LICHT 06/2007 zurück
Editorial

...von Licht-Events und Open Air...

...Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Sie diese LICHT-Ausgabe lesen, ist ein wundervoller Sommer mit zahlreichen fantastischen LICHT-Events leider wieder einmal viel zu schnell vergangen ... wehmütig denken wir zurück an die 3. Berchinale des Lichts, an Tosca, an die Mailänder Messen, an Dubai, Italien, Kroatien ... und zeigen Ihnen in dieser Ausgabe noch einmal viele Highlights ...

Die diesjährige Berchinale war in mehrfacher Hinsicht ein voller Erfolg: Mit 13 Herstellern, vier Teams der Fachhochschule Coburg und neun Künstlern waren über 60 Installationen in Berching erlebbar. Rund 100 Fachbesucher aus den Bereichen Licht und Architektur haben am »Lichttreff Architektur« teilgenommen und – trotz Regen –die einzelnen Stationen mit technischen Erklärungen abgelaufen (Bilder 1 und 2 und s. S. 674).

   
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Fotos: Regina Welk, Baum: Thomas Nachtmann, Berching

Eine Abordnung international engagierter Kuratoren hat ebenfalls diese Veranstaltung besucht und Berching in die Gruppe der Städte aufgenommen, die sich über Events gegenseitig austauschen und unterstützen. Berching reiht sich so in die Liste von bekannten Licht-Events wie z. B. Lüdenscheid, Frankfurt, Genf, Eindhoven, Brüssel, Tallin, Lyon, Berlin usw. ein.

... und die »Glühbirne« lebt doch weiter, und wenn auch nur in »meinem Glühbirnenbaum«, über den ich mich sehr gefreut habe! Die Diskussionen über das »Aus für die Glühlampe« gehen weiter mit einem Beitrag vom Lichtbiologen und Arzt Alexander Wunsch und einigen Leserbriefen in LICHT 10...

... und mit einer ganz tollen Veranstaltung geht es nun weiter ... riskieren Sie mal einen Blick ...

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3 Davy Cunningham, gebürtiger Schotte, ist für das Light Design dieses fantastischen Bühnenbildes, des riesigen Augengemäldes, von Johannes Leiacker verantwortlich. Davy Cunningham hat bisher an über 150 Opern-Produktionen mitgearbeitet (s. LICHT 7/8 , S. 516).
Und die »schwäbische Zeitung« schrieb in ihrer Kritik:
... grandios wie immer – die Lichtregie in Bregenz ...
4 Die Bregenzer Seebühne wird wenige Wochen vor dem Festspielsommer 2008 zur Fernsehkulisse: Das zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) überträgt während der Fußball-Europameisterschaft die Sendung »EM-Studio« direkt aus dem Bühnenbild von »Tosca«.
Fotos: Karl Forster und Bregenzer Festspiele

Ein Blick auf das »Augen-Licht« von Tosca: 270 000 LEDs

Natürlich fragten wir die Presseabteilung der Bregenzer Festspiele nach technischen Daten. Bedingt durch die Premiere, kamen die Antworten für unseren aktuellen ausführlichen Bericht in LICHT 7/8 zu spät... doch »nach dem Spiel ist vor dem Spiel«, die lichttechnischen Angaben kommen also gerade richtig, wenn man sich 2008 die Opernaufführung auf der Seebühne ansehen möchte. Jede Opernaufführung in Bregenz findet jeweils zwei Jahre statt – Tosca läuft also 2007 und 2008 – und jetzt beginnen schon die Proben und Aufbauten für 2009...

Davy Cunningham

Wir fragten Davy Cunningham und auch die Techniker nach einigen technischen Details:

Woraus besteht das »Auge«?
Das große Auge im zweiten Akt ist eine LED-Wand, sie ist 12 x 12 m groß mit einem Pixelabstand von 40 mm. Jeder Pixel besteht aus 3 LEDs in den Farben Rot, Grün und Blau. Es sind insgesamt 270 000 LEDs zum Einsatz gekommen. Die Leistung bei einem weißen Bild beträgt 225 Watt/m, insgesamt also 37 kW. Hersteller ist die Firma Gundermann.

Wieviele Beleuchter kommen zum Einsatz und wo befinden sie sich?
Die Beleuchter sind oben hinter der Tribüne, es sind drei Beleuchter, die die Verfolger und Videobeamer bedienen und zwei Beleuchter an den Lichtsteuerpulten. Das konventionelle Licht und das bewegliche Licht werden von getrennten Pulten bedient. Auf den Beleuchtungstürmen sitzt je ein Beleuchter, der dafür sorgt, dass auftretende Fehler sofort beseitigt werden können. Auch auf der Hinterbühne sorgen noch drei Beleuchter z. B. für das Einschalten der 12 kW HMI Vorschaltgeräte, die sich nicht von der Lichtregie schalten lassen, kümmern sich um Nebelmaschinen, Lüfter, die Kameras und die Übertragung des Livebildes auf die LED-Wand. Ein Beleuchtungsmeister beobachtet von der Lichtkabine aus die Vorstellung und ist dafür verantwortlich, dass die Qualität an allen Abenden gleich ist.

