelle, nennen.
Bewusstsein der Verbraucher schärfen
»Den größten Umweltnutzen entfalten Energiesparlampen dann, wenn sie fachgerecht entsorgt werden«, sagt Frank Rosner, Chef der Initiative »Sauberes Licht, sauber recycelt.«. Die Initiative der Lampenhersteller hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, mit dem Aufruf »Setze Lichtzeichen« das Bewusstsein der Verbraucher für den richtigen Umgang mit Energiesparlampen zu schärfen vom Kauf bis zur Entsorgung.
Der kürzeste Weg zur nächsten Sammelstelle führt dabei über die Internetseite www.lichtzeichen.de. Wer dort seine Postleitzahl oder seinen Wohnort eingegeben hat, weiß sofort, wo er seine ausgediente Energiesparlampe abgeben kann.
Sparlampen sind Elektronik-Altgeräte
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Gemäß dem Elektrogesetz aus dem Jahr 2006 gelten ausgediente Gasentladungslampen als Elektronik-Altgeräte. Entsprechend müssen sie getrennt gesammelt und entsorgt werden. Zuständig für die fachgerechte Sammlung und Wiederverwertung sind die Hersteller. Das 2005 von ihnen gegründete, nicht gewinnorientierte Unternehmen Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH organisiert ein flächendeckendes Rücknahmesystem. Private Verbraucher können ihre Energiespar- und Leuchtstofflampen kostenfrei bei einer der bundesweiten Sammelstellen abgeben. Dazu zählen zunächst die mehr als 1000 kommunalen Sammelstellen auf Wertstoffhöfen. Zusätzlich gibt es rund 400 freiwillige Sammelstellen, zum Beispiel bei gewerblichen Entsorgern, die Vertragspartner von Lightcycle sind und Lampen ebenfalls kostenfrei entgegennehmen.
Zahl der Sammelstellen wächst
Die Initiative »Sauberes Licht, sauber recycelt.« hat es sich zum Ziel gesetzt, den Verbrauchern Informationen zum Thema Energiesparlampen und deren korrekter Entsorgung bereitzustellen sowie im Hinblick auf die angestrebte Steigerung der Rücknahmequote auch die Zahl der Sammelstellen weiter zu erhöhen etwa durch Kooperationen mit Kommunen oder dem Einzelhandel. Immer mehr Händler entsorgen bereits alte Energiesparlampen für ihre Kunden. Im Frühsommer hat beispielsweise die Stadt Heidelberg ein Projekt gestartet, das es Bürgern ermöglicht, zusätzlich zu den Gemeindesammelstellen auch in Baumärkten und Möbelhäusern ihre Lampen zurückzugeben. Und auch die Zahl öffentlicher Einrichtungen, die alte Energiesparlampen aus privaten Haushalten entgegen nehmen, wächst laufend. In Sachsen etwa geht die Stadt Freiberg als leuchtendes Beispiel voran. Dort wurde Mitte August die erste Sammelbox im Rathaus aufgestellt, die den Freibergern die Rückgabe von Energiespar- und Leuchtstofflampen erleichtert mitten im Stadtzentrum.
Ende im Glasbruchwaschverfahren
Auch in Essen steht eine große Gitterbox voll mit Energiesparlampen. Sie allerdings hat schon den Weg auf die Rampe der Recyclinganlage hinter sich: Mattierte und gebogene Glasröhren, weißes Plastik und metallische Fassungen glänzen in der Box. Stück für Stück wandern die Lampen von hier aus in den Schlund der Maschine, dann ist nur noch das laute Geräusch von berstendem Glas zu hören. Unten springen Metallteile in eine bereitgestellte Kiste, Wasser rauscht, Glasbruch rollt in gleichmäßigen Scherben unter einer Trockenanlage hervor und landet in einem großen Sammelbehälter. Hier, im so genannten Glasbruchwaschverfahren, endet der lange Lebenszyklus einer Energiesparlampe und ein neuer beginnt. Denn das Glas kommt anschließend wieder in der Produktion zum Einsatz, andere Bestandteile werden zum Beispiel in der Bauindustrie verwendet. Aus dem Waschwasser setzt sich in einem Sedimentationsbecken das Leuchtstoffpulver ab, danach kommt ein spezielles Destillationsverfahren zum Einsatz, das das Quecksilber abtrennt. Es kann in 99,99%-iger Reinheit wiedergewonnen und für technische Anwendungen eingesetzt werden.
