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Träume aus Licht und Glas

Die Glashütte Lamberts stellt exklusive Lichttafeln vor

Kerstin Schitthelm


1, 2 Dekorative Lichttafeln aus Glas: Von »Farbenwirbel« bis »Bernstein« ist jede Farbgebung möglich.

3 Eine Lichttafel in Blau-gelb: Das Unternehmen erwartet aus diesem neuen Design weitere Innovationen für sein Produktspektrum.


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Die Glashütte Lamberts in Waldsassen wurde 1934 von Josef Lamberts, dem Vater des heutigen Firmenchefs Stephan Lamberts gegründet. Die Hütte produzierte neben Flachglas auch Signalgläser, zum Beispiel für Ampeln und Züge. Heute ist das Unternehmen mit seinen 100 Mitarbeitern auf mundgeblasene Flachgläser spezialisiert. Zudem wird in Waldsassen auch so genanntes Tischkathedral-Glas für Fenster gegossen.

Der Hauptfokus des Fertigungsbereiches liegt allerdings auf mundgeblasenem Echt-Antikglas, das in mehr als 5 000 verschiedenen Farben angeboten wird. Damit gehört die Glashütte Lamberts zu den letzten drei Betrieben weltweit, die mundgeblasenes Echt-Antikglas in dieser Technik herstellen. Nicht nur die große Farbvielfalt macht das Waldsassener Unternehmen hier zum Marktführer.

Der Glasbläser bearbeitet den flüssigen Werkstoff und formt ihn in mehreren Arbeitsgängen zu einem Ballon.

Glas bietet vielfältigste Gestaltungsmöglichkeiten

Seit jeher werden mundgeblasene Flachgläser traditionell in Kirchenfenstern eingesetzt. Die Be- und Weiterverarbeitung durch Glaskünstler macht aus ihnen in diesen Verwendungsbereich wunderschöne Kunstgemälde. Ihre Brillanz offenbart sich deutlich bei der Betrachtung von sonnendurchfluteten Kirchenfenstern.

Heute findet man mundgeblasene Gläser in zunehmendem Maße in Profanbauten: Sie werden verwendet in Empfangshallen, als Deckenverglasungen oder als Raumteiler.
Auch im Licht- und Leuchten-Design werden mundgeblasene Flachgläser immer häufiger verwendet. Ihre enorme Farbenvielfalt – die Glashütte Lamberts stellt über 5.000 unterschiedliche Gläser her – macht sie für Glaskünstler, Designer, Architekten, Fenster- und Türenbauer, Möbelschreiner und Raumgestalter zum Gegenstand ihres kreativen Schaffens mit unbegrenztem Gestaltungsspielraum.

Weltweiter Erfolg

Über 60 Prozent ihrer Produktion – mit steigender Tendenz – exportiert die Glashütte Lamberts in die weite Welt.
Die wichtigste Märkte für das oberpfälzische Unternehmen sind dabei Japan, Südkorea und die USA, wo zwei Lager unterhalten werden. Lamberts-Gläser findet man sowohl in der Pfizer-Zentrale in New York als auch in der Lounge des Flughafens Hongkong.

Renommierte Stararchitekten wie Sir Norman Foster arbeiten gerne mit den Produkten der Firma Lamberts, die sich auf einem kleinen, aber feinen Nischenmarkt profiliert und etabliert hat, wie die in den vergangenen Jahren stetig steigende Umsatzzahlen beweisen.



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5 Das Herzstück der Glasproduktion ist der Glasschmelzofen.
6 Aus Quarzsand und Soda wird bei 1.200º Grad Glas. Die Arbeit in einer Glashütte ist nichts für hitzeempfindliche Menschen.
7 Der Glasballon wird aufgeschnitten und zu einem Zylinder geformt.

Tradition und Innovation

Die oberpfälzische Glashütte setzt auf altbewährte Glasmacherkunst bei innovativer Technik und modernem Design.

