LICHT 06/2006 zurück
Editorial

Light + Building – was sonst!????

. . . wir schalten für Sie das Licht an . . .

Liebe Leserin, lieber Leser,

worüber kann man nun in dieser Juni-Ausgabe sprechen... natürlich in erster Linie über die Neuheiten auf der Light + Building, aber auch die Fußball-Weltmeisterschaft ist in aller Munde – und wieder auf diesem Titelbild – sowie die Eröffnung des Hauptbahnhofs – Lehrter Bahnhof – in Berlin.


... wir schalten für Sie das Licht an!!!!

Das Herz des Berker-Schalters TS Crystal Ball ist ein facettenreich geschliffener Swarovski-Kristall, unter dem sich eine sensible optische Reflexerkennung verbirgt. Eine sanfte Berührung – und der Crystal Ball schaltet Licht, Jalousien, Rolläden usw. Gleichzeitig ist er ein schillernder Blickfang jeder anspruchsvollen Umgebung. Ein funkelndes Highlight auf der Light + Building.
Foto: Berker GmbH & Co. KG, Schalksmühle


Es gibt Licht-Events hier und dort, ein wissenschaftliches Symposium in Berlin sowie tolle Ausstellungen... doch nun der Reihe nach...

Die Light + Building prägt schwerpunktmäßig nicht nur diese Ausgabe, sondern natürlich auch die nächsten Hefte. Wir knipsen das funkelnde Licht diesmal mit dem passenden Schalter an... (Bild 1).

Ist diese immense Weltlichtschau 2006 nungerade vorbei, so diskutiert man jetzt schon die nächste ... soll sie nun einen Tag länger sein, wird es dann der Samstag oder der Freitag sein, man diskutiert...

Für LICHT- und Licht-Journalisten hätte sie eine Woche länger sein können, man kam einfach nicht »rum« und war froh, wenn man dem einen oder anderen Firmenrepräsentanten wenigstens von Laufband zu Laufband einen Gruß hinüberwerfen konnte. Man tauschte manchmal im Eilschritt irgendwo zwischen den Hallen die Visitenkarten aus, dann kann man nun mit dem Telefonieren beginnen... Doch, was man nicht gesehen hat, darüber kann man auch nicht berichten...

Wir zeigen Ihnen in bunter Mischung vom Design bis zum Firmenportrait alles, was wir entdeckt haben. Sollten wir gerade Sie nicht besucht haben, so schicken Sie uns doch bitte noch Informationen. Wir präsentieren Ihnen nun einen schicken Messestand (S. 564) und Prof. Schricker stellt dann provozierende Fragen (S. 568). Technische Innenleuchten gibt es in schickem Design – funktional sind sie natürlich alle und überall gibt es Farben...

Ging es beim ZVEI ganz sachlich um Sicherheit (S. 585), so entdeckte Britta Hölzemann das »Licht für gewisse Stunden« zum Schmunzeln...

Ach ja, die Fußball-WM... Zeigten wir Ihnen in den letzten Ausgaben die Allianz-Arena in München, wo das Eröffnungsspiel stattfinden wird und auch das Olympiastadion in Berlin zum Endspiel, so schmückt dieses Titelbild der Signal-Iduna Park – das Westfalenstadion in Dortmund – bei dem der Blick aber jedoch auf die LED-Leitlinie gelenkt werden soll (s. S. 554).

Die Fußball-WM beschert uns nicht nur neue Beleuchtungen und Leitlinien, sondern ganz besonders viele Licht-Events: In Berlin wird rechtzeitig der neue Hauptbahnhof – der Lehrter Bahnhof – mit einem großen Fest eingeweiht und natürlich auch mit ganz vielen »Lichtlinien«, die die filigrane Architektur betonen werden. Am Reichstag gibt es jetzt ganz viel farbiges Licht und auch am Brandenburger Tor. Der Fernsehturm am Alexanderplatz erstrahlt ebenfalls im WM-Fieber (s. Bild 3) ... natürlich werden wir über alles noch ausführlich berichten, damit die öffentliche Beleuchtung nicht einfach »nur bunt« sein wird, sondern ganz »gekonnt« die Sehenswürdigkeiten ins rechte Licht setzt.

Zum zweiten Schwerpunktthema dieser Ausgabe »Licht im öffentlichen Raum« sagt Prof. Schricker in seiner Kolumne, daß Stadtbeleuchtung weit mehr sein muß als nur eine »Verhübschung« von vermeintlichen Baumerkmalen (S. 592). Gelungene Anstrahlungen zeigen die Beiträge über die Luminale in Frankfurt am Main, die wieder anlässlich der Messe stattfand (S. 586 und 591). Wir stellen Ihnen Brücken – mal so und mal so beleuchtet – vor und gehen auch in den Untergrund (S. 608).

Auf eine Ausstellung möchten wir noch einmal ganz intensiv hinweisen, sie ist wegen ihres großen Erfolges noch einmal verlängert worden: lichtkunst aus kunstlicht in Karlsruhe ist sehenswert (s. Beitrag auf S. 610 sowie Bild 6). Auch über zahlreiche Design-Wettbewerbe wird berichtet, diesmal über den Wettbewerb von Trilux anlässlich der L + B (S. 614).

