EDITORIAL
LEDs fliegen durch die Lüfte …

Liebe Leserin, lieber Leser,

»LEDs fliegen durch die Lüfte« … Sie wissen natürlich gleich, daß damit nur die kleinen Glühwürmchen gemeint sein können. In diesem Jahr gibt es sie wieder – zumindest hier im Süden – sie haben die Farbe von LEDs, wer hat da wohl wen kopiert !? Diese Glühwürmchen sind im übrigen Käfer, es leuchten sowohl Weibchen als auch Männchen, doch nur die Männchen können fliegen. Glühwürmchen-Männchen nutzen ihr Glühen – eine sogenannte Biolumineszenz – zum Anlocken der Weibchen. Verantwortlich ist dafür der Leuchtstoff Luciferin, der sich in großen Mengen im Leuchtorgan der Insekten befindet. Luceferin leuchtet jedoch erst, wenn es mit Sauerstoff zusammenkommt, diese Reaktion kann durch das Enzym Luciferase beschleunigt werden. Wir wünschen den Glühwürmchen ein glückliches »Glühen«, welches ja immer zum Happy End führt … und damit erinnern wir uns an einen Slogan der Fördergemeinschaft Gutes Licht (FGL), der damals lautete: »Licht ist Leben«! Mit den LEDs ist es natürlich etwas sachlicher, aber es scheint, ohne LEDs gibt es auch kein Leben mehr …! Dieses Thema ist schier unerschöpflich, auch in dieser Ausgabe zeigen mehrere Beiträge die Innovationen rund um diese kleinen Leuchtelemente (S.598–609, S.656–659). LEDline heißt z. B. ein lineares Flutlicht, welches Philips auf der Roadshow »Wand, Decke, Licht« zeigte.


Träumen … dankbar dafür sein, was für einen wunderschönen und langen Sommer wir in diesem Jahr haben: Tanz im Freien, laue Sommerabende, das Beobachten von Glühwürmchen …
Diese reizende Figur gehörte zur Dekoration auf der Lightstyle, sie wurde erst sichtbar durch das Licht …

Foto: R. Welk


… nun sind wir also schon im Freien – der Sommer lebt ja besonders durch die zahlreichen Open-air-Veranstaltungen, deren Hauptdarsteller ohne Zweifel immer das Licht ist – mal wird ein Jazz-Konzert in Rot getaucht, die kahle Kulisse einer Opernaufführung wird durch rote, blaue, weiße oder gelbe Farbflächen akzentuiert und dramatisiert, eine am Tage graue Tanzfläche im Freien bekommt durch Diskoeffekte den »Flair des Südens«, die Leichtigkeit eines Urlaubstages. Im Dunkel eines Sees taucht auf einmal ein Dampfer voller Lampions und Lichter mit fröhlicher Musik auf. Feuerwerke knallen nicht nur, sie entfalten einen wahren Lichterregen und begeistern immer wieder!

Leuchtende Roadshows …

Roadshows touren durch die Lande … in diesem Jahr mehren sich die Roadshows der Lichtunternehmen: wir besuchten bereits die »himmlische Show« von Trilux in Berlin und München (s. Titelbild und S. 580–583), betraten die Überseecontainer von Philips AEG LICHT (s. S. 682), und nun startet auch Zumtobel Staff (nach der erfolgreichen Premiere im Frühjahr) mit dem Onlite-Truck am 9.9. in Mainz, Siegen (11.9.), Wuppertal (12.9.), Dresden (15.9.), Ingolstadt (16.9.), Nürnberg (17.9.) und Frankfurt (18.9.). Gezeigt werden die eigenständigen Produktprogramme Tecton-Lichtbandsystem, Onlite-Notbeleuchtung und Lichtmanagement Luxmate Emotion. Routenpläne und Infos finden Sie von allen Roadshows im Internet der Unternehmen, aber auch unter www.Lichtnet.de. Alle können noch in den nächsten Wochen noch irgendwo gesehen werden …

Die West Side Story auf der Bregenzer Seebühne: Schon lange vor der Zerstörung des World Trade Centers hatte George Tsypins die Bregenzer Bühnenskulptur geplant, die nun natürlich diese Associationen wachruft. Ein Turm aus Stahl und Glas ragt 36 m aus dem Wasser.
Spannung wird durch die Lichtregie von James F. Ingalls erzeugt: Blaues Licht für die Jets, die aus dem Glasturm kommen, rotes Licht für die Sharks. Rund 7000 Besucher können diesem Musical in diesem und im nächsten Jahr allabendlich zusehen und zuhören, vielleicht sind Sie auch einmal dabei!

