EDITORIAL - es »schillert« der Fußball bei OpenAir...

Liebe Leserin, lieber Leser,

… alle, die mit dieser Überschrift nichts anfangen können, haben noch nie die Sendung »Herzblatt« im Fernsehen gesehen, denn so klingt dort immer die Zusammenfassung. Also, im Schiller-Jahr müssen wir natürlich auch mit Licht dabei sein! Weiter geht es auf den nächsten Seiten mit den lichtvollen Fotos von der ersten Berchinale des Lichts im mittelalterlichen Ort Berching (Fotos 3 bis 7). Dass rund 25000 Besucher an dem Wochenende dorthin kommen und begeistert das Licht bestaunen werden, damit hat wohl keiner gerechnet. Aber es war auch wirklich super, vom Engagement der Beteiligten angefangen bis zu den einmalig schönen Lichtkunstwerken. Derartig viele Kunstwerke von so unterschiedlichen Künstlern hat man – glaube ich – noch nie gesehen, und in- und ausländische Leuchtenfirmen haben gesponsert! Ein Dank auch an dieser Stelle den Sponsoren, Leuchtenfirmen, die mit Geld oder Material deratige Festivals unterstützen! Besonders appetitlich war der Apfelbaum mit leuchtenden Äpfeln (S. 598) ... viele Besucher sammelten die Äpfel auf, weil sie meinten, dass sie auch daheim noch leuchten würden...!? Ha, die Lichtleitfasern hingen natürlich in den Bäumen oder waren in der Erde vergraben. Nur die Äpfel mußten immer nachgelegt werden ... Dieser Beitrag ist besonders ausführlich geworden, weil er natürlich stellvertretend ist für alle leuchtenden Sommerveranstaltungen. Überall gibt es sprühende Feuerwerke und leuchtende Kunstwerke »Son und Lumiere« veranstalten die unterschiedlichsten Städte, von Dorf bis zur Weltstadt ! Der Heilige Berg und das Kloster Andechs waren ebenso in »Klang und Licht« getaucht wie z.B. Fürstenfeldbruck, Dresden, das Ruhrgebiet, München und Berlin.

Foto 1 + 2: Britta Hölzemann, Berlin

Denk mal Schiller

Installation zum 200. Todestag von Friedrich Schiller (10. November 1759 – 9. Mai 1805)

Am 9. Mai 2005 jährte sich zum 200. Mal der Todestag Friedrich Schillers. In ganz Deutschland widmet man sich ihm aus diesem Anlass mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen.

So verhüllt die schwäbische Barockstadt Ludwigsburg das von Ludwig Hofer gestaltete, 1882 aufgestellte Ehrenmal des großen Dichters und inszeniert es gleichzeit mit Licht. Der Entwurf der Licht-Installation, die vom Fachbereich Tiefbau und Grünflächen der Stadt Ludwigsburg realisiert wurde, stammt vom Büro Prof. Schmidt, Treiber und Partner, Leonberg. Hauptsponsor der Aktion ist die Ludwigsburger Kreissparkasse.

In Ludwigsburg ging der im benachbarten Marbach geborene Schiller ab 1766 sechs Jahre in die Lateinschule, bis er der ultimativen Aufforderung des Herzogs Carl Eugen zum Eintritt in die »Militärische Pflanzschule« auf der Solitude folgen musste. Hier lernte er neben strengem Schuldrill die Umzüge, Feste und Militärparaden am absolutistischen Hof kennen; er erlebte Aufführungen im Opernhaus und war begeistert von der Bühnenmaschinerie des Schlosstheaters. Und sicher ließ die Willkür eines absolutistischen Herrschers in ihm schon früh Freiheitsgedanken keimen.

Während seiner mehrmonatigen Schwabenreise 1793/94 wohnte der inzwischen renommierte Professor und berühmte Dichter erneut für ein halbes Jahr in Ludwigsburg. Im Wohnhaus in der Wilhelmstraße wurde sein erster Sohn geboren, hier arbeitete er am »Wallenstein« und schrieb einige der Briefe »Über die ästhetische Erziehung des Menschen«.

Im Schillerjahr 2005 können Besucher dem Dichter auf Schritt und Tritt begegnen. Zu erleben ist ein Stationentheater an authentischen Stätten seines Lebens und Wirkens ab 7. Mai mit einer »Schillerreise« des Staatstheaters Stuttgart und ab 15. September mit dem Bürgertheater.

