LICHT 11-12/2006 zurück
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Freedom of the Seas

Show- und Architekturbeleuchtung auf dem neuesten Kreuzfahrtschiff der Voyager-Klasse

Ein Luxus-Kreuzfahrtschiff bietet seinen Passagieren eine eigene Welt, draußen auf dem Meer. Entertainment und Glamour am Abend, Sport und Wellness am Tage – die Beleuchtung für so ein Schiff muss vielseitig sein und außerdem hohen Sicherheitsanforderungen gerecht werden.nt und Glamour am Abend, Sport und Wellness am Tage – die Beleuchtung für so ein Schiff muss vielseitig sein und außerdem hohen Sicherheitsanforderungen gerecht werden.

Fotos: Martin Professional GmbH, Karlsfeld

Zu den ganz besonderen Projekten in der internationalen Lichtplanung gehören ohne Zweifel die Kreuzfahrtschiffe. Mit jedem neuen Luxusliner werden andere Superlative Wirklichkeit, entstehen schwimmende Ferienparadiese, die hinsichtlich Komfort und Entertainment Rekorde vermelden. Auch die Beleuchtung auf den Schiffen wird immer komplexer und leistungsfähiger. Die Möglichkeiten, Beleuchtungssysteme für die Außen- und Innenbeleuchtung in ein Kreuzfahrtschiff zu integrieren sind enorm. Nicht nur in funktionaler Hinsicht müssen vielfältige, hohe Anforderungen erfüllt werden, die schier endlosen Freizeitangebote und Erlebniswelten wollen außerdem mit Show- und Effektlicht inszeniert werden.

Die »Queen Mary 2« ist nicht mehr der Spitzenreiter. Zwar bleibt sie das längste Passagierschiff der Welt, aber hinsichtlich Bruttoregistertonnen und Kabinenzahl tritt sie den ersten Rang an den neuen Champion der Mega-Kreuzfahrtschiffe ab: die »Freedom of the Seas« der Royal Caribbean International Reederei. Die »Freedom of the Seas« wurde von der norwegischen Werft Aker Finnyards in Finnland gebaut und bietet über 4000 Passagieren und 1300 Besatzungsmitgliedern Platz. Das Schiff hat 160 000 Bruttoregistertonnen, ist 339 m lang und verfügt über circa 1800 Kabinen und 15 Passagierdecks.

Der erste Vertreter der neuen »Freedom«-Klasse bietet derzeit ab Miami siebentägige Kreuzfahrten in die Karibik an. Einige der vielen Attraktionen des Schiffes sind ein Surf-Park, eine kinderfreundliche Badelandschaft, Kletterwände und eine Eisbahn. Im Innenbereich findet der Gast ein komplettes Theater und eine Shopping Mall – nicht zu vergessen die Discotheken, die unzähligen Themenbars und Lounges, ein Casino und vieles mehr.

Für die verschiedenen Bereiche des Schiffes wurde eine große Zahl Effekt- und Architekturscheinwerfer aus dem Hause Martin Professional installiert. Hauptlieferant für die Martin-Beleuchtung war der Schiffszulieferer TDI, zusätzliches Martin-Equipment wurde von JMP Lighting und vom finnischen Martin-Distributor Lightenen geliefert.
Christopher Vlassopulos, der Spezialist für die Unterhaltungstechnik bei der Royal Caribbean International, koordinierte neben dem Design und der Spezifikation aller Geräte in den öffentlichen Bereichen des Schiffes auch die Auswahl der Beleuchtungssysteme.

Blick in die Discothek »Krypta«: Scheinwerfer, Farbwechsler, Stroboskope, Gobomuster, Strahleneffekte – nachts verwandelt sich der Raum in eine pulsierende Musik-Licht-Landschaft.
Bei Sonnenschein Spaßbad, bei Mondschein Tanzvergnügen – wichtiges Instrument bei der Verwandlung der H2O-Badelandschaft spielt das Licht.
LED-Leuchten ergänzen die konventionelle Showbeleuchtung, die nachts den Pool in eine Partyzone verwandelt. Die Lichtanlage kann in diesem Bereich bei Bedarf unabhängig gesteuert werden.

Die »Royal Promenade«

Die »Royal Promenade« lädt zum Bummeln und Shoppen an Bord ein. Sie erstreckt sich über vier Decks und zwei Drittel Länge des Schiffes. Viele Läden und Aussichtspunkte erwarten die flanierenden Gäste.

