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Dezente Gemütlichkeit und architektonische Klarheit

Das Restaurant »Plenum« im Stuttgarter Landtag wurde nach einem neuen Licht- und Interieurkonzept umgestaltet

Fotos: Jens Küsters, München, für Nimbus Design GmbH, Stuttgart

»Plenum« heißt das Café-Restaurant im Erdgeschoss des Stuttgarter Landtags, das von der Nimbus Design GmbH im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Vermögens- und Hochbauamt Stuttgart umgestaltet wurde. Mit einem neuen Beleuchtungs- und Interieurkonzept wurde das Restaurant Anfang April 2004 eröffnet und soll künftig zum neuen urbanen Treffpunkt werden: einladend, frisch, unaufdringlich und von atmosphärischer »Gemütlichkeit«.

Das Erdgeschoss wirkt seit der Neugestaltung des Plenums hell und einladend.
Außen für Transparenz und innen für dezente Gemütlichkeit zu sorgen, war das Anliegen des Architekten.
Mit »Lichtkuben« wird der Eingangsbereich des Plenums akzentuiert. Formal orientieren sich die Leuchten am quadratischen Grundriss des Landtags. Für das betont weiche Licht sorgt eine Bespannung aus wetterfestem, teflonbeschichtetem Textil.

In bester Lage

Trotz seiner hervorragenden Citylage hatte das Stuttgarter Publikum das Restaurant »Plenum« in vergangener Zeit nicht wirklich angenommen. Dabei könnte der Standort besser nicht sein: Die Landtagsarchitektur von den Architekten Viertel, Linde und Heinle, bei der es sich um einen Solitär in Form eines gläsernen Quadrats aus den 1950er-Jahren handelt, ist zwischen dem Ensemble aus Neuem Schloss, Großem Haus und Kunstverein gelegen – mit regem Publikumsverkehr und in unmittelbarer Anbindung an den Stadtgarten.

Das Restaurant ist eingebettet in das Ensemble aus Neuem Schloss, Großem Haus und Kunstverein – mit regem Publikumsverkehr und in unmittelbarer Anbindung an den Stadtgarten. Im Außenbereich des Restaurants wurde für circa ein halbes Jahr eine temporäre Licht-Kunst-Installation realisiert. Die überdimensionalen, farbigen Leuchten und Objekte sollen den Passanten einen neuen Blick auf das Areal eröffnen.

Mit Lichtband und leuchtenden Kuben die Außenwirkung stärken

Dietrich Brennenstuhl, Architekt und Geschäftsführer der in Stuttgart ansässigen Nimbus Design GmbH, zeichnet für das gesamte Beleuchtungs- und Einrichtungskonzept verantwortlich – vom Licht bis zur detaillierten Gestaltung des Innenraums. Dabei wirkt er vor allem dem Eindruck von hermetischer Abgeschlossenheit entgegen, den die Glasarchitektur ohne sichtbaren Eingangsbereich vor allem im Erdgeschoss ausstrahlt.

Eines der Elemente, das der Architekt wirkungsvoll einsetzt, ist das markante, von innen und außen sichtbare »Lichtband« in Form von durchlaufenden mattierten Lichtstreifen in Tischhöhe. Sowohl im Inneren als auch von Außen entsteht der Eindruck einer angenehmen, unaufdringlichen und dennoch individuellen Beleuchtung.
Mit Lichtkuben im Eingangsbereich und an der Decke entlang der Fassade akzentuiert Brennenstuhl sensibel die Glasarchitektur.

Eine warme Atmophäre im Inneren wird mit zurückhaltenden Materialien und Wandflächen in Sandstein vermittelt und nimmt Bezug auf die Sandsteinfassade des Großen Hauses. Als zentrales Element fungiert
eine sieben Meter lange Theke entlang der Hauptfassade mit Blick auf den Schlosspark.

Die Neugestaltung des »Plenums« in ihrer Transparenz führt wieder zurück auf die ursprüngliche Gestaltungsidee des Landtags.

Im Innenraum hängen entlang der Fassade nun quadratische, mit lichtstreuendem Stoff bespannte Leuchtkörper an der Decke.
Sie stellen einen Bezug zur Außenbeleuchtung und der umgebenden Architektur her
Eine auch von außen deutlich sichtbare,
sieben Meter lange Bar bildet den zentralen Treffpunkt im »Plenum«. Sie soll auch zu später Stunde noch Theatergäste anziehen, die vom Großen Haus durch den Schlosspark flanieren.

LICHT 05/2004

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