| LICHT 1-2/2008 | |
| ZUM TITELBILD |
![]() |
Ganzheitliche DimensionenIntegrierte Lichtkonzepte der Santander Consumer Bank in Mönchengladbach |
![]() |
Text: Jörg Korper
|
||
Immer wieder ist man überrascht, dass die großen Denker des Altertums die fundamentalen Wahrheiten unseres Daseins nicht nur bereits kannten, sondern diese auch in prägnanter und klarer Weise formulieren konnten. So ist aus biblischen Zeiten von König Salomon überliefert, dass Weisheit vonnöten sei, um ein Haus zu errichten und Verstand, um es zu erhalten. Eine treffliche Erkenntnis, zumal es heutzutage geniale Köpfe braucht, um bei der gigantischen Menge an Informationen, Restriktionen und Vorschriften das Ideal eines neuen Gebäudes auch zu verwirklichen. Genau dies scheint allerdings mit dem Neubau der Santander Consumer Bank in Mönchengladbach in einzigartiger Weise gelungen zu sein.
|
|
|
| Die bewusst urbane Charakteristik macht den gesamten Komplex der Santander Consumer Bank auch am Abend zu einem attraktiven Element Mönchengladbacher Stadtplanung. |
![]() |
|
|
|
Universelles, ganzheitliches Denken mit präzisen Zielsetzungen offenbart sich dem Betrachter nicht nur beim Anblick des gesamten Komplexes einschließlich der Außenanlagen. Viel mehr noch überzeugt die Vielzahl sorgsam abgestimmter Komponenten, die funktionale Strukturen mit ästhetischer Wertigkeit verbinden. Die Arbeitswelt »Büro« wird hier als ein Lebensraum gesehen, der Atmosphären schafft. Atmosphären, die die definierte Identität des Unternehmens widerspiegeln, die eine zieladäquate Motivation bei den Mitarbeitern fördern und die letztendlich alle Einflussfaktoren so optimieren, dass ein Mehr an Produktivität und damit nachhaltige Erfolge erzielt werden können.
|
|
||
![]() |
![]() |
![]() |
|
|
||
| Links: Entgrenzte Raumgestaltung für mehr Kommunikation und effizentere Arbeitsprozesse auf allen Ebenen spielt dabei das Licht eine zentrale Rolle. Mitte: Lichtdurchflutete Räume fördern das Wohlbefinden und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Tageslicht und intelligente Indirekt-/Direkt-Stehleuchten sind synergetisch verbunden. Rechts: Anstelle herkömmlicher Zellenstruktur wurden offene Arbeitsetagen geschaffen. Die Stehleuchte »tycoon« ergänzt den natürlichen Lichtkomfort mit maßgeschneidertem Kunstlicht. Das integrierte Lichtmanagementsystem »pulse« arbeitet tageslichtabhängig. |
||
|
|
||
Kern dieser Philosophie war und ist die Vorstellung, durch geeignete Maßnahmen und Einrichtungen die Mobilität insgesamt, aber auch die Mobilität jedes Einzelnen vehement zu verbessern. Getragen wird diese Strategie durch die Erkenntnis, dass Mobilität und Flexibilität in unserer auf Schnelligkeit ausgerichteten Zeit mehr denn je die entscheidenden Erfolgsfaktoren darstellen. Der Grundsatz »Beweglichkeit zeigen und schaffen« soll zusätzlichen Antrieb generieren, um die bereits exponierte Stellung als Finanzdienstleister im In- und Ausland weiter auszubauen.
Zur Umsetzung dieses Prinzips waren völlig neue Denkansätze erforderlich, die in allen Bereichen zu neuartigen Lösungen führten. Das fing bei den durch das Fraunhofer Institut analysierten und strukturierten Arbeitsinhalten und Abläufen an und führte über die architektonische Projektgestaltung bis hin zu innovativen Konfigurationen der Büromöbel bzw. der Ausstattung. Wenig Platz für individuelles Arbeiten aber viel sowie differenzierter Raum für Team- und Projektarbeit, Präsentationen und Konferenzen waren die Maxime.
|
|
||
| Links: »Denkerzellen« bieten ungestörte Arbeitsatmosphäre.
