| LICHT-Galerie |
Das Ergebnis eines ungewöhnlichen Designprojektes ist die Ausstellung »Das Ende der Beleuchtung Lichtarchitektur_Lichtmöbel_Lichtobjekte« in den stilwerk-Häusern in Düsseldorf, Berlin und Hamburg.
Präsentiert werden als Visionen einer neuen Architektur des Lichts verschiedene Prototypen einer neuen Generation von Lichtmöbeln, die von vier renommierten Architekturbüros im Auftrag des Kölner Unternehmens emdelight entwickelt wurden.
Die technische Basis der gezeigten Lichtmöbel bilden Leuchtdioden (LEDs Light Emitting Diodes), die eine große Lichtleistung mit dem Vorteil geringer Wärmeentwicklung kombinieren, bei langer Lebensdauer und geringem Energieverbrauch. Individuell steuerbar, erlauben die LEDs die Erzeugung rund 16,5 Millionen verschiedener Farben des RGB-Spektrums. Vor diesem Hintergrund eröffnet diese innovative Technologie neue Perspektiven in der Architektur und Gestaltung.
Das von dem Kölner Unternehmen emdelight initiierte und nun erstmals einem breiten Publikum zugängliche Designprojekt belegt, daß das Thema Licht in Architektur und Gestaltung einen hohen Stellenwert besitzt. Nach der Premiere im stilwerk Düsseldorf vom 12. bis 31.10. 2001 wird die Ausstellung im stilwerk Berlin zwischen dem 31. Januar und dem 23. Februar 2002 fortgesetzt und ist anschließend im stilwerk Hamburg vom 28. Februar bis 24. März 2002 zu sehen.
Zur Auslotung der Möglichkeiten, die die LED-Technik für Architektur, Innenraumgestaltung und Produktdesign bietet, riefen die Gründer von emdelight, Thomas Emde und Heinrich Robert Pohl, im vergangenen Jahr ein Designprojekt ins Leben, an dem sich mit Thomas Bieling (Bieling & Bieling, Kassel), Jürgen Engel (KSP Engel & Zimmermann, Frankfurt a. M.), Hadi Teherani (B+T Bitsch und Teherani Design Engineering, Hamburg) und Ludwig Wappner (Allmann Sattler Wappner, München) vier namhafte Architekturbüros beteiligten.
Die Palette der gezeigten Prototypen reicht vom praktischen »ThinkDesk«, einer Art Stehpult, das zum Lesen, Schreiben, Arbeiten und Reden genutzt werden kann, über ein universell verwendbares (Tisch-)Möbel »Lite-Box« genannt bis hin zu einem individuell einsetzbaren »Lichtraumelement«, das mal als Wandbekleidung, mal als Regal oder Sitzmöbel verwendet werden kann.
| Der vom Frankfurter Architekturbüro KSP Engel & Zimmermann konzipierte »Think-Desk« kann mehrere Funktionen übernehmen: Das Steh-Pult dient zum Lesen, Schreiben, Arbeiten (mit Laptop) und Reden, wobei die Beleuchtungsfunktion bei gedämpftem Umgebungslicht als Arbeitsplatzbeleuchtung wirkt bzw. als Farbeffekt in Form einer Leuchtskulptur im Raum eine kreative Stimmung herbeiführt. | ![]() |
Innovativ und ungewöhnlich präsentiert sich das vom Münchener Architekturbüro Allmann Sattler Wappner entwickelte »Lichtraumelement«: Bei Tag ein halbtransparentes Wandregal, verwandelt sich das multifunktionale Möbelstück in der Dunkelheit in eine lichtdurchflutete »Tapete«. |
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Ein weiteres Exponat ist eine bequeme Relax-Liege, die sich, aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, sowohl für den Innen- wie auch für den Außen- und Sanitärbereich eignet.