Zwei sehenswerte Dauerausstellungen gibt es im Gasometer Oberhausen zum Thema »Feuer Licht Himmel« (S. 606).

Wenn man sich viele Beiträge ansieht, so gibt es nicht nur die Licht-Kunst in den Ausstellungen zu sehen, die Gebäude, U-Bahnhöfe, viele Anstrahlungen im »Alltag« wirken schon wie leuchtende Kunst!

Ach ja , darüber können wir noch berichten: Zumtobel ist an die Börse gegangen, das Interview dazu auf S. 620. Auch über die neue EuP-Richtlinie, die für den Umweltschutz ganz wichtig ist, berichtet der ZVEI auf S. 634.

Im September findet in Bern LICHT 2006 – die Tagung der lichttechnischen Gesellschaften der Schweiz, Österreichs, der Niederlande und Deutschlands statt (www.Litg.de).

Bild 3
Der Fernsehturm am Alexanderplatz in Berlin im WM-Fieber, effektvoll angestrahlt vom Lichtplaner Andreas Boehlke in Berlin. Das »Lichtfestival in Berlin«, ebenfalls von und mit Andreas Boehlke, wird zeitgleich mit der »belektro« im Oktober stattfinden.

Bild 6
In der Ausstellung »Lichtkunst aus Kunstlicht« im Museum für Neue Kunst in Karlsruhe – www.zkm.de – zeigt dieses Werk von Sylvie Fleury mit dem Titel »Cristaux« alle Farben des Lichts (s. Beitrag auf S. 610).

Licht statt Valium

In Berlin fand am 23. Mai ein spannendes Symposium zum Thema »Medizin im neuen Licht« statt, über das wir in der nächsten Ausgabe noch ausführlich berichten werden. Eine Kurzbesprechung hier nun ganz aktuell, denn langfristig werden nicht nur die Räume, die ganzen Städte mit Licht bunter und fröhlicher, das farbige Licht wird Patienten beruhigen, den Krankhausaufenthalt entspannter machen und auch die Angst vor so mancher Untersuchung nehmen. Auch zu theapeutischen Zwecken wird das Licht mehr und mehr eingesetzt werden:

Medizin in neuem Licht

Philips hat spezielle Beleuchtungskonzepte für Diagnostikräume entwickelt: Entspannendes Ambiente soll Patienten Angst vor Untersuchungen nehmen

Das Argument ist einleuchtend: Licht nimmt Angst! Nicht nur vor bösen Geistern im dunklen Kinderzimmer, sondern mehr und mehr auch in der medizinischen Diagnostik. Stimmungsvolle Beleuchtung im Untersuchungsraum entspannt die Patienten und reduziert Beklemmungen zum Beispiel in den engen Röhren von CT- und MR-Tomographen. In Deutschland haben sich bereits die ersten Häuser nach einem Konzept von Philips in ein neues Licht setzen lassen. Für viele Klinikmanager ist dieses innovative Angebot ein zeitgemäßes Mittel, um sich im zunehmenden Wettbewerb in der Gesundheitswirtschaft erfolgreich zu positionieren.

»Inzwischen entscheidet fast jeder zweite Patient, wo und wie er sich behandeln lassen will«, weiß Robert Pfarrwaller, Leiter des Unternehmensbereichs Lighting der Philips GmbH. »Für ein Krankenhaus reicht es längst nicht mehr aus, nur auf seine medizinischen Kompetenzen zu setzen.«

Mit der Verknüpfung seiner Licht- und Medizintechnologien hat sich Philips eine Alleinstellung am Markt geschaffen. Jochen Franke, Geschäftsführer der Philips Medizin Systeme GmbH: »Die Umstrukturierung im Gesundheitswesen erfordert neues Denken und Handeln bei allen Beteiligten. Philips beschäftigt sich intensiv mit der Thematik Ambiente in Kliniken und hat bereits auf der weltgrößten Radiologiemesse RSNA in Chicago eine Projektstudie vorgestellt, die klinische Bereiche neu gestaltet und mit Einsatz von Multimedia eine individuell modifizierbare medizinische Erlebniswelt für Kinder wie Erwachsene schafft.«

Die Lichtinszenierung in der Medizin ist somit das erste Element in einer phantasievollen Technologiewelt, die Philips als »Ambient Experience« marktreif entwickelt und in unterschiedlichen Konfigurationen anbieten wird. Die positive Resonanz auf die jüngst eingeführten Beleuchtungskonzepte signalisiert eine rapide wachsende Bereitschaft vieler Häuser zu einer atmosphärischen Aufwertung ihrer Räume.

