| LICHT-Galerie |
Leuchtobjekte aus »weißem Gold«
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Cordula Kafka und kafka.design Porzellanleuchten aus Berlin-Prenzlauer Berg |
Britta Hölzemann
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| 1 Die Designerin Cordula Kafka mit der Bodenleuchte »solas« 2 Die 2004 als hinterleuchtete Lithophanie gestaltete Wandleuchte »daylight« zeigt ein als Relief aus hauchdünnen Porzellanplatten realisiertes, »unendliches« Landschaftpanorama. Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten bieten die Keramik-Bodenleuchten »solas«. Sie sind einfach umzupositionieren, lassen sich aufeinander gestapelt oder als dekorative Einzelleuchte einsetzen. 3 Das Sitzobjekt »blast« besteht aus frostbeständiger, hochwertig glasierter Keramik mit einem herausnehmbaren Kissen aus PU-Schaum mit wetterfestem Coating in der Mitte. |
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Zu den 175 besten Designern Deutschlands gehört laut dem Design Year Book 2003 Cordula Kafka. Die ausgebildete Theaterplastikerin, Modellbauerin und diplomierte Keramikdesignerin entwickelt, produziert und vertreibt in ihrer Werkstatt in Berlin-Prenzlauer Berg Leucht- und Design-Objekte aus Hartporzellan dem »weißen Gold« und Keramik, deren klare Formen und hochwertige Verarbeitung sie unverwechselbar machen.
Nach ihrem Abschluss an der Kunsthochschule Berlin Weißensee im Jahr 1999 und dem sich daran anschließenden Meisterschülerjahr gründete die in Gladbeck geborene, kreative Gestalterin 2000 das Unternehmen kafka.design, das seit 2001 von der Manufaktur im rührigen Prenzlauer Berg aus agiert. Cordula Kafkas bevorzugtes Material ist das von Friedrich Böttger 1709 in Meißen auf der Suche nach Herstellungsmöglichkeiten für Gold entdeckte Hartporzellan, das sich anders als chinesisches Weichporzellan oder das englische Bone-China durch besondere Festigkeit und die rein weiße Farbe auszeichnet.
Auch ihre bevorzugte Verarbeitungstechnik ist »historisch«. Nach der Entwicklung eines besonders transparenten Porzellans durch die Berliner KPM um 1828 wurden damit durchscheinende Porzellanbilder hergestellt, die sich nach den griechischen Wörtern »lithos« für Stein und »phanos« für transparent »Lithophanien« nannten: Die unterschiedliche Lichtdurchlässigkeit der dünnen Reliefplatten ließ die dargestellten Motive und Landschaften plastisch und beweglich erscheinen. Nach der Erfindung der Fotografie geriet diese Produktionstechnik wieder in Vergessenheit.
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| 4 »sunmoon« aus der »graphlights«-Wandleuchtenserie ist Bildträger und Leuchtobjekt zugleich. Einzeln handgefertigte Reliefplatten zeigen Bildmotive, die hinterleuchtet durchscheinen. 5 Als »Meditation aus flüssigem Licht« gibt sich die Wandleuchte »tagus«: Das Linienspiel erinnert an einen Fluss, der seine Spuren in unberührtem Sand hinterlässt. 6 Die 2002 entworfene Porzellan-Wandleuchte »longplay« zeigt Ausschnitte aus Portraits, die durch das einfallende Licht als Reliefs hervortreten und zu Lichterscheinungen werden. |
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Experiementierfreude im Umgang mit traditionsreichen Materialien, historischen Techniken und Verarbeitungsprinzipien, gepaart mit einer eigenen, modernen Formensprache führen bei kafka.design zu innovativen Gestaltungsideen, die sich durch ihre Klarheit und Reinheit einprägen.»Nur wer jeden Tag mit dem Material arbeitet, sich seinen Eigenschaften und Eigenheiten aussetzt, ist offen für Visionen, für neue Denk- und Anwendungsprozesse.« Genau darauf basiert nach Cordula Kafka der Erfolg der von der Kunst- und Design-Presse hochgelobten Leucht- und Sitz-Objekte.