Dass die Entwicklung neuer, Erfolg versprechender Produkte auch aus einfachen Ideen und deren konsequenter Verfolgung entstehen kann, beweisen die überaus dekorativen »Lichttafeln«, die die Glashütte Lamberts seit kurzem anbietet. Hier griff das Unternehrmen den – unvermuteten – Wunsch seiner Kunden auf:

Produkterweiterung

Im März 2001 beteiligte sich die Glashütte im Rahmen der Handwerksmesse München an der Sonderausstellung »Exempla«: Dort präsentierte Lamberts seine mundgeblasenen Flachgläser montiert auf einer hinterleuchteten Wand, wo sie ihre ganze Schönheit zeigen konnten und das Publikum faszinierten. Nachdem sich viele Messebesucher erkundigten, wo den diese Kunstobjekte zu kaufen seien, nutze die Glashütte Lamberts, die ihre Flachgläser bislang lediglich als Zwischenprodukt anbot, diese Anregung als völlig neuen Denkansatz: Beflügelt durch die Auszeichnung mit dem »Bayerischen Staatspreis in Gold für künstlerische Gestaltung der mundgeblasenen Flachgläser in über 5000 verschiedenen Farben«, machte sich das Unternehmen an die serienmäßige Entwicklung seines ersten »Komplett-Produktes«, der Lichttafeln. Diese »Träume aus Licht und Glas« sind in dieser Form ganz und gar einzigartig.

Lichttafeln

Auch für die Lichttafeln verwendet Lamberts als Basis den aufgeschnittenen Glas-Zylinder als »Urform«: Nach der Verfeinerung des Produktionsverfahrens, der Erarbeitung einer geeigneten Lösung für die Befestigung, Hinterleuchtung und Sicherheit der mundgeblasenen Flachgläser entschieden sich die Oberpfälzer zur Produktion von vorerst zwölf verschiedenen Motiven. Diese tragen so wohlklingende Namen wie »Stille«, »Lebensfreude«, »Freiheit«, »Gegenwart«, »Farbenwirbel« oder »Lichtblick«.

Zusammengefasst in einem dekorativen Prospekt, präsentiert Lamberts seine Lichttafeln in Verbindung mit einem Naturmotiv und einem Leitzitat. So begleiten die Lichttafel »Bernsteinnebel« Herbstblätter, die durch folgende Weisheit unterstützt werden: »Das Leben liegt weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft, sondern allein in der Gegenwart.«



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8 Vor kurzem von Lamberts entwickelt: Attraktive Stehleuchten aus Glas, die bei immer andere Farbfacetten bieten.
9 Ein großes Archiv mit mehr als 5 000 verschiedenen Musten hilft bei der Farbauswahl- und produktion.
10 Eine Fundgrube für Glasfreunde: Von einer Vielzahl von Produkten lagert das Unternehmen hier ein Reserveglas.

Licht-Unikate

Erste komplette Lichttafeln wurden im Dezember 2002 auf der Messe Heim & Handwerk in München vorgestellt. Die 60 x 90 cm großen, etwa 8 kg schweren »Lichtträume« sind je nach Motiv für 640 bis 690 Euro zu haben. Aufgrund der handwerklichen, mundgeblasenen Fertigung der Lichttafeln ist jedes der Glaskunstwerke ein Unikat. Um ihre Einmaligkeit zu dokumentieren, erhält jeder Käufer ein »Unikatszertifikat«.

Lichtträume für ein gehobenes Ambiente

Gedacht sind die Lichttafeln für Zielgruppen, die ein repräsentatives Raumambiente anstreben. Gedacht ist vor allem an Hotels, Arzt- oder Rechtsanwalts-Praxen, Einrichter und Raumaustatter exklusiver Wohnungen, natürlich auch an den exklusive Leuchtenhandel, der die Lichttafeln möglichst prominent platziert. So werden gerade besonders erfahrene Fachhändler dringend gesucht.

Weitere Informationen unter: www.lamberts.de, oder www.lichttafel.de


Kloster Waldsassen: Fassade als Adventskalender



Weltpremiere: Das Kloster Waldsassen ist um eine Attraktion reicher. An der Fassade des Südflügels vom Gästehaus St. Joseph wurden 25 mundgeblasene Tafeln LambertsGlas® montiert. Jeden Tag im Advent erstrahlt eine andere farbige Glastafel, bis am 24. Dezember das goldgelbe Tafelpaar gleichsam das Licht der Welt symbolisiert. Anschließend wird der gläserne Adventskalender bis einschließlich 6. Januar 2011 durchgehend beleuchtet sein.

Sr. Laetitia Fech, Äbtissin der Zisterzienserinnen-Abtei, und Hans Reiner Meindl, Geschäftsführer der Glashütte Lamberts Waldsassen, hatten die Idee zu der außergewöhnlichen Installation. Beide Institutionen prägen die Stadt mit ihrer langen Tradition. Das Gästehaus lädt als geistlich-gastliche Stätte ein - zum Tagen, als Ort der Einkehr, aber auch zum Heiraten, denn hier ist die Außenstelle des Standesamtes stilvoll untergebracht. Das handwerklich gefertigte Glas von Lamberts ist ein von Architekten und Künstlern begehrter Werkstoff, der zahllose Gebäude in aller Welt verschönert.