Dabei ist die Beleuchtung weit mehr als ein Marketingtool. Neben dem Werbeeffekt hat das Lichtambiente auch medizinisch einen hohen Nutzen. Weniger Stress durch beruhigendes Licht reduziert die Angst und vermindert somit Fehlmessungen. Eine These, die auch von Professor Peter Ostendorf, Initiator des neuen Zentrums für Präventivmedizin am Marienkrankenhaus Hamburg, bestätigt wird: »Besonders bei Menschen mit Raumangst konnten wir den sonst erforderlichen Einsatz von Beruhigungsmitteln deutlich vermindern.« Philips hat in diesem Haus den Raum für Kernspindiagnostik (MWI) erstmals mit einer dynamischen LED-Beleuchtung konzipiert, die über 60 000 verschiedene Lichtfarben darstellen kann. Motto: Licht statt Valium.

Bundesweit setzen namhafte Häuser bereits auf das innovative Licht- und GesundheitsKonzept von Philips. Das Bruderkrankenhaus Trier hatte als erste Klinik in Deutschland die vielfältigen Vorteile erkannt und sein neues 64-Kanal-CT von Philips gleich in einem höchst ansprechenden Lichtambiente positioniert. »Die Wirkung ist beeindruckend, das angenehme Licht nimmt vielen Patienten die Angst vor Kernspin- und Computertomographien«, berichtete Prof. Dr. Hans-Peter Busch, Ärztlicher Direktor und gleichzeitig Leiter des Zentrums für Radiologie, Sonographie und Nuklearmedizin.

Für viele Krankenhäuser bedeutet die Investition in ansprechende Beleuchtungskonzepte keine zusätzliche Belastung der knappen Budgets. Robert Pfarrwaller: »Die allgemeine Beleuchtung eines Krankenhauses kann bis zu 30 Prozent der Betriebskosten ausmachen. Das Unternehmen hat ein System entwickelt, das etwa 25 Prozent dieser Ausgaben senken kann. So haben wir beispielsweise bei einem 900-Betten-Haus die Beleuchtungsausgaben um jährlich über 30 000 Euro verringert. Die Ersparnis wird insbesondere durch Prozessoptimierung erzielt. Damit refinanziert sich die Investition in ansprechende Beleuchtungskonzepte recht schnell. Die Ausgaben für mehr Ambiente stecken im wirtschaftlichen Potential des gesamten Lichtmanagements.«


... funkelnd, glitzernd und innovativ war auch der Messestand
von Swarovski, Wattens.
An ihm demonstrierte man mit leuchtenden Prototypen
die Beleuchtungsmöglichkeiten im Hotel – man zeigte ein Foyer,
die Lounge, die Rezeption und den Wellnessbereich.
Mehr über »Licht im Hotel« in der nächsten LICHT,
die als Doppelheft Anfang August erscheint.
Foto: Regina Welk

Dynamisches Licht für Wohlfühlambiente

Die Grundlage des Lichtkonzepts sind die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die biologischen Einflüsse von Licht auf den Menschen. Eingesetzt werden dynamische Lichtsysteme, bei denen weißes und farbiges Licht unterschiedlich ausbalanciert oder additiv gemischt wird. Bei der Gestaltung von Patientenzimmern sollen harmonische und warme Lichteffekte den Genesungsprozess unterstützen, in Behandlungszimmern darf es dann mit farbigen Lichteffekten ein wenig bunter zugehen, um mit der wunschgemäßen Lichtstimmung des Patienten die Situation zu entspannen. Mit den speziellen Technologien lassen sich quasi auf Knopfdruck unterschiedlichste Lichtstimmungen abrufen.

Modernes Licht spielt auch für die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter eine tragende Rolle. Dynamische Lichtsysteme können den Ermüdungsprozess verlangsamen und die Produktivität steigern – ein wesentlicher Punkt beim Drei-Schicht-Betrieb im Krankenhaus. Eine herkömmliche, statische Raumbeleuchtung kann das nicht. Dynamisches Licht ist ein Zeitgeber für die biologische Uhr. Licht wird von der Netzhaut der Augen aufgenommen, über Nervenbahnen ins Gehirn geleitet und dort im Hypothalamus, einer kleinen Region im Zwischenhirn, weiter verarbeitet. Mit Hilfe der Lichtteilchen werden biochemische Stoffe gesteuert, die Körperfunktionen wie Stoffwechsel, Wach-Schlaf-Rhythmus, Blutdruck, Atmung, Hungergefühle und Stimmung kontrollieren. In der dunklen Jahreszeit zum Beispiel leiden viele Menschen unter Depressionen, weil sie nicht genügend Licht bekommen.
(Mehr darüber in der nächsten LICHT.)

Ihre




... im natürlichen Licht der Light + Building besprechen Britta Hölzemann (links) und Regina Welk die nächsten Beiträge ... ist es hier der über »erotische Leuchten« (s. S. 584)!???

...manchmal sind Schnecken im Sommer eine Plage, aber diese ganz bestimmt nicht ... »Leuchtende Schnecken« des Kaiserslauterner Künstlers Manfred Steck – belebten als »Schneckenplage« den Jean-Schoen-Park in Kaiserslautern. Diese von innen beleuchteten Schnecken bestehen aus Polyester und leuchten in verschiedenen Farben. Im Park gab es 52 Modelle zu bestaunen.
Foto: Manfred Steck, Kaiserslautern

LICHT 06/2006

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