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Schmuckes Licht

Nina Jeroch präsentiert mit der »Serie Starled« LED-Licht-animierten Schmuck

Ana: Nina Jeroch verwendet LEDs mit Durchmessern zwischen 1–5 mm. Elisa: In Silber und Edelstahl gearbeitete Modelle wirken edel und klar.

Für LEDs gibt es viele Anwendungsmöglichkeiten, wie wir wissen. Eine besonders »schmückende« stellt die 1969 in Accra, Ghana, geborene, seit 1970 in Deutschland lebende und seit 1992 in Berlin ansässige Architektin Nina Jeroch vor. Mit ihrer »Serie Starled« präsentiert sie eine Kollektion aus Halsketten, Gürteln und Ringen, die ihre Träger über ein Akku-System für bis zu 40 Stunden ununterbrochen funkeln und leuchten lässt.

Amanda Tessy Mathilda Tracy

Seit etwa zehn Jahren arbeitet die in Kaiserslautern, Berlin und Hamburg ausgebildete Architektin Nina Jeroch mit LEDs. Diese von ihr als »Lichtpixel« bezeichneten Leuchtmittel bilden als Kleinstteil stets die Basis ihrer sich alle unterscheidenden Lichtbilder, die sie mithilfe von intelligenter Elektronik und interaktiver Steuerung erzeugt.

So entstanden aus einer Vielzahl von LEDs Raumbilder und Objekte, die im Zusammenspiel mit Mensch und Raum den Betrachter verschiedene Atmosphären erleben lassen: Mal animieren sie zur Interaktion, mal bilden sie das Spiegelbild ihres Gegenüber. Mal erzeugen sie beruhigende, fließende Strukturen. Manchmal erzählen sie sogar ganze Geschichten.

Nina Jerochs Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Architektur, Kunst und Objektdesign. Bislang entwarf sie Lichtinstallationen, modulare Objekte, Lichttafeln, Skulpturen und Leuchten.

2002 entwickelte sie die Prototypen der »Serie Starled« und brachte sie mit ihrem 2003 gegründeten Unternehmen xeo Lichtstrukturen, ihrem »Experimentierfeld für LED-orientierte Lichtstrukturen«, zur Serienreife.

Starled-Objekte sind durch Lichtpixel animierte Schmuckstücke, die mit Licht bewegte Bilder erzeugen und durch die Abfolge individueller Lichtbilder geheimnisvolle Geschichten – zwischen sanfter Poesie und wildem Chaos – erzählen, die jedes Schmuckstück einzigartig machen: Fast unmerklich erscheinen Lichtpunkte, die in spielerischer Formation einen Augenblick verweilen, um sich im nächsten Moment den Blicken wieder zu entziehen. Im Rahmen eines klar gestalteten Schmückkörpers entfaltet das Licht seinen eigenen Kosmos. Intelligente Elektronik erlaubt die Kreation komplexer Lichteffekte in verschiedenen Farben, die einem Zufallsprinzip folgen, damit sich nie die gleiche Abfolge von Lichtbildern zeigt und somit Träger wie Betrachter durch immer neue Kombinationen überrascht werden.

Nina Jeroch verwendet für die »Serie Starled« LEDs mit Durchmessern zwischen 1–5 mm. Die in Silber und Edelstahl gearbeiteten Modelle wirken edel und klar. Modelle aus Kunststoffen in unterschiedlichen Farben zeigen sich poppig und schrill. Als Pendant zu dem auf dem Oberkörper getragenen Lichtamulett befindet sich im Nacken ein Verschlussgehäuse der besonderen Art: Es enthält die Engergiequelle – ein Akkusystem, das die Schmuckstücke während des Tragens autark mit Energie versorgt.

Die Schmuckschatulle, umfunktioniert zum benutzerfreundlichen Ladegerät, übernimmt die Wiederaufladung. Alle Schmuckstücke leuchten je nach Programmierung zwischen neun und 40 Stunden. Die verwendeten Spannungswerte sind völlig ungefährlich. Die Objekte sind in allen Teilen vollständig vom Körper isoliert.

Für die Dauer einer – langen – Nacht bis hin zu einem ausgedehnten Wochenende rückt Starled-Schmuck auf diese Weise seinen Träger in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Tom Sophia

Text: Britta Hölzemann, Berlin, nach Unterlagen des Unternehmens
Fotos: Hans Starck für xeo, Berlin


Leuchtdioden statt »Diamonds and Perls«

Nina Jerochs neue LED-Licht-animierte Schmuck-Kollektionen setzen auf Strass und Glasperlen

Im vergangenen Jahr zeigte Nina Jeroch mit ihrer »Serie Starled«, wie dekorativ LED-Licht-animierte Halsketten, Gürtel und Ringe ihre Träger in Szene setzen: Bis zu 40 Stunden erzählen die über ein Akkusystem gespeisten Schmuckstücke aus Silber, Edelstahl oder Kunststoff in niemals gleichen Abfolgen von Lichtbildern Geschichten zwischen sanfter Poesie und wildem Chaos.

»Bewegung« bildet neben den von der Berliner Architektin als »Lichtpixel« bezeichneten LEDs die Grundlage all ihrer Entwürfe. Autodidaktisch arbeitend bewegt sie sich nach ihrem Selbstverständnis dabei zwischen den Bereichen Kunst und Design.