Der Produktionsprozess im Hause kafka.design vereint viele Gegensätze: Wirkt das Ausloten der herstellungstechnischen Grenzen des Materials spielerisch-innovativ, so erfordert der Prozess neben besonderer Sorgfalt vor allem großes chemisch-technisches Wissen. Der Vorgang der Herstellung und die handwerkliche Verarbeitung der Keramik- und Porzellanobjekte folgt einer über 200-jährigen Tradition: Die Porzellanmasse wird mit der Hand gerührt. Jedes Formelement ist handgearbeitet. Bis zu zehn Arbeitsgänge sind nötig, bis ein Objekt für gut befunden wird. Schließlich müssen die Stücke den Brennvorgang ohne Beeinträchtigung ihrer Form überstehen.
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| 7, 8 Detailaufnahmen der verschiedenen Versionen der Wandleuchte»daylight«: Bild 7 zeigt eine stilisierte, Bild 8 eine fotorealistische Landschaft. |
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Es entstehen hochwertige Design-Objekte, exklusive Einzelstücke innerhalb einer Kleinserie. Gerne berücksichtigt kafka.design bei der Gestaltung auch individuelle Kundenwünsche.
Im krassen Gegensatz zum staubigen, heißen Produktionsvorgang stehen die hauchdünnen Platten und edlen Oberflächen der Porzellanobjekte, die durchscheinende Wirkung der Lithophanien, die Reinheit, Zartheit und Transparenz der weißen Oberflächen, die in ihrem fragilen Schein ihr robustes Sein verstecken. Denn gerade seine Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit empfiehlt Porzellan für den Einsatz im Wohnbereich.
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| 9 +10 Wie unberührte Karteikarten eines alten Archivs wirken die einzeln gearbeiteten, dünnen Porzellanscheiben der Hängeleuchte »thincut«, die ein Lufthauch zum Schwingen bringt. | |
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Cordula Kafka geht es nicht nur um die Materialerforschung. Für sie haben Formen, Materialien, Farben und Licht ein Eigenleben, eine eigene Sprache. Mit ihren Designs möchte sie eingefahrene Sehgewohnheiten und fest verankerte Vorstellungen durch neue Anwendungen und Erfahrungen auf die Probe stellen. Neben der Materialität ist ihr gerade die emotionale Kraft eines Objektes wichtig, das ebenfalls seine eigene Sprache entwickeln soll.
Ihre zeitlosen Sitz- und Leuchtobjekte zeichnen sich durch einen meditativen, kontemplativen Charakter aus, sind quasi »sinnliche Gegenstände mit einer übersinnlichen Ausstrahlung«. Sie eignen sich daher besonders für Räume, in denen Atmosphäre, Emotion, Kommunikation und Selbsterfahrung eine wesentliche Rolle spielen, wie zum Beispiel Lounges, Hotels, Restaurants, Wellness-Bereiche, Bars, Konferenzräume und auch Ladenlokale.
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Links: Die Detailaufnahme der Bodenleuchte »solar« veranschaulicht die Struktur im in Keramik realisierten Teil des Designs.
Rechts: »Nocturne«, eine Hängeleuchte aus weißem Porzellan, verleitet durch ihre angenehm weiche Rundform zum Anfassen. |
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Cordula Kafka selbst, in deren Leben(-slauf) ihre zwei Kinder die erste Position einnehmen, wirkt ein bisschen wie ihr Lieblingsmaterial: zart und fragil im Äußeren aber auch zielstrebig und robust im Verfolgen ihrer Design-Philosophie.
Eine bemerkenswerte Mischung dies gilt für die Designobjekte wie auch für ihre Schöpferin!
Text: Britta Hölzemann, Berlin; nach Vorlagen von Susanna de Andrade
Fotos: Henk John Hipfel, Liane Kalmán, Marc Räder
www.kafkadesign.de