LED-Beleuchtung und Strahler vom Typ »Martin Mac 550«, »Mac 600« und »Mac 2000 Performance« sind über die gesamte Promenade verteilt und erzeugen eine stimmungsvolle Lichtatmosphäre. Die Strahlergehäuse sind weiß lackiert und fügen sich so fast unsichtbar in die Umgebung ein.
Mit der Beleuchtung wird auch die »Promenade Parade« in Szene gesetzt. Wenn der Umzug aus Sängern, Tänzern und Crew-Mitgliedern in unterschiedlichen Kostümen durch die »Royal Promenade« zieht, sorgen an der Decke montierte »RoboScan Pro 918« zusätzlich für Effektlicht.
An einem Ende der Promenade befindet sich das »fliegende Deck«, das aus der Decke fährt und als Bühne für Unterhaltungskünstler dient. Es wird von »Mac 550«, »Mac 600«, »Atomic«-Stroboskopen und »Mac 250 Entour« beleuchtet. Das Deck wird so selbst zur Lichtshow. »Martin Magnum Hazers« erzeugen den Schwebeeffekt verstärkenden Dunst. Das Lichtdesign der »Royal Promenade« wurde von Shannon January entwickelt.

Das »Arcadia«-Theater

Das »Arcadia«-Theater verfügt über fünf Ränge und bietet über 1300 Zuschauern Platz. Es ist die Hauptattraktion des Schiffes im Unterhaltungsbereich. Die Gäste genießen aktuelle Musicals mit all dem Glanz und den Spezialeffekten einer Produktion vom Broadway oder aus Las Vegas. Zwei Produktionen werden dreimal pro Reise aufgeführt, zusätzlich findet eine Magier-Show statt. Gaststars wie The Platters oder Earth, Wind and Fire sind an der Tagesordnung.

Die Bühnenbeleuchtung ist beeindruckend und hoch modern. Die Scheinwerfer »Mac 550 Profile«, »Mac 2000 Profile«, »Mac 600 Wash« und »Mac 250+ Profile« ermöglichen unbegrenzte Farbauswahl und unzählige Abstrahlcharakteristiken. »Atomic 3000«-Stroboskope sorgen für den Kick. »Raptor«-Lichteffekte erzeugen bei Bedarf Disco-Atmosphäre. Die Rückwand und die Portale der Bühne werden mit Glasfasertechnik, die von Projektoren »FiberSource QFX 150« gespeist wird, in Szene gesetzt.

Die Discotheken »Krypta« und »Fuel«

Die »Freedom of the Seas« bietet verschiedene abendliche Treffpunkte für Erwachsene und Kinder. Über der Tanzfläche der »Krypta«, der größten Discothek an Bord, befindet sich ein Rig mit »Mac 500« und »Mac 600«, »CX-4«-Farbwechslern, »Wizard«-Effekten, »RoboScan Pro 918«, »Atomic 3000«-Stroboskopen und »Martin Magnum Hazern« zur Verstärkung der Midair-Effekte. Das Licht wird von einem »LightJockey«-PC-Controller und einem »2532 Direct Access« gesteuert. »Wizard« und »RoboScan Pro 918« werden auch in vielen Lounges an Bord eingesetzt.
Im »Fuel«, einer Disco für Teenies, sorgen »MX-4«-Scanner und »Wizards« für die richtige Stimmung. Das Deck vor der Discothek wird nachts von »Exterior 200« in satte Farben getaucht.

Das »Center Ice at Studio B«

»Center Ice at Studio B« heißt die Eislaufbahn an Bord. Hier werden professionelle Eislauf-Shows für bis zu 800 Zuschauer dargeboten, aber die Gäste können auch selbst Schlittschuh laufen. Die Eisbahn kann in das »Studio B« verwandelt werden, einen Fernsehsaal, in dem die Gäste Konzerte, Game Shows, Modenschauen und mehr verfolgen können. An einer Galerie sind zur Beleuchtung des Studios »Mac 250 Wash«, »Mac 600 Wash«, »Mac 550«, »Stage Cyclos«, »Atomic 3000«, »Mac 2000«, »Mac 250 Entour« und Projektoren »FiberSource QFX150« montiert.