Rechts: Insgesamt vier Atrien bilden gebäudeübergreifende kommunikative Zentren. |
![]() |
![]() |
|
|
||
Die Beleuchtung der Arbeitsplätze hatte sich in die Gesamtkonzeption so einzufügen, dass einerseits die funktionalen, individuellen Sehaufgaben der einzelnen Mitarbeiter perfekt erfüllt werden können und andererseits gebäudetechnische Erfordernisse abgedeckt sind.
In diesem Kontext wurde das Prinzip der Nachhaltigkeit konsequent als Entscheidungskriterium definiert. Konkret bedeutet dieses Denken in Systemen z.B. die kompromisslose Minimierung des Energieaufwandes bei gleichzeitg beispielhaftem Lichtkomfort. Tageslicht und künstliche Beleuchtung sind dabei in allen Anwendungsbereichen durch technologische Systeme symbiotisch verbunden.
|
|
|
| Der Gebäudegrundriss sorgt dafür, dass die Büros möglichst weit in die Raumtiefe hinein mit natürlichem Tageslicht versorgt werden. |
![]() |
|
|
|
Das Ideal des entgrenzten, lichtdurchfluteten Raums, der positiv motiviert, Kommunikations- und Arbeitsprozesse fördert und ein tief empfundenes Wir-Gefühl auslöst, ist in den Bürokonstellationen der Santander Consumer Bank konsequent realisiert.
Ein hoher Tageslichtanteil in den Arbeitsräumen fördert jedoch nicht nur das Wohlbefinden und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter, sondern spielt auch unter energetischen Gesichtspunkten eine Schlüsselrolle.
Unter diesen Vorzeichen war die Aufgabenstellung für die künstliche Arbeitsplatzbeleuchtung klar definiert: Hoher Lichtkomfort, der die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Mitarbeiters berücksichtigt und eine intelligente Lichttechnik, die automatisch und tageslichtabhängig die Lichtintensität an jedem Arbeitsplatz regelt bzw. steuert. Aufgrund dieser Anforderungen kamen zwei Sondervarianten der Waldmann-Stehleuchte »tycoon« mit integriertem Lichtmanagementsystem »pulse« zum Einsatz.
Die klare Leuchtengeometrie, das angenehme, blendfreie Licht und der spezielle Lichtgestaltungskomfort fanden bei Planern und Anwendern einhellige Zustimmung. Insbesondere die Möglichkeit, für jeden einzelnen Mitarbeiter direkt am Arbeitsplatz zwei unterschiedliche Lichtniveaus individuell einstellen zu können, wurde als einzigartig empfunden. Hinzu kommt die Anbindung jeder einzelnen Leuchte an das gebäudeintegrierte Bussystem. Dadurch ist ein generalisiertes und individuelles Einstellen im Dialog sowie ein detailliertes Monitoring der Leistungsdaten möglich.
Installiert wurden insgesamt 900 dimmbare Sondervarianten der Indirekt-/Direktleuchte »tycoon«, die mit einem angepassten Sonderfuß ausgestattet wurde.
![]() |
![]() |
| Integriertes Wandpanel zur Kontrolle und Einstellung der einzelnen Komponenten | |
![]() |
|
| Die Stromversorgung der Leuchten erfolgt über Spezialsteckdosen. Hier erfolgt auch die Anbindung an das hauseigene Bussystem. | Das Monitoring von drei definierten Testbereichen zeigt die unterschiedlichen Leistungsaufnahmen bzw. das energetische Einsparpotenzial (Messzeitraum: 2. Halbjahr 2007). Der Bezugswert definiert sich als installierte Leistung ohne Lichtmanagementsystem und einer durchschnittlichen Leistungsdauer. (Quelle: Waldmann) |
Objektinformationen
Bauherr: VR-Leasing Onyx GmbH, Eschborn
Architekten: HPP Hentrich-Petschnigg & Partner GmbH & Co. KG, Düsseldorf
Objekteinrichtung: Objektform Essen
Funktionale Lichtausstattung: Herbert Waldmann GmbH & Co. KG, Villingen-Schwenningen
LICHT 1-2/2008