Die Entwürfe zeigen, daß Licht zu einem wichtigen Bestandteil für Architektur und Design sowie von Produkten des täglichen Bedarfs werden kann. Der gesamte Beziehungsdialog zwischen Mensch, Raum, Licht und Möbel wird so neu definiert. Die Prototypen der stilwerk-Ausstellung belegen es: »Ein Tisch ist ein Tisch ist ein Tisch« aber in Zukunft auch ein leuchtendes Objekt, das sich ganz nach Anlaß oder individueller Stimmungslage in seiner Lichtwirkung und damit auch in seiner funktionalen Bedeutung für den Raum verändern läßt.
Das Thema Licht nimmt bei der Gestaltung unserer urbanen Lebenswelt einen immer höheren Stellenwert ein. Dennoch waren Licht und Architektur bisher zwei eher getrennte Welten, weil das Licht schon rein technisch auf seine Funktion als additives Beleuchtungselement reduziert war. Für den Lichtkünstler Thomas Emde und den Kunstmäzen und Unternehmer Heinrich Robert Pohl war dieses gestalterische Defizit der entscheidende Ansatz, um sich aus zwei unterschiedlichen Richtungen der Vision einer neuen Architektur des Lichts zu nähern.
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Für den Frankfurter Künstler Thomas Emde, der sich in seinen Werken seit fast zwei Jahrzehnten mit der Wirkung und Wahrnehmung von Farben und Licht auseinandersetzt, löste das allabendliche Verschwinden der markanten Skyline die Erkenntnis aus, daß selbst die ambitionierten Hochhaustürme in der Finanzmetropole am Main nur für die sonnenbeleuchtete Hälfte des Tages gedacht und konzipiert sind, während sie in der Nacht ihr Gesicht und jede architektonische Identität verlieren.
Aus dieser Erfahrung folgte eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Licht in der Architektur. Aus der Sicht des Künstlers definiert sich Architektur zunächst einmal als belebte Kunst im öffentlichen Raum.
Betrachtet man die Gebäude einer Stadt aus der Perspektive ihrer Lichtwirkung, dann zeigen die urbanen Skulpturen jenseits ihrer technischen Komplexität eine erstaunliche Eigenschaft. Die Fenster und Türen, die die natürliche Belichtung des Gebäudes sicherstellen, zeigen sich im Verhältnis zur Fassade bei Tag als ausgestanzte Negativ-Flächen.
In der Nacht aber werden sie durch den Einsatz von künstlichem Licht im Inneren zu Positiv-Flächen, während sich die unbeleuchtete Fassade und damit die klar umrissene Kontur des Gebäudes in der Dunkelheit verliert.
Wie aber erschließt man die Architektur für die Nacht? Für Thomas Emde, der unter dem Label blendwork inzwischen mehrere Lichtprojekte realisiert hat, führte auch die Lösung dieser Aufgabe über die Mittel der Kunst. Sein Ziel ist nicht die Beleuchtung von Fassaden, sondern die Schaffung von Lichtbildern im urbanen Raum, die in der Lage sind, die Philosophie eines Gebäudes in die Nacht zu transformieren.
Doch gerade die Arbeit an Projekten wie dem Lichtkonzept für die von Lord Norman Foster errichtete Commerzbank-Zentrale in Frankfurt, die sich seit dem Wechsel ins neue Jahrtausend als strahlender Fixpunkt aus dem nivellierenden Schwarz des nächtlichen Stadtbilds heraushebt, führte auf dem Weg zu einer neuen Architektur des Lichts an eine unüberwindbare Grenze.
Konsequent mußte also neben einem interdisziplinären Arbeitsansatz, den Emde in der integrativen Verbindung von Lichtkunst und Lichtplanung für dieses Projekt verfolgt hat, auch ein neues Anforderungsprofil für die Entwicklung einer zukunftsweisenden Lichttechnik definiert werden.
An diesem Punkt der Überlegungen trafen nun die kreativen Ideen des Künstlers auf die Erfahrungen des Unternehmers Heinrich Robert Pohl, dessen international tätige Unternehmensgruppe seit Jahrzehnten hochwertige Fassadenbauteile für so unterschiedliche Architekturprojekte wie das Getty Museum in Los Angeles, die Emirates Towers in Dubai oder das New House of Parliaments in London entwickelt. Pohl erkannte schnell, daß sich das Wunschziel des Künstlers, ein Gebäude aus dem Licht heraus zu konzipieren, nur dann erfolgreich realisieren lassen würde, wenn es gelingen könnte, das Licht selbst als integriertes Gestaltungselement der Architektur verfügbar zu machen.