Outdoor-Spaß bei Tag und Nacht

Project International Ltd., die beratenden Lichtdesigner von Royal Caribbean International, entwickelten die Beleuchtung des gesamten Schiffes einschließlich der Außenbereiche. Für viele wichtige Ideen und Entscheidungen beim Lichtdesign zeichnet Richard Dixon, der CEO von Project International, verantwortlich. »Wir waren für die Beleuchtung der öffentlichen Bereiche verantwortlich«, sagt er. »Als das Konzept 2003 entwickelt wurde, war von Anfang an klar, dass wir aufregende Räume am Abend schaffen mussten. Der Beleuchtung kommt in diesem Konzept eine tragende Rolle zu. Wir mussten eine Form der Architekturbeleuchtung entwickeln, die sowohl zur normalen Beleuchtung als auch zur Showbeleuchtung eingesetzt werden kann.«

Auf den fünf Hauptdecks werden in verschiedenen Bereichen Scheinwerfer von martin architectural eingesetzt. Sie erfüllen nicht nur Schutzart IP 65, sondern haben mit dem Salznebeltest auch einen der härtesten Tests für Hochsee-Equipment erfolgreich absolviert. Für diesen Test werden die Geräte mehrwöchiger Benebelung mit warmer Salzlösung und Meerwasser ausgesetzt, um die aggressiven Bedingungen auf einem Schiff zu simulieren.

Der »FlowRider«-Surfpark

Am Heck des Schiffes befindet sich mit dem »FlowRider« der erste Surfpark, der jemals auf einem Schiff realisiert wurde. Zuschauer und Surfer werden von der stationären Surfwelle gleichermaßen in Bann gezogen. »Am Abend wird die Welle spektakulär beleuchtet«, erklärt Richard Dixon. »Neben dem Grundlicht tauchen mehrere »Martin Exterior 200« die Welle in farbiges Licht. Am Heckmast befindet sich ein »Exterior 600«, der nach unten leuchtet und die Welle entweder farbig beleuchtet oder Weißlicht liefert, wenn Video-Aufnahmen von den Surfern gemacht werden.« Die Steuerung ist in die Hauptsteuerung für die Architekturbeleuchtung des Hauptdecks über einen »LightJockey« eingebunden. Über einen »MC-X Controller«, der sich hinter einer Klappe befindet, können verschiedene Stimmungen abgerufen werden.

Schwimmender Berg

An der etwa 170 m2 großen Kletterwand und auf den Sportplätzen sorgen die Scheinwerfer »Exterior 200« und »Exterior 600« für das richtige Licht. Die «Exterior 200« beleuchten die Kletterwand von unten, die »Exterior 600« tauchen ihren oberen Abschnitt in farbiges Licht. Dabei ist diese Beleuchtung gleichzeitig der Hintergrund des Surfing-Bereichs und muss verändert werden, wenn die Surfer gefilmt werden.

Badevergnügen für alle

Vor der Kletterwand befindet sich die »H2O-Zone«, ein Familien-Pool und Wasserpark mit Geysiren, Wasserfällen und Strömungen. Diese Zone verwandelt sich am Abend in einen Partybereich mit Live-Band und Lichtshow. Hier ist eine beachtliche Anzahl Farbwechsler, Effektbeleuchtungen und »Exterior 200« und »Exterior 600« montiert. Die Strahler beleuchten Wasser speiende Skulpturen und beleuchten das Wasser des Pools farbig. LED-Leuchten vervollständigen das Lichtsystem. Die Lichtanlage des Familienpools kann bei Bedarf unabhängig gesteuert werden.

Auf dem Hauptdeck sind weitere »Exterior« montiert. Sie beleuchten den Schiffsrumpf und die Architektur des Schiffes. »Mac 550« in Schutzgehäusen dienen zur Beleuchtung der Tanzfläche und der Bands. Vor dem Pool-Deck findet der Gast das Solarium, das sich thematisch mit Oasen beschäftigt und einen Spa-/Pool-Bereich, der mit »Exterior 200« beleuchtet wird.

Licht an für Sport und Fun

Zu bestimmten Zeiten des Abends werden über einen PC-basierten »Martin LightJockey« vier Grundstimmungen aufgerufen. »Die Scheinwerfer im Außenbereich müssen nach ganz bestimmten Vorgaben gesteuert werden. Sie müssen mit der Deckbeleuchtung, dem Hauslicht und der Rumpfbeleuchtung koordiniert werden«, kommentiert Richard Dixon die Lichtsteuerung. »Wir haben mit der flexiblen Lichtlösung für die ›Freedom of the Seas‹ mit Sicherheit einen sehr hohen, neuen Standard für Kreuzfahrtschiffe gesetzt«.


LICHT 11-12/2006

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