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Ein berauschendes SchmuckstückZum Titelbild:
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Fotos: LBM Lichtleit-Fasertechnik GmbH, Berching |
Am 9. November 2002 wurde der neugestaltete und sanierte »Erfurter Anger« mit einem feierlichen Akt den Erfurter Bürgern übergeben. Der Brunnen vor dem Ursulinen-Kloster hat sich seitdem zum beliebten Treffpunkt entwickelt. Durch seine Umgestaltung und Restaurierung sowie die attraktive Beleuchtung mit Lichtleit-Fasertechnik wird der Springbrunnen zum identitätsstiftenden Moment des neugeschaffenen innerstädtischen Freiraums in Erfurts historischer Innenstadt.
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| Die Brunnenanlage auf dem neugestalteteten »Erfurter Anger« ist belebendes und identitätsstiftendes Element im öffentlichen Stadtraum. Nicht nur Wasser sondern auch farbenfrohe Lichtspiele erfreuen die Einwohner und Gäste der thüringischen Landeshauptstadt. | |
Herz der Stadt im Wandel
Das Zentrum der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt verwandelt sich durch umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen zu einer der schönsten Altstädte Deutschlands. Der am Rande des mittelalterlichen Zentrums gelegene »Anger« als ehemaliger Marktstandort erfuhr durch den Neubau von drei Kaufhäusern eine wirtschaftliche Wiederbelebung und gewann erheblich an Attraktivität. Durch zwei sich kreuzende Straßenbahnlinien mit drei Wartehallen ist der Bereich ein hochfrequentierter Verkehrsknotenpunkt innerhalb des Erfurter Straßenbahnnetzes. Der Platz wird gerahmt von stilvollen Fachwerkhäusern der Renaissance, großzügigen gründerzeitlichen Geschäftshäusern und modernen Kaufhäusern. Das Lutherdenkmal und die raumgreifende Brunnenanlage auf dem »Anger« wirken zudem als Publikumsmagneten. Nach der bereits in den 70er Jahren erfolgten Umwandlung zur Fußgängerzone bestand heute für den Platz dringender Modernisierungsbedarf.
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| 3 Drei 150-Watt-Projektoren speisen ihr Licht in insgesamt 430 Meter Lichtleit-Fasern ein. Der Lichtaustritt erfolgt über 42 Brunneneinbaustrahler. 4 Die Lichtfarben wechseln durch eine elektronische Steuerung absolut synchron in allen drei Brunnenbecken. |
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Konzept und Design für den »Anger«
Im Rahmen des umfangreichen Sanierungsprogramms für die Erfurter Innenstadt wurde 1999 ein freiraumgestalterischer Wettbewerb ausgelobt, der von der Firma GTL Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten, Kassel, gewonnen wurde (Deutscher Naturstein-Preis 2003). Der Entwurf der Planungsgemeinschaft »anger-plan« (Planungsbüro Grobe und Firma GTL) sieht eine zurückhaltend aufeinander abgestimmte, speziell für den »Anger« entworfene Möblierung und Beleuchtung vor, die dem Ort im städtischen Kontext einen eigenständigen und unverwechselbaren Charakter verleiht. Der Entwurf wird den zeitgemäßen Ansprüchen an hochfrequentierte Innenstadtbereiche mit ihren vielfältigen Nutzungen gerecht und bezieht respektvoll das historisch gewachsene Umfeld in die Neuplanung ein. Besondere Bedeutung wurde dabei der Beleuchtung des »Angers« zugemessen. Das eigens für den Platz entwickelte Beleuchtungskonzept stammt von Lichtplanerin Ulrike Brandi, Hamburg. Der mit Fasertechnik akzentuierte Brunnen stellt vor allem am Abend einen stimmungsvollen Blickfang dar.
Der Skulpturbrunnen
Die umfangreiche Restaurierung der Brunnenanlage wurde zu einem eigenständigen Teil des komplexen Sanierungsprojektes »Erfurter Anger« unter der Federführung der Firma Brunnenmeisterei Schreier, Buttelstedt. Der raumgreifende Skulpturenbrunnen vor dem Ursulinen-Kloster stammt aus den 70er Jahren und wurde vom Künstler Waldo Dörsch entworfen. Der Brunnen wurde jetzt freigestellt und damit zum ersten Mal als Großskulptur im Platzraum erlebbar. Um die Anlage aufzuwerten, wurden die Betonbecken durch anthrazitfarbenen Granitstein ersetzt.
Die farbige Beleuchtungsinszenierung wurde mit Faser-Technik von der Firma LBM GmbH, Berching, realisiert. Drei »LP 6155«-Projektoren mit je 1 x 150 Watt MHR-Leuchtmittel versorgen 430 Meter »EURO-FSPT«-Fasern zuverlässig mit Licht. Die drei runden Brunnenbecken werden mit insgesamt 42 Brunneneinbaustrahlern aus Bronze (14 Strahler pro Becken) effektvoll illuminiert. Synchronelektronik sorgt dafür, daß beim wirkungsvollen Wechsel der Farben die drei Becken stets in derselben Farbe erstrahlen. So entstand ein faszinierender Blickfang, der durch sein be-»rauschendes« Wasser- und Lichtspiel zu einem belebenden und attraktiven Element auf dem Anger geworden ist.
Objektinformationen:
Freiraumgestalterisches Konzept: Planungsgemeinschaft »anger-plan« (Planungsbüro Grobe und GTL Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten, Kassel)
Beleuchtungskonzept: Ulrike Brandi, Hamburg
Restaurierung und Umgestaltung der Brunnenanlage: Brunnenmeisterei Schreier, Buttelstedt
Lichtleit-Fasertechnik: LBM Lichtleit-Fasertechnik GmbH, Berching
LICHT 09/2003