Mit dem größten gläsernen Adventskalender wird der Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde angestrebt. Und wer gerne eine Glastafel als Souvenir mit nach Hause nehmen möchte, kann diese nach dem Abbau Mitte Januar erwerben.

Dezember 2010


Stephan Lamberts

Interview zwischen Stephan Lamberts, Firmenchef der Glashütte Lamberts, und Kerstin Schitthelm

KS:
Lassen sich in den Herstellungsprozess neue Technolgien integrieren?

SL:
Die möglichen technischen Neuerungen setzen wir weitestgehend ein. So sind die Aggregate auf dem neuesten Stand, und auch bei den Öfen, die ja alle zwei Jahre ausgetauscht werden müssen, verwenden wir die neuesten Modelle. Allerdings ist die Herstellungweise selbst so alt wie die Glasmacherkunst. Hier ist alles »handmade«. Das bedeutet im Herstellungsprozess eine recht hohe Fehlerquote von etwa 20 Prozent. Glas ist ja ein empfindlicher Wirkstoff, da kann bis zur letzten Sekunde etwas passieren.

KS:
Lamberts hat viele internationale Projekte für namhafte Architekten realisiert. Wie wichtig ist das Auslandsgeschäft für Sie?

SL:
Unser Exportanteil beträgt mehr als sechzig Prozent, Tendenz steigend. Wir sind ein typischer Zwischenproduktanbieter und beliefern Firmen, die unser Glas weiterverarbeiten. Da die Glaswerkstätten in Deutschland sehr international ausgerichtet sind, ist der tatsächliche Exportanteil wahrscheinlich noch viel höher. Wichtigster Auslandsmarkt für uns bilden die USA. Dort sind wir in vielen renommierten Projekten vertreten.

KS:
Ihr Unternehmen ist nur einen Steinwurf von der tschechischen Grenze entfernt. Ist dies für Sie ein Problem?

SL:
Überhaupt nicht, wir sehen der Marktöffnung recht entspannt entgegen. Es gibt im tschechischen Glasherstellerbereich keinen weiteren Anbieter von mundgeblasenem Flachglas, sodass wir auch nicht mit einer direkten Konkurrenz konfrontiert werden.

KS:
Mit den Lichttafeln bieten Sie nun erstmals ein fertiges Endprodukt an. Wie organisieren Sie den Vertrieb?

SL:
Die Lichttafeln fallen tatsächlich aus unserem bisherigen Vertriebsschema heraus. Ihre Entstehung war ein sehr spannender Prozess, denn wir mussten uns mit vielen Details auseinander setzen wie Befestigung und Hinterleuchtung. Der Vertrieb läuft heute vor allem direkt, das heißt durch Mundpropaganda. Hier möchten wir gern mit einem professionellen Vertriebspartner zusammenarbeiten.

KS:
Sind denn auch individuelle Muster möglich?

SL:
Grundsätzlich ja, aber wir bemühen uns natürlich schon um eine gewisse Begrenzung. Ansonsten wäre ja auch der Vertrieb irgendwann nicht mehr machbar. Schon jetzt merken wir durch die große Vielfalt innerhalb eines Motives, wie schwer es den Kunden fällt, sich zu entscheiden.

KS:
Planen Sie weitere Endprodukte?

SL:
Wir werden uns dem Endverbrauchermarkt sehr vorsichtig nähern. Da wir hiermit bisher wenig Erfahrung haben, möchten wir gern mit einem erfahrenen Partner zusammenarbeiten. Sobald eine effiziente Vertriebsstruktur aufgebaut ist, lässt sich das Programm noch um weitere Produkte ergänzen wie beispielweise die Stehleuchte, die bisher ja nur ein Unikat ist.

Wir sehen dieser Entwicklung sehr gespannt entgegen und erwarten uns von den Lichttafeln und weiteren, daraus entstehenden Produkten eine interessante Ergänzung unseres bisherigen Firmenprofils.

KS:
Wir danken für das Gespräch!


Fotos: 1–4, 7–11 Karsten Kessel, Berlin; 5, 6 Glashütte Lamberts, Waldsassen
Interview: Kerstin Schitthelm, München