LICHT 07-08/2008 zurück
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Farbe für den Operationssaal

Innovatives Beleuchtungskonzept von Trilux als Unterstützung für sanfte Medizin

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Text und Fotos: Trilux GmbH & Co. KG, Arnsberg

Stressminderung rund um Operationen, unter diesem Motto stand die lichttechnische Sanierung der Orthopädischen Klinik Markgröningen (Fotos 1–5). Als eine der ersten Kliniken in der Bundesrepublik setzt die Klinik in Markgröningen neben modernster OP-Technik auch auf innovative Lichtstimmungen. Noch recht jung ist die Forschung, die sich mit den positiven Auswirkungen von Licht und speziell farbigem Licht auf den menschlichen Körper beschäftigt. Fest steht aber bereits in diesem Stadium, dass der Organismus auf entsprechende Reize reagiert und somit auch beeinflusst werden kann.


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TRILUX als Pionier mit farbigem Licht im Operationssaal

Für den Einsatz in Markgröningen wurde der Leuchtenhersteller TRILUX zu Rate gezogen. Bekannt als Anbieter von Lichtlösungen und intelligenten Beleuchtungssystemen wählte das renommierte Krankenhaus das Arnsberger Unternehmen. Installiert wurde eine so genannte RGB-Steuerung, die das komplette Spektrum der mit Licht darstellbaren Farben abdeckt. »Mit diesem System kann ein sehr großes Farbspektrum abgedeckt werden«, so Rafael Munoz, Leiter TRILUX Medizintechnik. Für ihn ist der Zusammenhang von farbigem Licht und medizinischen Einrichtungen auch nicht abwegig: »Die positiven Auswirkungen von Licht auf den menschlichen Körper sind wissenschaftlich erwiesen«, so Munoz. »Es wäre unsinnig, den positiven Einfluss nicht zu nutzen«. TRILUX selbst arbeitet seit mehreren Jahren in einem Forschungsprojekt mit der Berliner Charité zusammen, die genau diesen Aspekt der Medizin wissenschaftlich »beleuchtet«. So verwundert es auch nicht, dass TRILUX das erste Leuchtenunternehmen war, das in diesem Maßstab und Umfang mit farbigem Licht in der Medizintechnik gearbeitet hat.

Farbsteuerung mindert Stress beim Patienten

Die Orthopädischen Kliniken Markgröningen sind nicht das erste Objekt, in dem TRILUX farbiges Licht auch in aus medizinischer Sicht besonders sensiblen Bereichen einsetzt. In insgesamt drei Operationssälen kommt die Farbsteuerung zum Einsatz.
Für diese speziellen Einsatzgebiete musste TRILUX die hauseigene Abteilung für Sonderanfertigungen in Anspruch nehmen: »Aus medizin-hygienischen Gründen musste die Technik in so genannte Reinraumleuchten integriert werden«, erinnert sich Rafael Munoz. Dabei kam den Entwicklern das eigene, breit gefächerte Portfolio zu Gute: »Wir haben die Anlage in den Körper unserer Reinraumleuchte Modell 5543 eingebaut, die wir speziell für den Einsatz in Sterilbereichen konzipiert haben«, so Munoz.

Medizinischer Eingriff unter »Wohlfühl-Licht«

Konkret wird das innovative Lichtkonzept im Rahmen von ambulanten Operationen unter lokaler Betäubung eingesetzt. Dem Patienten steht es frei, in diesem Fall, die Lichtregie in die eigene Hand nehmen. Seinem eigenen Wunsch entsprechend, kann er für die Dauer der Operation den sterilen Raum in sein eigenes »Wohlfühl-Licht« tauchen. Auf diese Weise sollen durch die (relativ) angenehme Umgebung und das den eigenen Ansprüchen folgende Ambiente Stressfaktoren gemindert werden. Den medizinischen Anforderungen entsprechend muss die zu operierende Stelle natürlich »farblos« beleuchtet werden, die eine hohe Lux-Zahl aufweisen muss. In Markgröningen übernimmt diese Aufgabe eine moderne LED-OP-Leuchte.

Stimmiges Gesamtkonzept auch im Aufwachbereich

Das Farbkonzept wird auch im postoperativen Bereich aufrecht erhalten. Im Aufwachraum installierten die Arnsberger eine Lichtbandfigur aus abgehängten TRILUX BLUEmotion Leuchten. Für die ideale Anwahl der einzelnen Lichtfarben wurde eine Osram DALI-Easy Steuerung eingebaut, die hier aufgrund der Menge der Bettenplätze nicht vom Patienten selbst anwählbar ist. »Auf diese Weise setzen wir ein stimmiges Gesamtkonzept auch nach der OP fort«, so Munoz. Das Konzept in dieser technischen Ausführung hat sich in der Vergangenheit schon in zahlreichen Beleuchtungssystemen bewährt und garantiert auch in sensiblen, anspruchsvollen Bereichen ein Höchstmaß an Sicherheit und Zuverlässigkeit.

