LICHT 01-02/2009 zurück
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Konsequent ökologisch

»Green Offices« in Givisiez CH mit dem Minergie-P-Eco-Label zertifiziert

Jörg Korper

Jörg Korper, Leiter Unternehmens-Kommunikation, Herbert Waldmann GmbH & Co. KG, Villingen-Schwenningen,
Werkfotos: Waldmann

In wenigen Tagen waren die 450 m3 Weißtannenholz aus der Region von Semsales in der Schweiz verarbeitet, die für den Bau der »Green Offices« verwendet worden sind. Außer dem Fundament und den Wänden des Untergeschosses ist in diesem Gebäude alles aus Holz. Es ist ein Projekt des Architekten Conrad Lutz und wurde als erstes Gebäude der Schweiz mit dem höchsten ökologischen Qualitätslabel zertifiziert.



Links: Entgrenzte Raumgestaltung für mehr Kommunikation und effizientere Arbeitsprozesse. Auf allen Ebenen spielt dabei das Licht eine zentrale Rolle.
Rechts: Lichtdurchflutete Räume fördern das Wohlbefinden und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Tageslicht und intelligente Indirekt/Direkt-Stehleuchten sind synergetisch verbunden.

Nahezu täglich erreichen uns beunruhigende Meldungen zum Thema Energie. Die weltweit verfügbaren Ressourcen werden spürbar knapper oder künstlich verknappt, die Verbrauchs- bzw. Bedarfskurven jedoch bewegen sich steil nach oben. Al Gore, der ehemalige Vizepräsident und Präsidentschaftskandidat, hat in seinem Film »Eine unbequeme Wahrheit« die globalen Konsequenzen aufgezeigt, die mit unvermindertem Energieverbrauch einhergehen. Alles deutet darauf hin, dass es höchste Zeit ist, den Katastrophenkurs zu verlassen und neue Wege einzuschlagen. Als Vorreiter für eine vernünftige Energiepolitik haben sich unsere Schweizer Nachbarn mit ihrer Minergie-Initiative profiliert. Die verschiedenen Zertifizierungen sind den Anforderungen entsprechend abgestuft und übertreffen deutlich die Kriterien anderer Energiesparprogramme. Die höchste Stufe, das Minergie-P-Eco-Label, konnte als Erster der Architekt Conrad Lutz aus Freiburg CH für seine »Green Offices« in Givisiez CH erreichen. Gleich mehrere Ziele verfolgte der anerkannte Experte für ökologisches Bauen mit diesem Projekt. Die Architektur sollte im Einklang mit der Natur stehen und der heute weitgehend praktizierten, fortschreitenden Entfremdung urbaner Bauten entgegenwirken. Weiterhin galt es, ein Gebäude mit einer absolut positiven Öko-Bilanz insbesondere unter Einbeziehung der grauen Energien zu realisieren.


Das begehrte Schweizer Minergie-Label wird ausschließlich an Produkte und Projekte vergeben, die die anspruchsvollen ökologischen Kriterien nachhaltig erfüllen.
Weitere Informationen: www.minergie.ch

Was damit gemeint ist, zeigen einige beeindruckende Beispiele.

So werden für die Herstellung eines 4 m2 großes Holzfensters 1340 kWh, für ein Fenster aus Holz und Aluminium 5650 kWh und 5000 kWh für eine Ausführung in PVC verbraucht. Noch eklatanter ist der Vergleich bei der Wandfarbe. Für 100 m2 benötigt man für die Erzeugung einer Kalk-Wandfarbe 18 kWh, aber mehr als 1000 kWh, wenn man eine Acryl-Dispersionsfarbe einsetzt. Beeindruckend auch das Beispiel anhand eines 2,60 m hohen Pfeilers, der eine Last von 90 Tonnen trägt.

Bei einer Stahlausführung werden für die Herstellung 1900 kWh verbraucht, bei einem Holzträger nur 150 kWh. Wenn der Unterschied zu einem Betonpfeiler auch gering ist – 170 kWh – so ist er jedoch auf der CO2-Ebene bedeutend größer, denn er gibt 42 kg ab, während das Holz 122 kg aufnimmt. Die Reihe ließe sich weiterführen. Conrad Lutz hat mit den »Green Offices« bewiesen, dass ökologisch nachhaltiges, energieeffizientes Bauen ohne Abstriche möglich ist. Alle notwendigen Materialien und Fertigungsprozesse sind verfügbar und, was die Legende vom teuren Öko-Bauen betrifft, das gesamte Projekt wurde im Vergleich zu herkömmlichen Bauten kostenneutral realisiert.



