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Lichtzauber und Farbrausch

Zum weithin sichtbaren, leuchtenden Abschluß des III. Internationalen Kunstfestivals vom 5. bis 14. September 2003 im Elbauenpark in Magdeburg »verzauberte« der Lichtmaler Peter Blau in der Nacht vom 13. auf den 14. September den Jahrhundertturm.

In einem Rausch aus filigranen Formen, Farben und Licht inszenierte der aus Berlin stammende, nun in Brandenburg ansässige Künstler den »schiefen Turm von Magdeburg« in einer für Kenner des Elbauenparks ungewöhlichen Weise. Mit zwei Lichtprojektoren »malte« er zuerst eine grünliche Ranken- und Wurzelstruktur mit einigen Lichtpunkten auf den Holzturm. Später erstrahlte die Außenhaut in rötlichen Farben, die an eine Rosenhecke erinnerten und einen märchenhaften Eindruck hinterließ. Begleitet wurde die Installation durch Musik von Brishni Brashni.



Zuerst projizierte Peter Blau filigrane Ranken und grünliche Wurzeln auf die Außenhaut des Turms

An eine Rosenhecke erinnerten die rötlich getönten Formen der über handgemalte Dias zum Ende der Installation gezeigten Projektionen.






An Salvator Dalí erinnert Blaus Frühwerk
und zeigt schon hier sein Interesse,
Verbindungen zu schaffen,
wo sie nicht erwartet werden

Peter Blau: Mehrdimensionale Lichtmalereien

Der Potsdamer Künstler »malt« Stimmungen mit Licht

Neue Dimensionen verleihen Peter Blaus Lichtbilder Gebäudefassaden, Innenräumen und seit neuestem auch »Objekten« aus der Natur, wie zum Beispiel Bäumen.

Der Name »Blau« ist eigentlich irreführend, denn der 1957 in Potsdam geborene Künstler, der sich selbst als Lichtmaler bezeichnet, benutzt für sein Werk das gesamte Farbspektrum. In seinen frühen, vom Surrealismus inspirierten Werken offenbaren sich gleichermaßen sein »Fernweh« und sein »gedankliches Abenteuertum«, dort übergreifende Verbindungen zu schaffen, wo sie sich auf den ersten Blick nicht anbieten.

Peter Blau malt filigrane Lichtbilder –
hier eines seiner beeindruckenden Unikate.

Seit 1993 fertigt Peter Blau filigrane »Lichtbilder«, indem er Diapositive mit einer hitzebeständigen Farbe gestaltet, deren Zusammensetzung er geheimhält. Aus vorsortieten 50 bis 100 Unikaten pro Veranstaltung wählt er in der Session die Bilder aus, mit deren Hilfe er Stimmung und Atmosphäre auf der Bühne und im Publikum über Diaprojektoren auf einen vorher bestimmten Untergrund »malt«.

Seine Lichtkunst präsentierte Peter Blau anläßlich der »Klangbilder – Konzert für zwei Celli und Licht« im April 2000 in der Nicolaikirche in Rostock. Bild 2 (links) zeigt den Chellisten Sonny Thet, Bild 3 (rechts) die Tänzerin Maria Do Soul.

Peter Blau schafft Verbindungen zwischen Licht und Architektur, Licht und Natur, Licht und Musik. Niemand bleibt unberührt, wenn er mit dem Überblenden mehrerer »Lichtbilder« Musik in Licht und Farbe ausdrückt. Bewegung und Veränderlichkeit sind Elemente seiner Kunst, denen er immer mehr Aufmerksamkeit widmet. So bezieht er die Betrachter einer Installation mit in seine Kunst ein: Ihr Agieren sorgt für einen permanenten Wandel und damit für eine um eine zusätzliche Dimension erweiterte Dynamik im Gesamteindruck der Installation.

Das Schweriner Schloß 2002

Ob Peter Blaus Lichtbilder nun das Schweriner Schloß verschönern oder den Jahrhundertturm in Magdeburg verwandeln, ob seine Installationen in der Berliner Akademie der Künste Zeit und Materialität von Architektur und Klang aufheben helfen, ob sie die Tiefe eines Requiems in der Berliner Martha-Kirche unterstreichen oder ob sie anläßlich Hallescher Museumsnächte Engel fliegen lassen, sie beweisen ein ganz besonders – mehrdimensionales – Verständnis von Licht!

Unter dem Titel »Engel – Geheimnisvolle Mittler zwischen Gott und Mensch« zeigte Peter Blau 2001 anläßlich der 2. Halleschen Museumsnacht im Weisenhaus der Frankeschen Stiftungen zusammen mit Berd Gengebach Lichtkunst, musikalische Improvisation mit Bewegung.

Peter Blaus Lichtkunst zur 3. Hallesche Museumsnacht 2002 in den Räumen der Frankeschen Stiftungen stand unter dem Motto »Natur und Technik«.

(Aus LICHT 10/2003; Text: Britta Hölzemann, Berlin; Fotos: Peter Blau, Potsdam)


Wenn Peter Blau baden geht...

Lichtkunst am Berliner „Freischwimmer“

Zwischen dem 18. und dem 21. September 2003 wurde der idyllische Flutgraben in Berlin-Kreuzberg zwischen dem Restaurant »Freischwimmer« und dem »Club der Visionäre« zu einer »Oase« spätsommerlicher Verführung.

Wechselnde künstlerische Darbietungen, nach-, mit- und nebeneinander, am und auf dem Wasser, Ayurveda-Essen und Filmvorführungen sorgten für ein indisch inspiriertes Ambiente.

Eine ganz besondere Atmosphäre kreierte die »Show« des in Brandenburg ansässigen Künstlers Peter Blau, dessen Lichtbilder-Unikate über Großprojektoren auf die angrenzenden Gebäude »gemalt« wurden.


Himmel-Blau

Einen „Himmel aus schwebenden Steinen“ ließ Peter Blau zwischen dem 12. und 31. Oktober 2003 leuchten. Das außergewöhlich kunstvolle Deckengewölbe der Petrikapelle in Brandenburg – von böhmischen Bauleuten 1521 errichtet – wurde durch „himmel-blaue “ Lichtmalereien besonders hervorgehoben.

Seine Projektionen fanden statt im Rahmen der vom Studio für angewandte Kunst beim Domstift Brandenburg, dem Brandenburger Kunstverein, dem Verein Schloss Senzke und der Jugendkulturfabrik Brandenburg von März bis September 2003 durchgeführten Veranstaltungsreihe „Himmel“.