Eine herausragende Aktion und Ludwigsburg ist das Innenstadt-Kunstprojekt »Eine Bank für Schiller«. Künstlerinnen und Künstler haben hierfür 46 Bänke – für jedes Lebensjahr des Dichters eine – individuell gestaltet. Am 23. April, dem »Ludwigsburger Schillertag«, waren die Bänke im Ensemble zum ersten Mal auf dem Rathaushof zu sehen. Seit dem 9. Mai sind sie in der Innenstadt verteilt, um als Treff- und Blickpunkte an Schiller zu erinnern.

3 Der Nachtwächter mit »klassischer« Laterne war ein besonders schöner Kontrast zu der farbenfroh wechselnden Lichtinstallation im Stadttor...(Bild5).

4 ...dass Sie mit uns immer »im richtigen Licht sitzen«, das können Sie dismal direkt auf Bild 4 sehen...

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6 ...flackerndes Licht der Fackeln im Konstrast zur technischen Anstrahlung...

7 Ein riesiges Feuerwerk als leuchtender Abschluss der ersten Licht-Berchinale...

Fotos: 3, 5, 6 Guttenberger, 4 + 7 LBM

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Lichtung – noch bis zum 28. August in Castrop-Rauxel...

...noch bis zum 28. August können Sie sich die Kunstintervention im öffentlichen Raum von Bettina Pelz und Tom Groll in Castrop-Rauxel ansehen. Beide sind den LICHT-Lesern bereits bekannt als Kuratoren der LichtRoutten Lüdenscheid. Zum historischen Kern gehört die von einer Platanenallee geprägte Leonhardstraße. Unter dem Blätterdach der Platanen werden einhundert Feldbetten aufgestellt. Lässt man sich unter den Bäumen nieder, hört man Textpassagen aus Werken, die sich mit der Wahrnehmung der Städte durch den Menschen auseinandersetzen. Mit dem Einbruch der Dunkelheit beginnt die Straße sich in Licht aufzulösen. Lichtplanerische Unterstützung leistet Christian Breil. Die »Lichtung« ist Kulisse eines täglich wechselnden Veranstaltungsprogramms, welches sich um ein Lagesfeuer arrangiert. Licht zum Feiern, zum Verbinden, zum Anregen und zum Freuen...

...nur in lauen Sommernächten zu sehen ...das Gühwürmchen

In warmen Sommernächten zwischen Mitte Juni und Mitte August kann man ein interessantes Naturschauspiel beobachten, es funkeln die Büsche und Bäume, so dass der Licht-Freak glaubt, es seien Lichterketten aus kleinen LEDs, es sind die Männchen des Glühwürmchens auf der Suche nach einem Weibchen. Das wohl ausdrucksvollste und am meisten bewunderte Tierchen des Sommers, über das man wohl am wenigsten weiß, ist ohne Zweifel das Glühwürmchen, das in die Gruppe der Leuchtkäfer gehört. Die kleinen männlichen Käfer tragen an der Unterseite ihres Hinterleibs zwei kleine Leuchtplatten. Sie fliegen durch die Lüfte oder sitzen auf Grashalmen. Auch die Weibchen, die in der Vegetation sitzen, leuchten. Die 10 mm großen Männchen haben auffällige, lichtstarke Augen und fliegen sehr gut und können schnell das Lichtsignal eines Weibchen erkennen und punktgenau landen. Glühwürmchen blinken nicht, sondern senden ein Dauerlicht ab. Es ist ein grünlich glimmendes »kaltes« Licht, bei dem keine Wärme erzeugt wird. Sie produzieren den Leuchtstoff Luciferin, den sie aktiv mit Hilfe eines eigenen, besonderen Enzyms zum Leuchten bringen. Auf der Unterseite ihres Panzers sind weiße Bereiche zu erkennen, wo der Panzer für Licht durchlässig ist. Hinter dieser Teilen liegt die Zellschicht, die das Licht erzeigt.

Wußten Sie schon, dass sich die Larven der Glühwürmchen von bis zu 4 cm langen Schnecken ernähren. Sie jagen Schnecken verschiedenster Art und Größe, sie vertilgen sogar Nacktschnecken. Die Larve folgt dabei der Schneckenspur und beißt dem überraschten Opfer in den Kopf oder Fühler und spritzt dabei Gift ein. Sie kann auch mehrmals beißen, bis die Schnecke gelähmt ist. In einem Versteckt frißt die Larve die Schnecke auf, wozu sie oft einen Tag benötigt, denn die Beute ist meistens größer als sie selbst. Die Entwicklung der Larven dauert ein bis drei Jahre. Die ausgewachsenen Glühwürmchen – Leuchtkäfer – fressen nichts mehr und leben auch nur einen Sommer.