Das Unternehmen emdelight wurde gegründet. In einem ersten Entwicklungsschritt wurde auf Basis innovativer LED-Technologie die weltweit erste Lichtfassade entwickelt, die sich im Bereich des RGB-Spektrums stufenlos in allen Farben ansteuern läßt.
Die Lichtfassade, die erstmals auf der Bau 2001 in München präsentiert wurde, wird den Städten der Zukunft ein strahlendes Lächeln schenken, das weit stärker als bisher den Charakter eines Gebäudes, die Identität seiner Besitzer und Bewohner und die Gestaltung des Stadtbildes bestimmen wird. Für emdelight war das patentierte selbstleuchtende Glaspaneel nur der erste Schritt in eine neue Architektur des Lichts: Als erstes Unternehmen hat emdelight ein Lichtfenster patentieren lassen, das bei Tag als natürliche Lichtquelle dient und in der Nacht das Licht in jedem gewünschten RGB-Farbton stufenlos regulierbar nach außen abgibt. Mit diesen innovativen Entwicklungen übernahm das Licht auch für die Gestaltung von Innenräumen eine völlig neue Rolle.
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| Die B+T Design Engineering AG, Hamburg, beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit der Verknüpfung von Architektur und Design. Vor diesem Hintergrund hat das Team um Hadi Teherani für das emdelight-Designprojekt selbstleuchtende Möbelstücke entwickelt, die in Funktion und Gestalt neue Maßstäbe für beide Disziplinen setzen können. Der Nutzen und die Kombinationsmöglichkeiten der »litebox« wurde dabei bewußt offen gehalten. Damit sind die entstandenen Möbelelemente Beispiele eines Bauprinzips, das sich individuell vermehren und transformieren kann. | ![]() |
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Inspiriert vom Erfolg von Lichtfassade und Lichtfenster, initiierte emdelight ein Pilotprojekt, um die Verwendungsmöglichkeit der LED-Technik im Bereich des Möbeldesigns auszuloten. Zur Entwicklung erster selbstleuchtender Prototypen wurden mit Thomas Bieling (Bieling & Bieling, Kassel), Jürgen Engel (KSP Engel & Zimmermann, Frankfurt am Main), Hadi Teherani (B+T Bitsch und Teherani Design Engineering, Hamburg) und Ludwig Wappner (Allmann Sattler Wappner, München) vier namhafte Architekturbüros geladen. Die Entscheidung, vier Architekten mit der Produktgestaltung zu beauftragen, fiel dabei ganz bewußt.
Mit den ersten Lichtmöbeln sollten auch Erfahrungen über deren Wirkung im Raum gesammelt werden.
Schon die bei stilwerk gezeigten Prototypen belegen, daß mit den Produktinnovationen von emdelight auch so mancher Grundsatz des Designs neu überdacht werden muß. Gegenstände des täglichen Gebrauchs bekommen eine doppelte Funktion. Neben ihrem herkömmlichen Nutzen sind sie leuchtende Objekte, die in ihrer regelbaren Lichtwirkung die Stimmung eines Raumes oder seines Bewohners ausdrücken. Vom Wohnraum über die Küche bis zum Schlaf- und Badezimmer.
Ob im Office-Bereich oder im Public Design, emdelight verspricht auch zukünftig neue Ideen und Konzepte für die integrierte Lichtgestaltung. Zu erwarten sind weitere Anwendungsmöglichkeiten für die Gestaltung neuer individualisierter Produkte, interaktiver Stadt-Raum-Gestaltung oder intelligenter Wegeleitsysteme.
Fotos: Constantin Meyer, Köln für stilwerk Düsseldorf
Kontakt:
emdelight GmbH
Inhaber und Geschäftsführer: Thomas Emde
Friedberger Landstr. 645
60389 Frankfurt am Main
Tel.: 069 - 478 81 50
Fax: 069 - 47 88 15 77
E-Mail: info@emdelight.com