Links: Blendfreies Licht fördert die Konzentration und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Die installierten Waldmann Stehleuchten TYCOON mit integriertem PULSE-Lichtmanagementsystem lassen sich auf zwei individuelle Lichtniveaus einstellen. Gleichzeitig regeln sie automatisch je nach Sonneneinstrahlung die Lichtleistung. Die ebenfalls aktivierte Präsenzautomatik vervollständigt das Energiesparprogramm dieser Leuchte.
Rechts: Um die Kompetenzen der Mitarbeiter zu potenzieren, ist eine kontinuierliche Interaktion und Kommunikation unverzichtbar. In allen Etagen der »Green Offices« sind entsprechende Zonen eingerichtet. Zentraler Treffpunkt für alle Mitarbeiter und Gäste ist die Cafeteria im Erdgeschoss, die auch für Versammlungen, Vorträge und Ausstellungen genutzt wird.

Konkret sind die »Green Offices« ein kompakter Baukörper, der auf drei Etagen 1300 m2 Büroflächen anbietet. Interessant sind in diesem Zusammenhang die vorangestellten soziokulturellen Ziele, denn neben dem Atelier Lutz sind noch andere ökologisch orientierte Firmen in dem Gebäude integriert. Ziel ist es, die daraus entstehenden Synergien zu bündeln und die Kompetenzen kontinuierlich zu erweitern.

Die Mitarbeiter schätzen die angenehme Atmosphäre und die durchdachte Konfiguration der Räumlichkeiten.

Die einzelnen Arbeitsplätze sind so gestaltet und ausgestattet, dass eine persönliche Sphäre entsteht, die konzentriertes Arbeiten ermöglicht und fördert. Gleichzeitig bietet die offene Struktur im Innern des Gebäudes zahlreiche Kommunikationsebenen.

Die Beleuchtung der Arbeitsplätze hatte sich in die Gesamtkonzeption so einzufügen, dass einerseits die funktionalen, individuellen Sehaufgaben der einzelnen Mitarbeiter perfekt erfüllt werden können und andererseits gebäudetechnische Erfordernisse abgedeckt sind.
In diesem Kontext wurde das Prinzip der Nachhaltigkeit konsequent als Entscheidungskriterium definiert. Konkret bedeutet dieses Denken in Systemen z. B. die kompromisslose Minimierung des Energieaufwandes bei gleichzeitg beispielhaftem Lichtkomfort.




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Natürlicher Lichtkomfort mit intelligenter Technologie am Beispiel der Pendelleuchte TYCOON.

a: Verbindendes Element der im Gebäude der »Green Offices« etablierten Firmen ist das ökologische Denken. Die Synergien dieser konzentrierten Kompetenzen erweitern die Gestaltungsmöglichkeiten eines neuen Umweltbewusstseins.
b: Die drei offenen Etagen sind mit einem weiträumigen Treppenhaus verbunden. Die Beleuchtung erfolgt über einen groß dimensionierten Lichtschacht im Dach und wird mit vertikal installierten Rohrleuchten ergänzt.
c: Anstelle herkömmlicher Zellenstrukturen wurden offene Arbeitsetagen geschaffen.

Tageslicht und künstliche Beleuchtung sind dabei in allen Anwendungsbereichen durch technologische Systeme symbiotisch verbunden.

Das Ideal des entgrenzten, lichtdurchfluteten Raums, der positiv motiviert, Kommunikations- und Arbeitsprozesse fördert und ein tief empfundenes Wir-Gefühl auslöst, ist in den Bürokonstellationen konsequent realisiert.

Ein hoher Tageslichtanteil in den Arbeitsräumen fördert jedoch nicht nur das Wohlbefinden und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter, sondern spielt auch unter energetischen Gesichtspunkten eine Schlüsselrolle.
Unter diesen Vorzeichen war die Aufgabenstellung für die künstliche Arbeitsplatzbeleuchtung klar definiert:

Hoher Lichtkomfort, der die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Mitarbeiters berücksichtigt und eine intelligente Lichttechnik, die automatisch und tageslichtabhängig die Lichtintensität an jedem Arbeitsplatz regelt bzw. steuert.

Aufgrund dieser Anforderungen kamen Varianten der Waldmann Steh- und Pendelleuchten TYCOON mit integriertem Lichtmanagementsystem PULSE zum Einsatz.

Die klare Leuchtengeometrie, das angenehme, blendfreie Licht und der spezielle Lichtgestaltungskomfort fanden bei Planern und Anwendern einhellige Zustimmung. Insbesondere die Möglichkeit, für jeden einzelnen Mitarbeiter direkt am Arbeitsplatz zwei unterschiedliche Lichtniveaus individuell einstellen zu können, wurde als einzigartig empfunden.

Objektinformationen
Bauherr + Architekt: Conrad Lutz architecte sàrl, Givisiez CH
Beleuchtung: Waldmann Lichttechnik GmbH, Küttigen CH

Werkfotos: Waldmann www.waldmann.com


LICHT 01-02/2009

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