Foto und Informationen: www.bregenzerfestspiele.com

»Paris im Licht«

In dieser Ausgabe berichten wir über die Anstrahlungen des Eiffelturms (S.631). Doch noch ein anderes Lichtunternehmen kam damit in die Presse: 20000 Leuchten der Firma Pfannenberg aus Allermöhe/Hamburg tauchen den Turm nun allabendlich in ein Blitzlichtgewitter. Die Leuchten sind im Abstand von 80 cm zueinander an den Stahl montiert. Zu jeder vollen Stunde für jeweils 10 Minuten blitzt jede einzelne Leuchte ca. 250mal auf. Zufallsgeneratoren verhindern, daß alle gleichzeitig blitzen, denn dann könnte das Stromnetz von Paris zusammenbrechen. Über diese Installation demnächst mehr …

München ist abflugbereit …

Das Flughafen-Terminal 2 ist nun startklar: In dieser Ausgabe berichten wir nun ganz aktuell über den Start mit Vorschaltgeräten von Osram (S. 627). Rollltore schließen sich, Kuppeln öffnen sich, Notbeleuchtungen sind sichtbar … damit alle Schritte in einem Notfall richtig ablaufen, wurde eine komplexe Steuerungstechnik von Lamilux eingebaut, eine weitere Lichtplanung u. a. von Erco durchgeführt. Doch über das alles auch demnächst mehr … Sehen Sie sich bei Ihrem nächsten München-Flug doch dieses neue Terminal einmal unter Licht-Gesichtspunkten an …

...nicht nur Nürnberg schwelgte in blauen Tönen (s. S. 592–597), auch am Forggensee tauchte man Ludwig II in blaue Farben. Das Musical »Ludwig II – Sehnsucht nach dem Paradies« ist in diesem Jahr das erfolgreichste Musical in Deutschland. Und auch hier spielt das Licht eine große Rolle, das vom Bühnenzauberer Heinz Hauser imponierend gestaltet worden ist. Über den imponierenden Theaterbau und die Lichtplanung und Leuchten von IGuzzini berichtete LICHT Ende 2000 in der Ausgabe 11/12. Über die »Lichtregie« demnächst … heute nur als Tip für den Urlaub noch in diesem Jahr oder im nächsten …
Foto und Information: www.ludwigmusical.com

Wuppertal im Lampenfieber!

… Paris hat den Eiffelturm, Wuppertal die Schwebebahn … so beginnt die Pressemitteilung der Stadt Wuppertal zum Thema »Beleuchtung der Schwebebahn«. Die Schwebebahn ist der Punkt, an dem sich die langgezogene Stadt mit ihren vielen unterschiedlichen Vierteln und Gesichtern findet. Die Schwebebahn ist ein technisches Bauwerk und verkörpert zugleich Bewegung. Dieses beliebte Nahverkehrsmittel soll nun mit Licht in Szene gesetzt werden. Das Gerüst in filigraner Konstruktion soll dezent illuminiert werden: Jede fahrende Schwebebahn schiebt eine Lichtwelle vor sich her und zieht einen verlöschenden Lichtschweif nach sich. Licht und ein grandioses Verkehrsmittel, beide in Bewegung. Das Konzept der Firma Dinnebier Licht wurde von einer Jury für gut befunden! Wuppertal setzt im gegensatz zum Pariser Eiffelturm auf inszeniertes Licht aus LEDs! Die Illuminierung wird das typische Gerüst-Grün mit dezentem Weiß hervorheben. Befährt eine Schwebebahn einen Streckenabschnitt, messen Erschütterungssensoren ihr Kommen und schalten die Lichtstärke von 50 auf 100% hoch: Die Schwebebahn schiebt eine Lichtwelle vor sich her, anschließend dimmen sich die LEDs wieder auf 50% ab. Zu besonderen Gelegenheiten lassen sich über Steuerung die LED in jeder beliebigen Lichtfarbe und -stärke mischen – zwischen Magenta und Türkis ist alles möglich. Pro Kilometer Schwebebahn-Gerüst werden 298 Lichtelemente mit jeweils 96 LEDs am Gerüst montiert. Das Licht strahlt nach oben und bis zu einem Winkel von max. 30 ° zur Seite, so werden weder Anwohner durch Lichtimmissionen gestört, noch Insekten, Vögel oder der dunkle Nachthimmel beeinträchtigt. Das ist ein wichtiger Umwelt-Aspekt, der den des niedrigen Energie-Verbrauchs noch positiv ergänzt. In einem Jahr werden 3400 Kilowatt Strom verbraucht. Die Illumination derSchwebebahn wird ausschließlich über Spenden und Sponsorengelder finanziert u. a. auch über ein »Lampenfieber-Fest«. Auch darüber demnächst mehr …

