| LICHT-Galerie |
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Die warme Seele des kalten Metalls
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| Helmut Bäumker fertigt Leuchtobjekte für den Objektbereich und sein Atelier »Eisenherz« im Schloß Seefeld |
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Sylvia Böhm-Haimerl
Helmut Bäumker ist ein vielseitiger Mann. Nach dem Motto »Kunst soll neben dem ästhetischen Aspekt auch eine praktische Funktion erfüllen« stellt der Eisenkünstler aus Seefeld im Starnberger Fünfseenland vor den Toren Münchens Tische, Stühle, Himmelbetten, Gardinenstangen sowie Balkongeländer, aber auch Leuchten her. Licht in allen seinen Farben und Formen liegt ihm besonders am Herzen. »Licht übt einen großen Einfluss auf die Menschen aus«, sagt er.
Bei seinen Leuchtobjekten nimmt Helmut Bäumker das Licht aus seiner bloßen Funktionalität heraus. Es ist blendfrei, darf aber durchaus wahrnehmbar sein. Eine kristalline Struktur erzeugt er, indem er Glasbruch zum Schmelzen bringt und die Wand als Reflexkörper benutzt. Das Eisen ist Träger, Umrahmung und Inhaltsstoff zugleich, kann technisch eingesetzt werden oder einen künstlerischen Kontrapunkt zu den lichten Glas-Gebilden setzen. Und so entstehen Kreise, Sonnen oder Sterne in warmen, kräftigen Farben, umrahmt von bewegungsaktiven Eisengebilden.
Eine Herausforderung ist es für den Künstler, das Metall so zu biegen, dass keine Wiederholung auftaucht. Jedes Stück ist ein Unikat. Antike Stücke aus Eisen, wie beispielsweise Gartengeräte, werden ebenfalls zu Lichtobjekten umfunktioniert. »Dabei«, sagt Helmut Bäumker, »kann man Erfahrungswerte übernehmen, doch manchmal muss man als Künstler auch das Rad neu erfinden.« Entscheidend ist für ihn dabei nicht die eigene Motivation und Sichtweise, sondern was der Betrachter später wahrnimmt.
Eisen ist ein sehr alter Kulturträger, erklärt er, aber zumeist negativ besetzt. Denn aus Eisen wurden von jeher Waffen hergestellt. Dabei wird oft vergessen, so Bäumker, dass Eisen durch seinen Einsatz in der Küche oder als Ofen durchaus auch mit Wärme und Wohlbefinden in Verbindung gebracht werden kann. Für Helmut Bäumker selbst bedeutet das Material unendliche Kraft und Spannungsreichtum. Eisen hat ihn schon immer interessiert. Nachdem der Künstler, der eigentlich aus der Gastronomiebrache kommt, zunächst mit Holz und Glas gearbeitet hatte, hat er sich im Eisenhandwerk ausbilden lassen und ist seit 15 Jahren dabei geblieben.
Vor vier Jahren hat der 45-Jährige den Laden »Eisenherz« im Schloss Seefeld eröffnet. »Um heute existieren zu können, muss man vielfältig sein«, erklärt er die Verbindung von Kunst und Geschäft. Nur wenige Meter vom Laden entfernt befindet sich sein Atelier, daneben eine Schmiede. Mit diesem Betrieb arbeitet er zusammen, denn die technisch-handwerklichen Dinge und auch die Elektroinstallation überlässt er grundsätzlich den Fachleuten. Nach seinen Entwürfen wird dann das Design in die praktische Funktion umgesetzt.
Am liebsten übernimmt er Aufträge, wenn es sich um große Projekte handelt, wie beispielsweise die Innengestaltung eines Hauses aus dem 15. Jahrhundert. Denn alte Häuser haben häufig ein Lichtproblem. Hier das Licht gezielt einzusetzen und mithilfe von Leuchtobjekten die Illusion von Tageslicht zu erzeugen, das ist für Bäumker eine große Herausforderung.
»Am Ende sind die Menschen begeistert, aber sie merken gar nicht, wie viel Arbeit und Zeit dahinter steckt«, sagt er. Dennoch ist er nie ganz mit sich zufrieden, aber diese Unzufriedenheit bedeutet Ansporn und Weiterentwicklung. Bäumker: »Man darf nicht müde werden, sonst wird man zu seicht.«
Text: Sylvia Böhm-Haimerl, Freie Journalistin, Starnberg
Fotos: Eisenherz GmbH, Seefeld/Obb.