| LICHT-Galerie |
Stefan Volkamer
Wenn die Kunst der Alchemie darin besteht, aus im Grunde wertlosen Materialien wahre Kostbarkeiten zu entwickeln, dann beherrschen Bettina Gruber und David Smithson diese Kunst in höchster Vollendung. Denn aus scheinbar wertlosen, aber lichtdurchlässigen Materialien des Alltags wie Zahnbürsten, Gläsern, Scherben, Reagenzgläsern, alten Glühbirnen, Kristalltellern und CDs zum Beispiel entwickeln sie unter dem Label „Der schöne Schein“ individuelle Leuchter von festlichem Glanz und einzigartiger Faszination, die in ihrer klassischen Form der Tradition höfischer und großbürgerlicher Manier folgen.
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Links: »La Reine Blanche«. Kronleuchter für ein Privathaus, Köln. Rechts: Kronleuchter für buddy’s knife Jazz Editions, Köln. |
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Jede ihrer Leuchten wird auf Bestellung als Unikat in sorgsamer Handarbeit gefertigt und genau auf die spätere Raumsituation hin zugeschnitten. Größe, Proportion und Design Bettina Gruber und David Smithson schneidern seit 1995 Licht auf Maß, sie führen fragmentarische Einzelobjekte, denen wir in der Regel keine Bedeutung schenken, zu einem funkelnden und kostbaren Ganzen zusammen.
»Unsere Leuchter lassen erst auf den zweiten Blick die Faszination der Gegensätzlichkeit erkennen«, so Bettina Gruber.
»Aber dann gehen die Betrachter in ihnen spazieren, gehen mit ihren Augen auf Entdeckungsfahrt und erkennen viele Gegenstände aus ihrem eigenen Leben.«
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| Links: 6 »Die Diebische Elster«. Kronleuchter für Esprit, Heidelberg. Mitte: »Muranissima«. Kronleuchter für ein Privathaus. Durchmesser 80 cm, Höhe 115 cm. Rechts: Der wunderschöne Leuchter »Rosalba Carriera« im Restaurant Königswasser, Starnberg. |
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David Smithson:
»Sitzen wir zum Beispiel in einem Cafe oder Restaurant, in dem eine oder mehrere Leuchten von uns angebracht sind, so merken wir, wie die Gäste lange und intensiv nach oben sehen. Man merkt ihnen sofort an, wie sie sich mit den sich überlagernden Informationsschichten und strukturellen, räumlichen Überlappungen befassen, sie in das Ganze der Leuchten eindringen und sich mit ihrem scheinbaren Chaos der Materialien auseinandersetzen. Sie führen eine Art inneren Dialog mit dem Licht.«
Das »Chaos des Gehänges« allerdings folgt einer strengen und strikten Grundstruktur, die durch einen Korpus aus Stahl und Eisendraht vorgegeben wird. Stahl als konstruktives Grundmaterial der Leuchten, Eisendraht zur Aufhängung der Objekte und zur stabilen Verbindung untereinander.
Die Objekte bestehen meistens aus Glas, Kunststoff und Metall, zuweilen werden auch Kristallobjekte und sogar natürliche Blumen eingesetzt.
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| Links oben: Kronleuchter für das Cafe Freysinn, Köln. Rechts oben: Steigenberger Restaurant, EXPO 2000, Hannover. Rechts: Kronleuchter für das Steigenberger Restaurant (Detailansicht) EXPO 2000, Hannover. |
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Bettina Gruber: »Unsere Leuchter vereinen viele Gegensätze: Strikte Strenge spielerische Unordnung, heutige Objekte klassische Form, private Erinnerungen kulturhistorische Bezüge, Licht und Schatten.« »Und nicht zu vergessen« so David Smithson hinzufügend, »die kritisch künstlerische Überzeugung, dass die Dinge nicht nur anders, sondern besser sein können und Recycling ein alchemistischer Prozess ist, der bei unseren Leuchtern zur allgemeinen Erhellung beitragen soll.«
Bei der Entwicklung ihrer Leuchter können die beiden Künstler auf einen breiten, international geprägten Ausbildungs- und Erfahrungsschatz zurückgreifen.
Bettina Gruber
studierte zunächst an der Hochschule der Künste in Berlin und absolvierte eine Fotografieausbildung in London. Neben der Auseinandersetzung mit dem Licht und der Entwicklung ihrer Leuchten widmet sie sich den Bereichen Video, Installationen, Photographie, Objekte und Zeichnungen. Sie hat zahlreiche Publikationen und Einzelkataloge veröffentlicht und war mit ihren Werken in vielen Ausstellungen vertreten, so zum Beispiel im Mainzer Kunstverein, dem Museum Ludwig, der Museumsgalerie Bozen, dem Goethe Institut Hongkong, dem Kunstmuseum Luzern und in weiteren Ausstellungen in Bilbao, Tokio, Budapest, Casablanca und vielen mehr. Sie hat zahlreiche Kunstpreise erhalten, Werke von ihr sind als Dauerexponate im Museum Ludwig, der Tate Gallery, dem Goethe Institut, dem neuen Berliner Kunstverein, der Liechtensteinischen Staatlichen Kunstsammlung und anderen Museen zu sehen. Wenn Bettina Gruber nicht in Köln lebt und arbeitet, dann auf ihrem Flussboot in den französischen Ardennen.
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| Links: »Homme der lettre«. Kronleuchter für buddy’s knife Jazz Editions, Köln Mitte:Kronleuchter für ein Privathaus in München Rechts: »Birdcage for Beginners«. Leuchter für »Skin by Scott«/Kosmetik Spa. |
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Der Amerikaner David Smithson
hat nach seinem Architekturstudium am New Yorker Rensselaer Institut für Polytechnic Bildhauerei an der Universität von Wyoming studiert und ein 2-jähriges Skulpturstipendium absolviert.
Seine Arbeiten sind in zahlreichen Publikationen erschienen und er war in vielen Ausstellungen vertreten. In Amsterdam und Zagreb, Köln und Arizona, Paris und Bologna, New York, Prato, Vlissingen, Tucson, Rotterdam, Eindhoven und Dallas. Seine Werke stehen im Springfield Museum of Art, Missouri, der Universität von Oklahoma, dem Tainan Sculpture Park, Taiwan und anderen öffentlichen Sammlungen.
Seit 1994 lebt und arbeitet er in Köln, nachdem er zuvor 10 Jahre in Pietrasante, Italien, gelebt und gearbeitet hat.
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| Bettina Gruber und David Smithson | |
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Stefan Volkamer, Freier Journalist, Starnberg
Fotos: Gruber & Smithhson, Kurt Steinhausen, Lukas Roth