| EDITORIAL: … laßt mich mit Tränen mein Los beklagen … |
Liebe Leserin, lieber Leser!
… man kann doch nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen … Nichts ist mehr so, wie es vor dem 11. September war.
Zuerst schockiert über diese unfaßbaren, unbegreiflichen Terroranschläge, wechselte man über in unsägliche Trauer.
In Berlin und natürlich in vielen Orten weltweit gab es spontane Trauerkundgebungen, man fand sich zusammen mit Lichtern und Blumen, z.B. am Brandenburger Tor und in den großen Kirchen zu ökumenischen Gottesdiensten.
Man betete für die Opfer und auch für den Frieden in der Welt.
… wir wollen nicht laut feiern, sondern leise zeigen …
Veranstaltungen, die in dieser Woche stattfinden sollten, wurden häufig abgesagt. Die Jahrestagung der Elektroinnung Berlin/Brandenburg wurde jedoch durchgeführt, natürlich ohne heiteres Musikprogramm. Die Sängerin Manuela Bress aus Berlin, die zur Untermalung der öffentlichen Hauptversammlung mit dem Pianisten Frank Gutschmidt auftrat, änderte natürlich ihr Programm: Ihr Eröffnungslied ging den Festgästen nahe. Sie sang auf italienisch die Arie aus der Oper »Rinaldo« von Händel: »Lascia chio pianga« »laßt mich mit Tränen mein Los beklagen«. Musik kann durch Terrorismus nicht zerstört werden, Musik tröstet und verbindet. So war ihr Schlußlied aus der II. Sinfonie c-moll von Mahler auch ein wenig zukunftsweisend es hieß »Urlicht« …
Der Obermeister der Elektroinnung, der Landesinnungsmeister Günter Herrmann, sagte in seinen Begrüßungsworten: »Wir haben uns nach den schrecklichen Ereignissen die Frage gestellt, ob wir unsere Jahrestagung stattfinden lassen sollen. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen. Wir haben beschlossen, unseren Jahrestag durchzuführen, denn wir können nichts ungeschehen machen. Wir wollen aber nicht laut feiern, sondern leise zeigen, daß unsere Demokratie nicht zu zerstören ist. Unsere Jahrestagung ist ein Stück gelebte Demokratie. Dieser barbarische Terrorakt ist eine Kriegserklärung gegen die gesamte Welt.
Es ist unvorstellbar, wie Menschen in der Lage sind, Tausende unschuldiger Menschen zu ermorden. Unsere Solidarität gilt dem amerikanischen Volk. Wir Deutschen wissen es ganz besonders, wie wichtig Hilfe von außen ist, wenn es gilt, die Demokratie, den Wohlstand für alle zu bewahren. Ohne die USA und die anderen Alliierten gäbe es kein vereintes Deutschland, kein Ende des Naziterrors. Die Welt muß jetzt zusammenstehhen und besonnen und kalkulierbar die Freiheit verteidigen.«
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Diesen LICHT-Jahrgang haben wir mit einem Foto vom Brandenburger Tor begonnen (s. LICHT 12, S. 2), es war nicht vorherzusehen, daß es einen aktuellen Anlaß für eine erneutes Foto geben würde … |
| Berlin ist durch viele Ereignisse in der Vergangenheit mit den Amerikanern besonders verbunden und zeigt so sehr offen und für alle sichtbar seine Gefühle … | |
Hunderttausende fanden sich am Brandenburger Tor Symbol für Frieden und Freiheit ein, um still zu verharren, Blumen niederzulegen …
… das Leben geht weiter …
In den USA hat man nun in mehreren großen Veranstaltungen von den Toten und Vermißten Abschied genommen, Placido Domingo sang das »Ave Maria« und Bette Midler »The Wind Beneath my Wings«.
Es war eine Veranstaltung im New Yorker Yankee Stadion, wo man nicht Schwarz trug, sondern Stars and Stripes. Rund 30 000 waren hier in Trauer und Gebeten vereint, sahen jedoch auch nach vorn. Geistliche aller großen Weltreligionen beteten gemeinsam, das Zusammengehörigkeitsgefühl war ein Trost dieser Tage. Nach Abschluß der Feier wehte die Nationalflagge wieder auf voller Höhe Blick in die Zukunft …
Friedenslauf in Berlin … Run for the Peace
Auch in Berlin wurde man mit der Frage konfrontiert, ob der 38. große Berlin-Marathon am 30. September stattfinden soll.Bären für Berlin …
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| Brücken verbinden … Berlin mit New York, Menschen hier und dort, Tränen und Lachen, Freud und Leid. Er steht in der Nähe vom Brandenburger Tor. Machte die Luftbrücke von den Amerikanern damals den Berlinern Mut, so ist es jetzt umgekehrt … |
Dieser Berliner Bär auf der Straße »Unter den Linden« ist mit Motiven vom Checkpoint Charlie bemalt worden er verbindet nun ganz aktuell die Vergangenheit und Gegenwart! Künstler: Freddy Reitz Sponsor: Restaurant Liebermanns im Jüdischen Museum Berlin |
Das Leben geht weiter, und der Berliner Friedens-Marathon wird an vielen bunt bemalten, interessant gestalteten Bären vorbeigehen, die überall in der Stadt sozusagen in einer Open-air-Galerie ausgestellt sind.
Sie macht ein Jahr lang das Stadtbild bunter und fröhlicher. Im nächsten Jahr werden sie versteigert für karitative Zwecke, für Kinder in Berlin …
Ein besonderer Licht-Bär wird auch auf der Messe »belektro« in Berlin den LICHT-Dialog in der Halle 11.2 begleiten.
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| … in der Nähe vom Brandenburger Tor scheint die Herbstsonne … das Leben geht weiter, es gibt Schatten, aber auch wieder Licht … |
»Freiheit« ins rechte Licht gerückt …
Auf dem Platz der Verfassungsfreunde ist vor kurzem die 20 m hohe Skulptur »Freiheit« des amerikanischen Künstlers Jonathan Borofsky ins helle Scheinwerferlicht gesetzt worden. Vielen Offenburgern gefällt das Kunstwerk bei Nacht besser als am Tage, und der Strom wurde außerdem für 10 Jahre vom E-Werk gespendet …
Der Wunsch nach dem Erhalt von Frieden und Freiheit ist jetzt deutlicher als je zuvor. Durch die aufwühlenden Ereignisse sind viele Menschen wieder etwas näher zusammengerückt, man spricht wieder mehr miteinander, konnte die unbegreiflichen Bilder gemeinsam besser verarbeiten ein Lichtblick in dieser »dunklen« Zeit …
Ihre