Es kommen Spezialleuchten und Scheinwerfer der Firmen LTM, Desisti, Arri, Hagenbach, Niethammer, Strand, Pani, Martin, Christie Roadster und Ushio zum Einsatz.

Die Frage nach seiner Lieblingsoper bzw. Inszenierung beantwortete Davy Cunningham folgendermaßen:
»Meine Lieblingsoper – das ist eine schwierige Frage. Ich war für mehr als 200 Inszenierungen verantwortlich: Turn of the Screw in La Monaai, Brüssel, mit Keith Warner als Regisseur und Stefan Lazaridis für den Entwurf. »The Greek Passion« setze ich auf den zweiten Platz mit David Pountney als Regisseur und wieder Stefan Lazaridis für den Entwurf – eine Innenaufführung in Bregenz und Covent Garden.

Wir sind jedenfalls von »Tosca« begeistert und werden 2008 sicher dabei sein, wenn es heißt »Bühne frei für die neue Saison – für Tosca« und dann kennen wir schon alle technischen Details... und zum Abschluss: Tosca – das Spiel auf dem See 2007 – reiht sich unter die erfolgreichsten Opernproduktionen der vergangenen zehn Jahre in Bregenz ein, mehr als 145 000 Besucher waren begeistert!

»Dekoratives Licht« lautet das Schwerpunktthema dieser ersten »Herbstausgabe«, es soll Ihnen mit bunten Bildern den Abschied vom Sommer und vom Sonnenlicht leichter machen und deswegen glitzert und funkelt es überall ...

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5 und 6 »Kronleuchter der neuen Art«: Bild 5 zeigt das Modell »Anastacha« aus Plexiglas und mit Energiesparlampen bestückt. Raffiniert ist auch das Halogen-Modell »Mademoiselle« auf Bild 6. Terzani zeigte sie auf der EUROLUCE in Mailand
Fotos: www.Terzani.com

Neues Highlight – ein Kristallschiff ...

Ganz aktuell sind wir auch mit unserem Bericht über das neue Flaggschiff auf der Donau (S. 636) ... es glitzert und es funkelt, es ist eine wahre Pracht! Für Licht-Freaks sollte man anbieten eine Fahrt mit dem Kristallschiff vorbei am leuchtenden Berching bis hin zum Bodensee zur Tosca-Aufführung ...

... und in dieser Ausgabe lüften wir nun auch das Geheimnis um die »Pizza Kobra«: Es handelt sich dabei um eine flexible und witzige Leuchte – schlangengleich –, die zusammengeringelt in einen Pizza-Karton passt – wir entdeckten sie in Italien bei iGuzzini (S. 648). Viele originelle und witzige Leuchten begeisterten – wie immer – auf der EUROLUCE in Mailand das Publikum (S. 656). Man kann inzwischen auch mit Licht »tapezieren« (S. 652), muss nicht mehr durch ein dunkles Treppenhaus gehen (S. 654).

Von meinem ersten Besuch in Dubai war ich sehr begeistert, sowohl von der Fremdartigkeit als auch ganz besonders von den Gegensätzen und dem Nebeneinander von Tradition und Moderne. Die Foto-Impressionen auf S. 700 sollen Sie noch ein wenig Urlaubsluft schnuppern lassen, mehr sachlich und fachlich geht es dann im nächsten Dubai-Beitrag in LICHT 10 weiter.


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7 und 8 zeigen die » Poppy Lüster« von Serien Lighting in Rodgau. Wurde die Leuchte Poppy eigeschaltet, öffnete sich der Schirm ähnlich einer Blüte. Dafür verantwortlich sind die feinen Blätter aus Bi-Metall, die sich durch Erwärmung des Leuchtmittels in eine vorgegebene Richtung ausdehnen. Poppy hat die Gestalt einer Mohnblüte. Weil die Designer – Beckert, Soanca-Pollack und Thammer – von der Technik nach wie vor begeistert sind, schufen sie die wunderschönen Lüster.
Fotos: www.serien.com

Im September erscheint nun auch die zweite Ausgabe unserer Zeitschrift TAGESLICHT mit vielen technisch spannenden Beiträgen.

... und ist es nun bald »aus mit der Glühlampe« – darüber auch mehr in LICHT 10!

Und – »nach der Berchinale ist vor der Berchinale ... der neue Termin steht fest: Am 20. und 21. 6. 2008 wird es lange Licht-Nächte geben ...


... und nun viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen
Ihre


LICHT 09/2007

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