Fast 5000 Lampen pro Stunde
Im vergangenen Jahr hat Lightcycle 13882 Gitterboxen eingesammelt, zudem 6300 spezielle Paletten für den bruchsicheren Transport von Gasentladungslampen. Darin enthalten: 41,5 Millionen Lampen mit einem Gesamtgewicht von insgesamt 7900t. Das heißt: Pro Stunde wurden im vergangenen Jahr in Deutschland fast 5000 Altlampen fachgerecht entsorgt. Gegenüber 2007 bedeutet das ein Plus von 17%, im Vergleich zu 2006 sogar eine Steigerung der Sammelmenge um 51%.
Holservice für Großverbraucher
Ein großer Anteil dieser Gasentladungslampen kommt von gewerblichen Nutzern. Bei den Großverbrauchern mit mehr als 4000 Altlampen im Jahr holt Lightcycle diese kostenfrei ab und führt sie dem Recycling zu. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen ist dieses separat organisiert und liegt in den Händen der Verwertungskonsortien LARS (Lampen Recycling und Service GmbH) und OLAV (Osram Lampenverwertung). Die stehen wiederum in Kontakt mit den Recycling-Vertragspartnern vor Ort. Dort werden neben dem Glasbruchwaschverfahren auch andere Methoden der Wiederverwertung angewandt, etwa das Schreddern, die zentrifugale Separation oder das Kapp-Trenn-Verfahren. Bei allen ist neben der Wertstoffgewinnung vor allem eines wichtig: Zu verhindern, dass das in geringer Menge enthaltene Quecksilber in die Umwelt gelangt.
Umweltsieger in jeder Hinsicht
Die in Energiesparlampen enthaltene Menge an Quecksilber ist sehr gering: Maximal 5mg des Schwermetalls sind darin verarbeitet, moderne Modelle kommen sogar mit nur 2mg pro Lampe aus. Trotz des geringen Anteils: Für die Funktionsweise von Energiesparlampen hat das Quecksilber eine zentrale Bedeutung. Beim Anlegen von Spannung setzt es Energie in Form von UV-Strahlung frei, die durch die Leuchtstoffbeschichtung in sichtbares Licht verwandelt wird.
Herkömmliche Glühlampen enthalten zwar kein Quecksilber, dennoch sorgen sie für mehr Quecksilber-Emissionen. Denn der größte Teil des Quecksilbers, das Jahr für Jahr ins Ökosystem gelangt, wird bei der Stromerzeugung in Kohlekraftwerken ausgestoßen. Diese müssen mindestens das Vierfache an Leistung bringen, um eine Glühlampe statt einer Energiesparlampe zum Leuchten zu bringen. Dadurch geraten auch mehr Schadstoffe in die Atmosphäre.
Viele Vorbehalte sind Vorurteile
Nicht nur in Hinblick auf das Quecksilber gilt: Die Vorbehalte gegenüber Energiesparlampen erweisen sich am Ende meist als Vorurteile. Wie die aktuellen Umfragezahlen zeigen, sind diejenigen, die zu Hause bereits auf Energiesparlampen setzen, von dieser Technik überzeugt. Die Aussage, das Licht von Sparlampen sei kalt und ungemütlich, weisen 94% der Nutzer zurück. Denn im Handel gibt es nicht nur für die verschiedenen Fassungen und Leuchtentypen vom Kronleuchter bis zur Nachttischlampe die richtige Lampenform, auch Lampen mit ganz verschiedenen Farbtemperaturen für nahezu jede Stimmungslage und Beleuchtungssituation, ob am Arbeitsplatz oder in der gemütlichen Leseecke, sind verfügbar.
»Lichtzeichen setzen das ist heute so einfach wie nie. Unsere Initiative ›Sauberes Licht, sauber recycelt.‹ möchte Verbraucher über alle Themen im Zusammenhang mit der Energiesparlampe umfassend informieren. Eine deutschlandweite Anzeigenkampagne und Kooperationen vor Ort sorgen für die notwendige Aufmerksamkeit«, erklärt Frank Rosner das Engagement der Lampenhersteller. Und resümiert: »Nur wer Energiesparlampen nutzt und sie sauber entsorgt, kann ein Lichtzeichen setzen für mehr Umwelt- und Klimaschutz.«
Mehr Informationen im Internet unter www.lichtzeichen.de
LICHT 09/2009