Licht in der Wissenschaft

… weil in diesem Jahr die Sonne soviel scheint, widmete die Süddeutsche Zeitung in der Rubik »Wissenschaft« am 22.7. dem Thema »Licht und Sonne« drei sehr interessante Seiten. Die einzelnen Beiträge handeln von der »Sonne als Quelle des Lebens« und gegensätzlich dazu »Stern des Todes«, »Blass is beautiful«, »Warten auf die Dunkelheit« sowie über Ergebnisse in der Schlafforschung. Der Beitrag »Wer im Glashaus sitzt« behandelt das Thema , wie man Tageslicht ins Innere von Gebäuden bringt (unsere LICHT-Ausgabe »TAGESLICHT« erscheint wieder im Oktober).

Geschildert wird auch, wie »Regisseure mit simplen elektromagnetischen Wellen so ziemlich jede Gefühlslage erzeugen können«. Auch die Farben Rot und Blau werden untersucht. Sehr interessant ist auch die Aufstellung und Erklärung einiger Luxwerte:

Wußten Sie schon...

Wenigstens 100 Lux sollten den Alltag beleuchten, Blumen gedeihen am besten, wenn sie 16 Stunden 1000 Lux erhalten. In Kunst-Museen ist Blitzlicht verboten, weil das energiereiche kurzwellige Licht die Bilderfarben verblassen läßt, auch wenn die 10000 Lux nur eine hundertstel Sekunde strahlen. 20000 bis 120000 Lux herrschen am hellichten Tag im Freien. Im Gebirge nimmt die Helligkeit mit den Höhenmetern zu. Eine Operationslampe hat rund 120000 Lux, was notwendig ist, weil das dunkle Gewebe und die Muskeln einen großen Lichtanteil schlucken, warmes Infrarotlicht wird herausgefiltert. Auf einem Gletscher herrschen 150000 Lux, gefährlich ist besonders die hohe UV-Strahlung. 1000 Milliarden Lux hell wäre der Stern mit der größten Leuchtkraft im Universum. Die Sonne scheint mit 137000 Lux. Noch mehr Leuchtkraft als Sterne erreichen Quasare, komplexe kosmische Objekte im Zentrum ferner Galaxien: Sie strahlen eine Million mal stärker als der Pistolenstern im Sternbild Schütze.
(Quelle: Süddeutsche Zeitung: Wissenschaft«, vom 22.7.2003)

Lichter … der Film

Auch im Kino geht es nicht ohne Licht: »Lichter« – vom Erfolgsregisseur Hans-Christian Schmid – startet gerade in den Kinos. Bei der Berlinale erhielt dieser Film den Preis der internationalen Filmkritik, beim Deutschen Filmpreis die »Silberne Lola« … sehen wir ihn doch einmal an!?

Mit den besten Wünschen für eine schöne Urlaubszeit und viel gesundes Sonnenlicht, vielleicht sehen wir uns auf der einen oder anderen Licht-Veranstaltung


Ihre



… für mich hängt hier der »Himmel voller Lichter«! Philips AEG Licht zeigt auf der gerade tourenden Roadshow Überseecontainer voller Lichter, tausende von Stäben spiegeln sich in den Wänden und dem Fußboden … (s. S. 682). Diese Show können Sie noch in Hamburg, Köln, Frankfurt und Wien besuchen.

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