Ein Krankenhaus für Simulanten

Sicherheit und Zuverlässigkeit erwartet man selbstverständlich auch von medizinischem Personal, speziell bei den Ärzten. Dies zu gewährleisten ist Aufgabe einer qualitativ hochwertigen Forschung und Lehre an den Hochschulen. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von theoretischem Wissen. Im Vordergrund steht immer stärker die praktische Ausbildung. Das europaweit erste Studienhospital für Medizinstudenten betreibt die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster (Bilder 6–12).

Unter möglichst realistischen Bedingungen werden darin angehende Ärztinnen und Ärzte auf das Berufsleben vorbereitet. Neben der theoretischen Lehre in den Hörsälen der Westfalenmetropole steht gerade in der Medizin die Praxis im Fokus. Dazu gehört im neuen »Studienhospital Münster« – so die offizielle Bezeichnung der Einrichtung – neben ausgebildeten Schauspielern, die echte Patienten »simulieren«, auch eine perfekte und praxisnahe Ausstattung. TRILUX zeichnet für die medizinischen Versorgungseinheiten und die Beleuchtungstechnik des ersten Bauabschnitts verantwortlich.


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Erfahrungen gehen in Weiterentwicklung ein

»Die angehenden Mediziner finden so schon in ihrer Ausbildung die Ausstattung vor, mit der sie in den meisten Fällen auch im Krankenhausalltag arbeiten werden«, erklärt Rafael Munoz. Und auch für das eigene Haus sieht er einen Mehrwert: »Unsere Produkte werden auf diesem Weg perfektioniert, denn sämtliche Praxiserfahrungen gehen selbstverständlich in die Weiterentwicklung ein.« Dem Arbeitsalltag eines Mediziners entsprechend wurden die Räumlichkeiten ausgestattet. So gibt es Patientenzimmer für die Normal- ebenso wie für die Intensivpflege. »Nur wenn wir die Umgebung möglichst realitätsnah gestalten, können wir den Krankenhausalltag gut simulieren«, erklärt Dr. Thomas Bauer, Sprecher der Medizinischen Fakultät Münster. Er verweist auf die Forschungsliteratur, nach der das so genannte »situative Lernen«, also die Wissensvermittlung in einem »echten« Umfeld, den Lerneffekt immens steigere.


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Studenten unter Beobachtung

Die angestrebte Realitätsnähe umfasst dabei nicht nur die Zimmereinrichtung: Zahlreiche Details, wie die ausgelesene Zeitschrift auf dem Beistelltisch oder das in einem Glas abgelegte Gebiss, komplettieren das Ambiente. Wenn die Studierenden ins Studienhospital kommen, warten dort Puppen oder Simulationspatienten (Bild 12) auf sie. Bei ihren Praxiskursen stehen die künftigen Ärzte teils unter Beobachtung. Durch eine Spiegelwand können Dozenten und Kommilitonen verfolgen, was im Patientenzimmer passiert. Mit Hilfe einer Kamera am Kopfende des Bettes wird zudem die Perspektive des Patienten gezeigt. Die Zimmer wurden durchweg mit medizinischen Versorgungseinheiten von TRILUX ausgestattet. Auch hierdurch wird die Realitätsnähe gewährleistet – schließlich finden sich die Versorgungsschienen des nationalen Markführers in nahezu jedem Krankenhaus.

»Der aufwändige Einsatz von Schauspielern und Accessoires hätte wenig Sinn, würden wir nicht auch mit der Einrichtung und den Instrumenten aus dem Alltag arbeiten«, so Bauer. »Der Griff zum Licht- und Präsenzschalter muss ebenso selbstverständlich sein, wie das Wissen um die Nutzung medizinischer Gase aus den Versorgungseinheiten«.

Der erste Bereich des Studienhospitals mit seinen unterschiedlichen Pflegebereichen und seinen Seminarräumen wird schon täglich von Lehrenden wie Studenten genutzt. Zudem wird das Gebäude künftig auch Schauplatz medizinischer Fort- und Weiterbildung sein.

Trilux GmbH & Co. KG, Arnsberg


LICHT 07-08/2008

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