Berliner Lichterfest vom 13. bis 19. Oktober

...und zum zweiten Mal findet in Berlin das Lichterfest statt vom 13. bis 19. Oktober. Für das Festival of Lights, haben sich die Initiatoren, die City-Stiftung Berlin und die DIFA vorgenommen, eine Woche lang die bekanntesten Berliner Wahrzeichen mit temporären Lichtinstallationen in Szene zu setzen. Im Rahmen von Thematischen Lichtinszenierungen wie »Prachtstraßen Berlins«, »Türme Berlins«, »Plätze Berlins« oder »Rathäuser Berlins« soll ein symbolträchtiges Lichterband quer durch die Stadt gespannt werden.
Informationen: www.festival-of-lights.de

Licht zum Verschicken: »Sportliche« Sonderpostwertzeichen

Der Fußballweltmeisterschaft und der allgemeinen Begeisterung für den Sport ist es zu verdanken, dass nun gleich zwei »sportliche« Sondermarken mit gelungenem Lichtdesign »gedopt« sind:

So zeigt die Sonderbriefmarke »FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006« Andre Hellers Fussball-Globus, eine 20 Meter hohe Skulptur aus Stahl, Plastik und Glas. Am Tage ein überdimensionierter Fußball, erstrahlt er in der Abendansicht als leuchtende Weltkugel in blauem Lichtkleid und kompletter Kontinentbeleuchtung. (siehe dazu LICHT 10/2003, S. 804). Und diese Briefmarke weist auf die »sportlichen Beiträge« in dieser Ausgabe hin, denn wir zeigen Ihnen nicht nur das Olympiastadion in Berlin (Titelbild und S.542), sondern auch ausführlich die Allianz-Arena in München (S. 614).

Das Lichtdesign für den Globus erarbeitete Antonius Quodt vom Kölner Büro LightLife Gesellschaft für audiovisuelle Erlebnisse mbH. Der mobile Pavillon tourt drei Jahre durch die zwölf Austragungsorte der WM-Spiele in Deutschland.

Die Sonderbriefmarke »Internationales Deutsches Turnfest Berlin 2005« präsentiert das Brandenburger Tor in voller Lichtpracht: Selbst im kleinen »Briefmarkenformat« verliert Volker von Kardorffs, Kardorff Ingenieure Lichtplanung, Berlin/München, hochqualitatives Lichtdesign nichts von seiner imposanten Wirkung:

Das Brandenburger Tor wurde vollständig ohne Medien- und Steuertechnik inszeniert. Seine Abendansicht beeindruckt durch geplantes Licht in verschiedenen Farbtemperaturen und unterschiedlichtsten Ablenkwinkeln. (siehe dazu auch LICHT 11-12/2002 S. 1206 ff).

Licht in Berlin...

Berlin ist wieder einmal der Schwerpunkt einer LICHT-Ausgabe. Ich freue mich, Ihnen viel aus meiner Heimatstadt vorstellen zu können. Schon das Titelbild – ein ganz besonderer Eye-Catcher – zeigt Berlin und gleichzeitig den Ort des Begrüßungsabends der Tagung LUX Europa, das Olympiastadion. Gleichzeitig möchte ich alle Teilnehmer dieser Tagung ganz herzlich in Berlin willkommen heißen.

Unser Berlin-Teil beginnt mit einer ausgezeichneten Lichtarchitektur: Der Regierungsbau, das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus hat den GE Award of Excellence erhalten (S.556), auch die Berliner Ärztekammer ist prämiert worden (S.566) und mit dem Hotel Rheinsberg wird ein zweifach ausgezeichnetes Design-Hotel für Behinderte vorgestellt (586) – die Tagungsteilnehmer können Rheinsberg auf einer Besichtigungstour kennen lernen. Viele ungewöhnliche Objekte stellen wir Ihnen vor, wie z.B. die besondere Anstrahlung vom »Denkmal für den 17. Juni« (S.570)....und wer hat schon die VIP-Lounge der Berlinale gesehen (S.568)!?

Das ausführliche Tagungsprogramm finden Sie auf S.590. Sie können sich auch noch anmelden...

...auf ein Wiedersehen in Berlin oder
auf einer lichtvollen im August noch
stattfindenden Open-Air-Verstaltung
freut sich Ihre
...wir freuen uns auf Sie
auf der LUX Europa in Berlin:
Britta Hölzemann,
Sigrun Heiden,
Regina Welk mit
Redaktionshund Flocke
vor dem
Pflaum-Verlagsbrunnen
in München (v.l.n.r.)

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