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Formel 1 – Die Augen von Shanghai

Moderne Lichttechnik und fernöstliche Symbolik auf dem neuen F1-Kurs von Shanghai

Jörg Korper, Leiter Marketing-Kommunikation, Waldmann Lichttechnik, Villingen-Schwenningen
Fotos: 1–7, 9 und 10 Herbert Cybulska, 8 Waldmann Lichttechnik, Villingen-Schwenningen



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1 und 2 »Die Augen von Shanghai« im Start- und Zielbereich des neuen F1-Kurses. Eine neue Dimension der Architektur, die Funktion, Ästhetik, Lichttechnik und fernöstliche Symbolik in sich vereint.
3 Der Kursverlauf der Rennstrecke zeichnet exakt das Schriftzeichen Shang nach. Shang bedeutet im chinesischen soviel wie »oben«, »erhoben« oder »nach oben strebend«. Mit der Lichtarchitektur wurde dieser Gedanke bewusst aufgenommen und realisiert.

Die Formel 1 feierte 2004 ihr Debüt in China. Der international bekannte Aachener Streckenarchitekt Herman Tilke schuf in der ehemaligen Sumpflandschaft Anting, etwa eine Stunde vom Stadtkern Shanghais entfernt, einen anspruchsvollen Rundkurs von insgesamt 5,45 Kilometern mit sieben Links- und Rechtskurven. Der Parcours ist Teil eines gigantischen futuristischen Gesamtkomplexes, der moderne Architektur und Technologie mit der Tradition und Symbolik Chinas verbindet. Waldmann Lichttechnik realisierte das lichttechnische Konzept der Mailänder Lichtdesigner Francesco Iannone und Serena Tellini für die Haupttribüne.

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4 Ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Millionenmetropole Shanghai: The Shanghai International Circuit.
5 u. 6 Blaue Spezial-Rohrleuchten umgürten die Säulen, sodass die »Augen« gleichsam auf ihren Pfeilern schweben.

Trotz seines gigantischen Ausmaßes und seiner futuristischen Formensprache ist der neue Formel-1-Kurs mehr als lediglich eine weitere Rennstrecke der Extraklasse. Denn Bauherren, Architekten und Lichtdesigner haben hier ein architektonisches Gesamtwerk geschaffen, das Tradition und modernste Technologie mit der Symbolik Chinas in Einklang bringt. Nicht nur der Verlauf der Rennstrecke, auch die Haupttribüne greift zentrale Themen der fernöstlichen Kultur auf.

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7 Blaue Spezial-Rohrleuchten umgürten die gewaltigen Tragsäulen und lassen die »Augen« fast schwerelos wirken.
8 Die Spezial-Rohrleuchte von Waldmann wird montiert.
9 Spezial-Rohrleuchten zur Konturbeleuchtung

Die Rennstrecke ist exakt dem chinesischen Schriftzeichen »shang« nachgezeichnet. Ein anderes zentrales Motiv der chinesischen Symbolik ist das Auge. Oberste Maxime des Architekten war es deshalb, die magische Kraft des Sehens in der Form der Architektur zum Ausdruck zu bringen.

10 Das »Auge« im Abendlicht

Diese Intention haben auch die Lichtdesigner Francesco Iannone und Serena Tellini aus Mailand aufgegriffen. Ihr Beleuchtungskonzept für die Haupttribüne beweist gestalterische Kraft und wird gleichzeitig den hohen technisch-funktionalen Anforderungen gerecht: Anmutig leicht und fast schwebend wirken die beiden Augen, die auf je zwei gigantischen Säulen aufliegen. Diese Säulen werden mit blauem Licht aus speziell entwickelten Rohrleuchten indirekt illuminiert. Die gleichen Leuchten kommen auch zur weithin sichtbaren Konturierung der Augen selbst zum Einsatz. Um bei der dafür notwendigen Lichtstärke aber Überblendungen zu vermeiden, wurden bestimmte Bereiche der Spezial-Rohrleuchten mit einer halbtransparenten optischen Folie ummantelt. Damit konnte die Leuchtkraft abschnittsweise reduziert werden, wodurch sich für den Betrachter aus jeder Entfernung heraus ein homogener Gesamteindruck ergibt. Die Ummantelung erfüllt zudem die wichtige Anforderung, den Nahbereich für Besucher, insbesondere aber für die Formel-1-Fahrer, zu entblenden, und zwar ohne Beeinträchtigung der Fernwirkung. So sorgt das Beleuchtungskonzept dafür, dass die Silhouette der Formel-1-Haupttribüne auch aus größter Entfernung noch sichtbar ist als eine Art Wahrzeichen einer neuen Kulturepoche Chinas. Selbst beim Landeanflug auf den internationalen Flughafen der Millionenmetropole leuchten die »Augen von Shanghai«.

LICHT 04/2005

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