»Beweglich« war im vergangenen Jahr auch ihre Kreativität. Auf drei unterschiedlichen Experimentierfeldern verwendete sie LEDs – dem Schmuckdesign, bei der Herstellung modular einzusetzender Betonformen, beim Entwurf einer ersten Leuchtenkollektion – und zeigte einmal mehr: Ninas Welt ist nicht binär! Statt »an« oder »aus«, eingefrorenen Standbildern oder statischen Zuständen zeigen ihre Designs ständig verändernde Augenblicke in Licht. Die neuen Entwürfe fangen Bewegung ein und setzen sie fort.

Lichtstrukturen

In ihrem »Lichtstrukturen« genannten Atelier experiementiert die Designerin mit Stimmungen. Sie will natürliche Atmosphären in abstrakter Form wiedergeben. Ihr Vorbild sind dabei die komplexen Strukturen des durch ein sich bewegendes Blätterdach einfallenden Sonnenlichts oder Lichtreflexionen auf der Wasseroberfläche. Alle ihre Arbeiten erzählen durch die erzeugten Lichtbewegungen, die entweder als Reaktion auf den Menschen im Raum entstehen oder Teil einer festen Programmierung sind, Geschichten.

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1+2 Als »coole Kombination« erweisen sich die Modelle der Serie »starled crystals«. Beim Model »Pia« heben blaue LEDs die glitzernde Kühle des Kristalls hervor und werden so zum Ausdruck moderner Romantik.
3 Auch die »starled perls« zeigen eine ungewöhnliche Verbindung zwischen innovativer Technik und nostalgischer Verspieltheit: Beim Model »Mona« kontrastieren rote LEDs auffällig mit grünen Glasperlen.
4 Durch warmes Licht in Gelb und verschiedenen Rottönen machen die Entwürfe der Serie »starled lines« auf sich und ihre Trägerin aufmerksam.

Drei neue LED-Licht-aninimierte Schmuck-Kollektionen

Zum Berliner Design-Mai 2005 stellte Nina Jeroch ihre drei neuen Schmuck-Kollektionen vor: Die Serie »starled crystals« verschmilzt das technische Licht der LEDs mit funkelndem, nostalgisch anmutendem Swarovski-Strass zu einem wahren Schauspiel moderner Romantik in Licht. Blaue Leuchtdioden verstärken dabei das kühle Glitzern des hochwertigen Kristalls. Ähnlich wirken die Modelle der neuen Serie »starled perls«, für die sie Glasperlen verwendet. Bei den Entwürfen der Serie »starled lines« sind noch die Linien auf der LED-Platine zu erkennen. Die Anordnung der mit roten und gelben Mini-Kuben verkleideten LEDs erinnert an ein städteplanerisches Modell.

Noch sind diese Ketten sehr exklusive Einzelanfertigungen und mit Preisen zwischen 400 und 1800 Euro ebenso teuer wie »Diamonds and perls«. Allerdings ist die Designerin auf der Suche nach Partnern, die Herstellung und Vertrieb ihrer Entwürfe übernehmen, wodurch sich die Fertigungskosten erheblich senken ließen. Momentan arbeitet sie an einer Kollektion für Taschen und Kleidungsstücke.

B04 – Betonserien mit integierten LEDs

Die Kombination ungewöhnlicher Materialien hat es Nina Jeroch angetan. So entwickelte sie im vergangenen Jahr zwei Formserien aus Beton – B04 genannt – in denen 3 mm große, blaue LEDs eingegossen sind. Einfachste Formen – Kuben, Stelen und Platten – bilden die Grundmodule, aus denen sich je nach Wunsch ausgedehnte Installationen aufbauen lassen. Die LEDs reagieren auf Schall und die Bewegung im Raum. Spannend findet die Designerin das Zusammenspiel zwischen den winzigen, zerbrechlich wirkenden LEDs und der rohen, schweren Materialität des Betons: Niemand erwarte in diesem Werkstoff eine Lichtquelle, gerade das mache das an einen Laser erinnernde, unerwartet aufblitzende blaue Licht der LEDS so interessant.

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6 Spannend – winzige, zerbrechlich wirkende LEDs in rohem, massivem Beton.
7–10 Stelen (7), Platten (8), rechteckige (9) und quadratische (10), nach eine Seite hin offene Kuben lassen sich nach Wunsch zu ausgedehnten Installationen zusammensetzen.

Leuchtenkollektion

Neugierig macht die Designerin auf ihre Leuchtenkollektion – Fotos zeigt sie noch nicht, da sie alle drei Prototypen für nicht ausgereift und präsentabel hält. Jedes Modell zeichnet sich durch eine gänzlich eigene Formensprache und Materialität aus. Eines aber haben sie gemeinsam: Auch sie »sprechen durch Licht«. Mittelpunkt der Entwürfe bildet Nina Jerochs Auseinandersetzung mit dem Licht als »Gegenstand« des täglichen Gebrauchs; alle Designs verstehen sich als Hommage an die Kerze, an das Licht aus der Zeit vor der Elektrizität: Denn seit dessen Entdeckung stehe das künstliche Licht still. So holen die Modelle zum einen die Bewegung in das Licht zurück und schaffen zum anderen – außerhalb des Lichtkegels – dunklen Raum für – vielleicht auch finstere – Fantasien. Die Kreation stimmungsvollen »altmodischen« Lichts erreicht die Berliner Architektin durch den Einsatz neuester Lichttechnik. LICHT berichtet weiter.

Text: Britta Hölzemann, Berlin
Fotos: Hans Starck für xeo, Berlin