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Lichtsignale – urbane Beleuchtungskonzepte

Studierende der FH Coburg entwickelten zusammen mit RZB neue Lichtkonzepte für den öffentlichen Raum

Konzepte zum Thema »Licht im öffentlichen Bereich« entwarfen 14 Studenten des Studiengangs »Integriertes Produktdesign« an der Fachhochschule Coburg zusammen mit dem Bamberger Leuchtenhersteller RZB.

 



Prof. Peter Raab
Unter der Leitung von Prof. Peter Raab entstanden Leuchten und Lichtspiele, die den nächtlichen urbanen Raum in einem neuen gestalterischen Kontext erscheinen lassen – besonderes Augenmerk lag auf der Ausleuchtung des Gehbereichs.
Ziel war es, sich von konventionellen Beleuchtungssystemen zu lösen und das Potenzial, das Beleuchtung im öffentlichen Bereich in sich birgt, zu nutzen sowie die Passanten einzubinden.
Am Ende des Entwurfprozesses stand ein breites Spektrum an Leuchtobjekten, die den nächtlichen öffentlichen Raum mit sensiblen, neuartigen Lichteffekten bis hin zu interaktivem Stadtmobiliar bereichern.


Gregor Dauth

Gregor Dauth: Pollerleuchte
Gegor Dauths Ansatz war es, ein Lichtobjekt zu entwickeln, das sich vollkommen im Boden versenken lässt und wie eine Art Poller funktioniert. Dabei entstand eine sehr schlichte und unaufdringliche Leuchte, die die Möglichkeit zur Befestigung zusätzlicher Features bietet, um damit eine stimmungsvolle Atmosphäre bei Festen und Veranstaltungen auf Plätzen zu kreieren. Dauths »Pollerleuchte« lässt sich aus dem Boden herausziehen und mit einem aufzusteckenden Tisch und aufzusetzenden Schirm erweitern. Der großzügige Schirm besteht aus einem mit strapazierfähigem und wasserdichtem Stoff bespannten Aluminiumring, der in verschiedenen Positionen arrangiert werden kann. Der Schirm wird durch das Leuchtmittel von unten angestrahlt und reflektiert so angenehmes, blendfreies Licht in seine Umgebung.

Letian Guo

Letian Guo: Leuchtender Pilz
Hinter Letian Guos Entwurf steht die Grundidee »Bewegung«. Sein »Leuchtender Pilz« sorgt für eine angenehme Lichtstimmung und bietet gleichzeitig eine Sitzgelegenheit. Der leuchtende Sitz ist durch eine Feder so gelagert, dass er sich drehend oder schwingend bewegen lässt. Der als Hohlkörper hergestellte Sitz bietet im Inneren eine Aufnahmemöglichkeit für das Leuchtmittel. Der Passant kann somit den Lichteffekt unmittelbar beeinflussen. Die Feder übernimmt zusammen mit dem Kugelgelenk die stützende Funktion. Eine flexible Abdeckung schützt den Funktionsbereich im Boden vor Schmutz. Der Sitz lässt sich bis zu 350 neigen und kann daher individuell benutzt werden. Vorstellbar wäre, mehrere leuchtende »Pilze« aus dem Boden wachsen zu lassen, die mit unterschiedlichen Dimensionen, Orientierungen und farbig sanftem Licht im öffentlichen Raum eine unverwechselbare Atmosphäre schaffen.

Helge Nawrot

Helge Nawrot: Wellenleuchte Waterflow
Die gleichmäßig sich ausbreitende Ringbewegung, die entsteht, wenn ein Tropfen ins Wasser fällt, bildet die Inspirationsquelle für Helge Nawrots »Wellenleuchte Waterflow«. In Kombination mit einem Leuchtmittel entsteht so ein emotionaler Lichteffekt. Das von unten kommende Licht fällt durch eine bewegte Wasserfläche, wird über einen Spiegel nach vorne aus der Leuchte geworfen und verteilt sich dort gleichmäßig in Ringen. Öffentliche Bereiche lassen sich auf diese Weise – im wahrsten Sinne des Wortes – in stimmungsvolles Licht »tauchen«.

Klaus Storch

Klaus Storch: buntes Restlicht
Der Klaus Storchs Entwurfsgedanke für »buntes Restlicht« basiert darauf, den Schatten zu nutzen und überraschend in Szene zu setzen. Ein zunächst unscheinbares weißes Lichtfenster wird an eine Wand projiziert und erst der vorbeilaufende Passant erzeugt den RGB-Lichteffekt. Er entsteht über eine rote, grüne und blaue Lichtquelle, deren Lichtpegel sich alle an einem Punkt an einer Wand treffen und dort durch die Farbmischung einen weißen Lichtspot ergeben. Steht man zwischen Lichtquelle und Wand, wird ein Teil der Lichtquelle verdeckt und es entstehen bunte Schatten bzw. Restlichtabbildungen auf der Wand. Fußgänger können den Effekt aktiv verändern und damit spielen. Die Formgestaltung der Leuchte ist eher zurückhaltend, unauffällig, da das Licht an sich im Vordergrund stehen soll.

Thomas Kunz

Thomas Kunz: Moirée-Effekt
Thomas Kunz möchte mit seinem Entwurf Passanten aktiv an der Lichtgestaltung beteiligen. Eine Sitzgelegenheit im öffentlichen Raum erhält deshalb eine spielerische Komponente. »Moirée-Effekt« fasziniert durch jene Phänomene, die durch Lichtbrechung mittels zweier Lochbleche entstehen. Bei der spielerischen Nutzung verschieben sich im Inneren der Leuchte die Lochbleche zueinander und es entstehen Interferenz- oder Überlagerungs-Muster – Moirée-Effekte – aus Licht und Schatten, die mittels eines Spiegelreflektors auf den Boden projiziert werden. Bei Einbruch der Dämmerung zeigt der interaktive Sitz sein »Spiel-Licht« und der Benutzer wird zum Katalysator individueller Lichteffekte.